The Get Out Bear Country
© Amazon Prime Video
The Get Out Bear Country
„The Get Out“ // Deutschland-Start: 25. Oktober 2026 (Amazon Prime Video)

Inhalt / Kritik

Bislang konnte der aus Albanien nach Los Angeles ausgewanderte Marco Kapak (Russell Crowe) sehr gut von seinem Nachtclub leben, auch weil er gemeinsame Sache mit dem Kartell von Rodriguez (Daniel Zovatto) macht. Doch so langsam wird es an der Zeit, dass er sich zurückzieht – umso mehr, da er seit Kurzem Probleme mit dem Herz hat. Er weiß auch schon, was er stattdessen tun will: mit seiner Freundin Sunny (Teresa Palmer) nach Thailand gehen und dort seinen Lebensabend genießen. Nur kommt ihm dabei Jeff (Aaron Paul) zuvor und bestiehlt ihn. Zweimal sogar. Während Kapak sich überlegen muss, wie er mit der Situation umgehen soll, und Jeff zu weiteren Aktionen genötigt wird, versucht Joe (Luke Evans), den besagten Nachtclub zu kaufen …

Starbesetzter Thriller

Geschichten über verbrecherische Aktivitäten gibt es bei Amazon Prime Video immer wieder mal. Gerade erst brachte der Streamingdienst Masterplan heraus, eine Krimikomödie über einen Meisterdieb, der gemeinsam mit seinen beiden zuvor unbekannten Kindern den großen Coup plant. Kurz davor erschien die Serie Kill Jackie um eine ehemalige Drogenschmugglerin, die von gefürchteten Killern verfolgt wird. Und dann war da noch The Runner, wo eine Anwältin dazu genötigt wird, einen Kronzeugen zu töten, wenn sie ihren Sohn wieder will. Mit The Get Out gibt es jetzt wieder Nachschub. Und das recht überraschend: Nicht nur, dass Prime Video die Veröffentlichung gar nicht angekündigt hat. Eigentlich ist es auch kein Original, obwohl es hierzulande als solches verkauft wird.

Dass der Anbieter den Film quasi aus dem Nichts veröffentlicht, verwundert angesichts der namhaften Besetzung ein wenig. Mit dieser hätte man schon Werbung machen können. So etwas macht misstrauisch. Und tatsächlich sind die Kritiken in den USA, wo The Get Out sogar in einigen Kinos lief, bestenfalls durchwachsen. Ein Punkt, der beispielsweise zu Irritationen führt, ist die Tonalität. So glaubt man anfangs noch, dass das hier in die Komödienreichen gehen könnte, wenn der Protagonist nach zu viel Viagra im Krankenhaus landet. Dass Russell Crowe wie zuvor in The Pope’s Exorcist eine Figur spielt, von der man nie genau sagen kann, ob sie nun eine Witzfigur sein soll oder nicht, verstärkt den Eindruck. Umso überraschender ist, wie sich das mit der Zeit verschiebt und es am Ende sogar richtig böse zugeht – eine Reihe von Toten inklusive.

Verworren statt komplex

Das zweite große Problem: Die Adaption des Romans Strip von Thomas Perry (The Old Man) verzettelt sich in einer Reihe von Strängen und überfrachtet die Geschichte mit diversen Figuren. So könnte man anfangs noch meinen, dass es in dem Film primär um den Nachtclubbesitzer geht. Dann mischt aber der Dieb das Geschehen auf, von dem wir später erfahren, dass da noch weitere Leute in der Sache drin hängen, die alle ihre Gründe haben, warum sie was tun. Und dann wäre da noch die Sache mit dem Kartell sowie Joe, der auch irgendwas damit zu tun hat. Erst nach und nach fügen sich die Puzzleteile zusammen, wer da eigentlich wer ist und mit wem zu tun hat. So etwas kann neugierig machen. Bei The Get Out ist es aber eher so, dass alles irgendwie willkürlich zusammengestückelt wurde. Die Geschichte ist weniger komplex als vielmehr umständlich.

Während man sich so wundert und zwischendurch fragt, was genau einem Regisseur und Co-Autor Derrick Borte (Unhinged – Außer Kontrolle) da eigentlich erzählen will, bleibt aber auch die Spannung auf der Strecke. Obwohl hier ja durchaus einiges passiert, Nervenkitzel will sich daraus nicht ableiten, auch weil man nicht das Gefühl hat, dass der Nachtclubbesitzer tatsächlich in Gefahr ist. Tatsächlich schlecht ist The Get Out, das alternativ auch als Bear Country bekannt ist, zwar nicht. Ein gewisser Unterhaltungsgrad ist schon dabei, wie hier alles im Chaos versinkt. Und besser als so manch anderer Prime-Überraschungstitel ist dieser hier schon. Aber es bleibt dann doch vor allem Verwunderung, Begeisterung will hingegen keine aufkommen.

Credits

OT: „The Get Out“
AT: „Bear Country“
Land: Australien, USA
Jahr: 2026
Regie: Derrick Borte
Drehbuch: Derrick Borte, Daniel Forte
Vorlage: Thomas Perry
Musik: Bryan Senti
Kamera: Brendan Galvin
Besetzung: Russell Crowe, Luke Evans, Teresa Palmer, Danny Zovatto, Josh McConville, Nina Dobrev, Aaron Paul

Trailer

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The Get Out
fazit
„The Get Out“ folgt einem Nachtclubbesitzer, der sich eigentlich zur Ruhe setzen will, dabei aber mehrfach ausgeraubt wird. Das wirkt anfangs wie eine Komödie, wird später aber düsterer. Tatsächlich spannend wird die Romanadaption aber nicht, zumal diese auch ziemlich überfrachtet ist.
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