Inhalt / Kritik

Die Flummel Extinct Netflix

„Die Flummel“ // Deutschland-Start: 19. November 2021 (Netflix)

1835 auf einer abgelegenen, idyllischen Galapagos-Insel: Die Flummel, friedfertige Tiere mit einem riesigen Loch im Bauch, leben alle glücklich und harmonisch zusammen und bereiten sich gerade auf das große Blumenfest vor. Alle bis auf zwei. Immer wieder sorgen die Geschwister Op und Ed für Unmut, da sie ein ausgesprochen großes Talent dafür haben, in jeder sich bietenden Situation Chaos zu verursachen. Als sie mal wieder durch ihre Tollpatschigkeit alles zu zerstören drohen, werden sie auf einen Felsen verbannt, wo sie nicht weiter Ärger machen können. Um das vorangegangene Durcheinander wiedergutzumachen, beschließt Op jedoch, besonders schöne Blumen für die anderen zu sammeln. Dabei landen die beiden zufällig im Shanghai der Neuzeit und erfahren dort zu ihrem Entsetzen, dass ihre Spezies inzwischen ausgestorben ist – und nur die Geschwister können die anderen noch retten …

Ein Unterhaltungsloch

Zuletzt beschenkte Netflix Animationsfans wieder mit reichlich Nachschub. Zumindest im Serienbereich kommt praktisch jede Woche Neues hinzu, teilweise sogar mehrere Titel pro Woche. Die Qualität schwankt dabei sicher mitunter ziemlich, einzelne Höhepunkte wie etwa Maya und die Drei oder Eine dunkle & grimmige Geschichte sorgen aber immer wieder für staunende Augen. In punkto Filmen ist der Output jedoch eher bescheiden. Da heißt es oft wochenlang warten, bis überhaupt mal etwas erscheint. Und wenn mal etwas kommt, dann ist das Ergebnis eher ernüchternd. So auch bei Die Flummel, das irgendwie nie so gut wird, wie man das hatte erhoffen dürfen, und zu oft unter den Möglichkeiten bleibt.

Dabei waren die Vorzeichen eigentlich gut. Mit David Silverman konnte man immerhin den Regisseur von Die Simpsons – Der Film gewinnen. Auch sein Co-Regisseur Raymond S. Persi sowie das Drehbuchteam haben viel Erfahrung bei der beliebten Zeichentrickfamilie gesammelt, die seit mittlerweile über 30 Jahren im Fernsehen läuft und irgendwie nicht aufhören will. Die Flummel hat mit dem Dauerbrenner aber nur wenig gemeinsam. Nicht nur, dass hier eine CGI-Optik zum Einsatz kommt, die sich sehr am Mainstream orientiert, anstatt wie Amerikas (Nicht-)Vorzeigefamilie auf markante Charakterdesigns zu setzen. Auch inhaltlich geht man andere Wege, die sehr viel stärker für ein jüngeres Publikum gedacht sind.

Nichts Halbes und nichts Ganzes

Das allein ist natürlich noch kein Ausschlusskriterium. Animationstitel für Kinder sind nicht weniger daseinsberechtigt als solche für Erwachsene, zumal Netflix bei Letzteren schon des Öfteren so richtig ins Klo gegriffen hat. Die Flummel kann sich nur nicht so ganz entscheiden, was genau das hier eigentlich sein soll. Der Humor schwankt zwischen kindlich-albern und abgedreht-absurd. Da gibt es simpelsten Slapstick, nur um dann etwas ganz anderes zu machen. Vor allem das Thema Zeitreise, welches hier völlig aus dem Nichts kommt, dürfte doch so manche vor den Bildschirmen verwundern. Irgendwie scheint man hier mehrere Geschichten auf einmal erzählen zu wollen, so als hätte man über Jahre Notizzettel mit Ideen gesammelt und dann einfach alle auf einen Haufen geworfen, egal ob das nun passt oder nicht.

Einzelne Ideen sind dabei schon nett. Zum Schluss kommt es auch zu einer tatsächlich überraschenden Wendung. So ganz will der Funken aber einfach nicht überspringen. Auch visuell ist die chinesisch-amerikanische Produktion recht gemischt. Die Designs der Flummel selbst natürlich schon ganz putzig, eine Art Kringel mit Fell. Vieles bei dem Film ist aber recht schlicht gestaltet. Die Metropole Shanghai ist aufgrund des offensichtlich geringen Budgets irgendwie klein und leer. Bei den diversen Zwischenstopps in anderen Zeiten und Orten verzichtete man ohnehin auf Details, sofern man diese überhaupt sehen darf. Das meiste spielt sich hier dann doch abseits der Kameras ab. Auch das trägt zur Enttäuschung bei, da wurde viel Potenzial liegen gelassen.

Credits

OT: „Extinct“
Land: USA, China
Jahr: 2021
Regie: David Silverman, Raymond S. Persi
Drehbuch: Joel Cohen, John Frink, Rob LaZebnik
Musik: Michael Giacchino

Bilder

Trailer

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Die Flummel
„Die Flummel“ ist ein netter Animationsfilm rund um eigenwillige Kringelwesen, die durch die Zeit reisen, um die eigene Spezies zu retten. Da sind schon ein paar gute Ideen dabei. Insgesamt ist der Film aber zu unentschlossen. An vielen Stellen merkt man zudem, dass da einfach nicht genug Geld zur Verfügung stand.
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Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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