A través de mi ventana Through my Window Ich sehe nur dich Netflix
© Netflix/Michael Oats

Through my Window – Ich sehe nur dich

Inhalt / Kritik

A través de mi ventana Through my Window Ich sehe nur dich Netflix
„Through my Window – Ich sehe nur dich“ // Deutschland-Start: 4. Februar 2022 (Netflix)

Rein geografisch gesehen sind sich Raquel (Clara Galle) und Ares (Julio Peña) schon recht nahe, wohnen die beiden Jugendlichen doch Haus an Haus. Und dennoch ist es so, als würden sie in komplett verschiedenen Welten leben, weshalb sich der Kontakt der zwei sehr in Grenzen hält. Das ändert sich erst, als bei Ares das WLAN ausfällt und er sich einfach des Internets der Nachbarin bedient. Die ist ein wenig empört über die ungenierte Weise, wie er einfach ihr Signal kapert. Gleichzeitig freut sie es aber, hat Raquel doch schon länger ein Auge auf den hübschen Nachbarn geworfen und darauf gewartet, dass sich mal die Gelegenheit für einen Kontakt ergibt. Nach einem etwas schwierigen Auftakt beginnen die beiden, sich regelmäßig zu verbinden, auf die eine oder andere Weise. Dabei heißt es jedoch, auch diverse Hindernisse aus dem Weg zu räumen …

Zeit für Gefühle

Liebe geht immer, gerade auch bei Netflix, die große Gefühle gern in Gold verwandeln. Oder zumindest zahlende Abonnements. Dabei sind es zwei Phasen im Jahr, bei denen der Streamingdienst ganz besonders viel Nachschub für ein emotionsbedürftiges Publikum zur Verfügung stellt. Die eine ist Weihnachten, die Hochphase belangloser Romantic Comedies, die irgendwo einen Tannenbaum aufstellen und das Ergebnis als Weihnachtsfilm verkaufen. Die andere ist der Valentinstag. Das ist 2022 nicht anders, mehr als ein halbes Dutzend romantischer Filme und Serien werden kurz vor dem 14. Februar veröffentlicht. Zum Auftakt geht es nach Spanien, wo Through my Window – Ich sehe nur dich von der holprigen Annäherung über die Internetgrenzen hinweg erzählt.

Wobei das eigentliche Problem dann gar nicht mal so sehr technischer Natur ist. Erster Stolperstein sind die Figuren selbst. Vor allem Ares scheint mit seiner schroffen Art, irgendjemandem etwas beweisen zu wollen. Zumindest ist es sehr offensiv, wie er unentwegt die designierte Traumfrau mit der wenig schmeichelhaften Bezeichnung Hexe piesackt. Das soll dann wohl irgendwie prickelnd sein oder für Spannung sorgen. Tatsächlich ist Through my Window – Ich sehe nur dich aber nicht nur an der Stelle anstrengend bis eintönig. Klar kann es zwischendurch auch mal nett sein, wenn da ein bisschen miteinander gespielt wird und es einen Wechsel zwischen Distanz und Nähe gibt. Genauso ist es legitim, ein bisschen vorsichtiger und zurückhaltender zu sein, sich erst nach und nach zu öffnen. Hier hat man aber eher das Gefühl, dass da alles unnötig in die Länge gezogen wird, weil man nicht weiß, wie es weitergehen soll.

Dauersex ohne Kontur

Dafür gibt es aber Sex. Viel Sex sogar. Tatsächlich hat man zwischendurch den Eindruck dass Through my Window – Ich sehe nur dich die spanische Antwort auf die After-Reihe sein soll. Das bedeutet auch, dass man viel sieht, ohne viel zu sehen. Da die Zielgruppe des Films dann doch mehr im jugendlichen Segment liegt – plus Erwachsene, die jugendliche Liebe sehen wollen –, ist die Romanze recht züchtig in ihrer Anrüchigkeit. Immerhin, anders als bei der oben genannten Katastrophe zelebriert die Adaption des gleichnamigen Romans von Ariana Godoy keine toxische Beziehung. Hier wird emotionaler Missbrauch und unreifes Kindergartenverhalten nicht als romantisch verkauft. Das hier könnte sogar ein nettes Paar sein, wenn es nicht so furchtbar umständlich wäre.

Und irgendwie auch recht nichtssagend. Ein bisschen wird zwar schon versucht, den Figuren Kontur zu verleihen. So richtig gelingt das aber nicht, der Film ist über weite Strecken völlig uninteressant. Das ist auch deshalb schade, weil Regisseur Marçal Forés vor einigen Jahren mit Animals eine fantasievolle Mischung aus Mystery-Thriller, sprechenden Teddy-Bären und queerer Liebesgeschichte vorlegte, an die man sich aus Jahre später erinnert. Bei Through my Window – Ich sehe nur dich ist es allenfalls der besagte exzessive Gebrauch des Wortes „Hexe“, der irgendwie hervorsticht. Das reicht aber ebenso wenig aus wie die attraktive Besetzung. Die hat zwar Schmachtpotenzial, schafft es aber nicht, die Figuren zu lebendigen Persönlichkeiten zu machen, mit denen man unbedingt Zeit verbringen müsste. Durch Nachbarfenster zu schauen, das war schon mal spannender.

Credits

OT: „A través de mi ventana“
Land: Spanien
Jahr: 2022
Regie: Marçal Forés
Drehbuch: Eduard Sola
Vorlage: Ariana Godoy
Musik: Natalie Holt
Kamera: Elías M. Félix
Besetzung: Clara Galle, Julio Peña, Guillermo Lasheras, Natalia Azahara, Hugo Arbues, Eric Masip

Bilder

Trailer

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Basierend auf einem Bestseller erzählt „Through my Window – Ich sehe nur dich“ von zwei Jugendlichen, die Tür an Tür wohnen, sich aber erst durch einen Zufall wirklich näherkommen. Die Figuren selbst sind dabei völlig langweilig, die Geschichte gibt auch nicht so recht was her. In Erinnerung bleibt allenfalls die attraktive Besetzung, der exzessive Gebrauch des Wortes „Hexe“ sowie die Sexszenen, die überraschend zahlreich, aber ebenso züchtig sind.
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