Feria Dunkles Licht La luz más oscura The Darkest Lights Netflix
© Netflix/Sophie Koehler

Feria: Dunkles Licht – Staffel 1

Inhalt / Kritik

Feria Dunkles Licht La luz más oscura The Darkest Lights Netflix
„Feria: Dunkles Licht – Staffel 1“ // Deutschland-Start: 28. Januar 2022 (Netflix)

Der Schock ist groß bei der Bevölkerung des kleinen andalusischen Dorfes Feria: 23 Leichen wurden in der Nähe der Mine gefunden, alle ohne Kleidung. Für die Schwestern Sofia (Carla Campra) und Eva (Ana Tomeno) kommt es aber noch schlimmer. Kameraaufnahmen zeigen, dass ihre Eltern Elena (Marta Nieto) und Pablo (Ernest Villegas) kurz vorher mit diesen Menschen gesprochen haben. Tatsächlich ist Elena sogar mit diesen in die Mine gegangen, ist seither aber ebenso verschwunden wie Pablo. Aus Sorge um ihre Sicherheit wird den beiden Schwestern daraufhin nahegelegt, dass sie besser eine Zeit lang woanders unterkommen sollten, schließlich stehen ihre Eltern unter Mordverdacht. Doch für die zwei kommt das nicht in Frage. Sie wollen bleiben, trotz der drohenden Anfeindungen. Denn noch immer haben sie die Hoffnung, dass es sich bei allem nur um einen Irrtum handelt …

Geheimnisse über Geheimnisse

Diese Woche hat es Netflix ganz besonders auf das Zeitkonto seines Publikums abgesehen. Gleich neun neue Serien gingen innerhalb von zwei Tagen online, hinzu kommen einige Folgestaffeln bereits gestarteter und beliebter Titel. Über Sinn und Zweck eines solchen Overkills kann man sich natürlich streiten, umso mehr wenn da einige dabei sind, die eine doch recht ähnliche Zielgruppe ansprechen. Wer beispielsweise Mystery-Geschichten mag, der konnte in Chosen einer außerirdischen Erscheinung hinterherrätseln oder sich bei The Woman in the House Across the Street From the Girl in the Window fragen, ob der beobachtete Mord real war oder nicht. Bei Feria: Dunkles Licht stellt sich diese Frage nicht, zu offensichtlich sind die Leute tot, die man zu Beginn der spanischen Serie gefunden hat. Offene Fragen gibt es aber mehr als genug.

Dabei sind es vor allem zwei Fragen, die das Publikum dabei beschäftigen werden. Die eine betrifft den Grund für die zahlreichen Todesfälle. Was genau ist da eigentlich vorgefallen? Die zweite betrifft die Rolle von Elena und Pablo. Das ist insbesondere für die beiden Töchter von großer Bedeutung. Schließlich müssen sie sich mit der Möglichkeit auseinandersetzen, dass ihre Eltern irre Killer sind, ohne dass sie die ganzen Jahre irgendetwas davon geahnt haben. Ein großer Teil der ersten Staffel von Feria: Dunkles Licht zeigt dann auch, wie die beiden Jugendlichen mit der Situation zu kämpfen haben, mit den Blicken der anderen und eigenen Zweifeln. Als Kind von potenziellen Verrückten darf man sich schließlich selbst fragen, wer man ist und wie viel der Eltern in einem selbst steckt.

Hang zum zähen Melodram

Das ist als Thema prinzipiell interessant, wenn es um die Bestimmung der eigenen Identität geht. Leider neigt die von Agustín Martínez und Carlos Montero entwickelte Serie aber dazu, das Ganze zu einem herkömmlichen Teenie-Drama verkommen zu lassen. Auch vor Kitsch schreckt man bei Feria: Dunkles Licht nicht zurück, begleitet von einer ziemlich dick aufgetragenen Musik, die allen klar machen soll: Vorsicht, jetzt wird es richtig tragisch! Genrefans müssen an diesen Stellen recht tapfer sein, zumal die Serie wie so viele bei Netflix mit dem Tempo so ihre Schwierigkeiten hat. Vieles hier dauert einfach zu lange, man dreht sich auf der Stelle, so als hätten hier alle Angst, tatsächlich mal einen Schritt nach vorne zu gehen. Der Stoff wurde schon recht gestreckt, um auf acht Folgen à 50 Minuten zu kommen.

Dabei gibt es schon den einen oder anderen Moment, der tatsächlich ein Horror-Siegel verdient. Das Setting der Mine, in der so viele auf mysteriöse Weise gestorben sind, ist natürlich ein dankbares für eine solche Geschichte. Vor allem wenn später noch der religiöse Aspekt hinzukommt. Feria: Dunkles Licht, soviel wird früh klar, handelt von einer Sekte, der ein Teil der Dorfbevölkerung angehörte, von der sonst aber niemand etwas wusste. Damit einher gehen zwangsläufig Fragen des Glaubens, irgendeinen Inhalt müssen diese Treffen schließlich haben. Das wird dann nicht so existenziell wie etwa bei Midnight Mass, stattdessen wird mal wieder von Auserwählten geschwafelt, die hier Makellose heißen. Aber es reicht für einige unheimliche Spinnereien und Halluzinationen.

Was ist noch echt?

Gerade Letztere werden hier sehr ausgiebig eingesetzt. Tatsächlich ist oft nicht klar, was nun real ist, was lediglich eingebildet. Regelmäßig haben die Hauptfiguren unerklärliche Visionen, meist bedrohlicher Natur. Das gehört natürlich zum Grundstock von Horrorfilmen und -serien, das Spiel mit der Wahrnehmung und der Realität. Hier wird das aber so sehr intensiviert, bis man selbst gar nicht mehr so wirklich weiß, ob die jenseitige Welt namens Königreich, von der die Sektenmitglieder erzählen, nun existiert oder nicht. Wahnsinnig sind hier  auf jeden Fall einige. Streckenweise ist Feria: Dunkles Licht daher schon gelungen, hat auch einige unheimliche Aufnahmen, die für Stimmung sorgen. Aufgrund der tendenziell zähen Erzählweise und des Hangs zum Melodram ist die spanische Produktion aber nicht das Highlight, welches der spannende Auftakt hatte erhoffen lassen.

Credits

OT: „Feria: La luz más oscura“
Land: Spanien
Jahr: 2022
Regie: Jorge Dorado, Carles Torrens
Drehbuch: Mikel Santiago, Agustín Martínez
Idee: Agustín Martínez, Carlos Montero
Musik: Federico Jusid
Kamera: David Acereto
Besetzung: Carla Campra, Ana Tomeno, Isak Férriz, Marta Nieto, Ernest Villegas, Salva Reina, Carlos Scholz, Berta Hernández, Patricia López Arnaiz

Bilder

Trailer

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23 nackte Leichen werden in der Nähe einer Mine gefunden, ein Ehepaar steht im Verdacht, etwas damit zu tun zu haben. Der Auftakt von „Feria: Dunkles Licht“ ist vielversprechend. Auch später zeigt die viel mit Visionen arbeitende Mischung aus Horror und Mystery immer mal wieder ihre Klasse. Das geringe Tempo und der Hang zum Melodram trüben den guten Eindruck jedoch.
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