Wir – nur ein bisschen besser Noi, un po' meglio You, Me, Us Netflix Streamen online Video on Demand
© Antonio Faccilongo/Netflix

Wir – nur ein bisschen besser

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„Wir – nur ein bisschen besser“ // Deutschland-Start: 29. Oktober 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Es ist ein unglücklicher Zufall, der Lucia (Maria Chiara Giannetta) und Simone (Elio Germano) zusammengeführt hat. Denn die Krankenschwester hat sich bei einem Unfall mit ihrem Auto überschlagen, der Feuerwehrmann ist derjenige, der sie aus dieser Lage befreit. Auch wenn die beiden sehr unterschiedlich veranlagt sind, funkt es schnell. Die zwei werden ein Paar, später heiraten sie sogar. Doch da ist etwas, das die Beziehung überschattet. So hätte Simone eigentlich gern Kinder, Lucia nicht. Tatsächlich kann sie auch überhaupt keine Kinder bekommen. Zunächst ist das kein Problem, später aber schon. Und so bringt Simone die Möglichkeit ins Spiel, ein Kind zu adoptieren – was zu Konflikten zwischen den zweien führt …

Der Ernst des Kinderwunsches

Zuletzt bot Netflix vor allem einen Mix aus komödiantischen und düsteren Stoffen an, um damit das Publikum an sich zu binden. Wer hingegen dramatische Geschichten sehen mag, hat aber auch den einen oder anderen Titel bekommen. So gab es Gegen den Hurrikan, das vom Überlebenskampf zweier Brüder während eines Sturms in Mexiko erzählt. Auch die neue Adaption der großen Familiensaga East of Eden und Doing Life über einen Ex-Sträfling, der mit einer ehemaligen Wärterin zusammenkommt, war ein Beispiel. Nun kommt mit dem italienischen Film Wir – nur ein bisschen besser ein weiterer Beitrag, bei dem es emotional hoch her geht. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht, wenn wir turbulenten Zeiten eines Paares beiwohnen.

Anfangs meint man noch, es hier mit einer schönen Liebesgeschichte zu tun zu haben. Der Einstieg ist originell, wenn die Begegnung der beiden Hauptfiguren unter sehr ungewöhnlichen Umständen stattfindet. Wie oft verliebt man sich schon, während man gerade jemanden aus einem verunfallten Fahrzeug zu befreien? Ob das unbedingt romantisch ist, darüber lässt sich streiten. Aber es ist doch charmant und unterhaltsam. Später werden die Dialoge weniger witzig. Überhaupt ist Wir – nur ein bisschen besser nicht die Komödie, als die der Film gern verkauft wird. Stattdessen ist es eigentlich sogar ziemlich bitter, was dem Publikum da vorgesetzt wird, wenn die turbulente, aber doch von Freude geprägte Beziehung immer schwieriger wird.

Eine Adoption als Katalysator

Ein großer Knackpunkt ist dabei der Wunsch nach Nachwuchs. Filme und Serien über dieses Thema hat es in den letzten Jahren einige gegeben. Viele handeln von der Schwierigkeit, selbst Kinder zu zeugen, den verzweifelten Versuchen und der Belastung, die damit für die Beziehung einhergeht. Bei Wir – nur ein bisschen besser fällt dieser Part sehr knapp aus, da Lucia sowieso keine bekommen kann. Und so beleuchtet der Film die Möglichkeit der Adoption. Das legt Vergleiche zu Trying nahe, wo es ebenfalls um ein Paar und dessen Adoptionswunsch geht. Hier geht das zwangsläufig nicht so sehr in die Tiefe wie bei der Serie. Denn dort nutzte man den Umfang mehrerer Staffeln, um die verschiedensten Aspekte zu beleuchten, was gerade auch die Behördengänge umfasst.

Bei Wir – nur ein bisschen besser ist das sekundär. Die Adoption wird hier zum Anlass, um die Partnerschaft genauer zu beleuchten und dabei auch die diversen Probleme anzusprechen. Manches entsteht aus der Unterschiedlichkeit der Figuren, die dem Prinzip folgen: Gegensätze ziehen sich an. Anderes hat mit den kaputten Familien und nicht aufgearbeiteten Konflikten und Wunden zu tun. Und eben in dieser Hinsicht ist das Drama dann auch sehenswert. Es ist schon eindrucksvoll, wie der Versuch, sich gemeinsam etwas aufzubauen, zu Momenten führt, die bereits beim bloßen Zusehen schmerzhaft sind. Das ist über weite Strecken stark. Lediglich das recht hastige und irgendwie kitschige Ende will nicht so wirklich zu dem ansonsten beeindruckend rauen Film passen.

Credits

OT: „Noi, un po‘ meglio“
IT: „You, Me, Us“
Land: Italien
Jahr: 2026
Regie: Daniele Luchetti
Drehbuch: Enrico Audenino, Davide Lantieri, Serena Patrignanelli,
Musik: Bryan Senti
Kamera: Ivan Casalgrandi
Besetzung: Elio Germano, Maria Chiara Giannetta, Anna Bonaiuto, Ilaria Spada, Caterina Guzzanti, Dajana Roncione, Jacopo Olmo Antinori, Francesca Romana De Martini, Filippo Nigro

Bilder

Trailer

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Wir – nur ein bisschen besser
fazit
In „Wir – nur ein bisschen besser“ kommen zwei grundverschiedene Menschen zusammen und drohen beim Kinderwunsch auseinanderzubrechen. Das ist über weite Strecken eindrucksvoll, wenn die Adoption nur der Vorwand ist für das Porträt zweier kaputter Leute. Lediglich das Ende überzeugt nicht so wirklich.
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