Monster Die Geschichte von Lizzie Borden Netflix Streamen online Video on Demand
© Giulia Parmigiani/Suzanne Tenner/Netflix

Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden

Monster Die Geschichte von Lizzie Borden Netflix Streamen online Video on Demand
„Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden“ // Deutschland-Start: 17. September 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Lizzie Borden (Ella Beatty) lebt Ende des 19. Jahrhunderts mit ihrem Vater Andrew (Charlie Hunnam) und Stiefmutter Abby (Rebecca Hall). Sonderlich glücklich ist dieses Zusammenleben aber nicht, sie leidet schon sehr unter dem tyrannischen Verhalten der beiden. Überhaupt ist das Familienleben schwierig. Bis es Lizzie irgendwann reicht, sie sich eine Axt nimmt und die beiden klein haut. Anschließend informiert sie die Polizei und behauptet, die Leichen so gefunden zu haben. Dennoch wird sie zur Hauptverdächtigen in der Geschichte. Zumal ihr Vater sehr vermögend war und sie auf ein dickes Erbe hoffen durfte. Oder war es am Ende doch ganz anders?

Auf den Spuren einer mutmaßlichen Killerin

Dass Netflix mit True Crime ein großes Publikum erreicht, ist kein Geheimnis. Der Streamingdienst bringt andauernd irgendwelche Filme und Serien zu diesem Segment heraus, die meisten dokumentarisch, manche auch fiktionalisiert. Eine besondere Position in diesem kriminellen Treiben nimmt dabei Monster ein, eine Anthologieserie, die sich jedes Mal eines anderen Mörders annimmt. Los ging es 2022 mit Die Geschichte von Jeffrey Dahmer, einem der berühmtesten Serienmörder aller Zeiten. 2024 folgte Die Geschichte von Lyle und Erik Menendez über die beiden Brüder, die ihre Eltern ermordet haben sollen. 2025 kam die dritte Staffel Die Geschichte von Ed Gein, dessen Protagonist auch wegen seiner Nekrophilie berüchtigt ist. Jetzt geht es weiter, mit Die Geschichte von Lizzie Borden steht die vierte Staffel an.

Zum ersten Mal in der Geschichte dieser Anthologieserie steht daher eine Frau im Mittelpunkt. Genauer sind es sogar mehrere Frauen. Denn während der Hauptteil von der Titelfigur Lizzie Borden handelt, werden auch andere zwischendurch erwähnt. Eher kurz ist die Passage um Elizabeth Báthory (Vicky Krieps), die Ende des 16. Jahrhunderts mehrere Morde begangen haben soll. Eine verbürgte Mörderin ist hingegen Aileen Wuornos (Sarah Paulson), die in Lizzie ein Vorbild sieht und sich auch in deren Haus einnistet, um dem Idol nahe zu sein. Wie schon beim letzten Mal war Serienschöpfer Ian Brennen offensichtlich der Ansicht, dass der belegte Stoff nicht ausreicht für acht Folgen, weshalb er in Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden noch einiges drumherum dichtet. Manches ist spekulativ, anderes völlig an den Haaren herbeigezogen, wenn nicht mehr klar ist, was gerade wirklich geschieht.

Bizarre Entgleisung

Damit einher geht auch eine eigenwillige und sprunghafte Tonalität. Anfangs war diese Serie noch irgendwo zwischen Horror und Thriller angelegt, zumindest bei Dahmer konnte das Publikum noch richtig mitfiebern, wenn er seinen Abgründen nachgeht. Doch von Mal zu Mal wird das übertriebener, grotesker. Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden ist jetzt endgültig an einem Punkt angekommen, bei dem man nicht mehr sagen kann, ob das ernst gemeint oder doch komisch sein soll. Das gilt nicht nur für die Konfrontationen zwischen dem Ehepaar und der Protagonistin. Gerade auch der Nebenstrang um Wuornos ist komplett jenseits von gut und böse, dass man nur noch ungläubig auf den Bildschirm starren kann.

Spannend ist das dann weniger, zumindest wenn man dieses Wort im herkömmlichen Thriller-Sinn verwendet. Man ist höchstens neugierig, was bei diesem wilden Herumspringen als Nächstes geschehen wird. Das darf man dann als kreativ und mutig empfinden – oder als völlig fehlgeleitet. Informativ ist Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden sowieso nicht, da man wie schon die Male zuvor Sachen erzählt und als Wahrheit verkauft, bei denen nie geklärt wurde, ob sie eigentlich stimmen. Als reine Unterhaltungsserie kann man sich das dann schon anschauen, sofern man eben damit leben kann, dass das hier kein gewöhnliches Killerporträt ist. Sollte es noch eine fünfte Staffel geben, traut man sich kaum vorzustellen, wie sich das weiterentwickeln wird.

Credits

OT: „Monster: The Lizzie Borden Story“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Max Winkler, Sarah Adina Smith
Drehbuch: Ian Brennan
Idee: Ian Brennan
Musik: Bryce Dessner
Kamera: Michael Bauman, Steven Meizler
Besetzung: Ella Beatty, Vicky Krieps, Rebecca Hall, Charlie Hunnam, Sarah Paulson, Joey Pollari, Billie Lourd, Jessica Barden

Bilder

Trailer

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Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden
fazit
„Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden“ erzählt von der Frau, der vorgeworfen wurde, Vater und Stiefmutter brutal ermordet zu haben. Die vierte Staffel der True-Crime-Serie ist erneut sehr spekulativ geworden und lässt zunehmend Grenzen verschwimmen. Hier wird es so übertrieben, dass man schon gar nicht mehr weiß, ob das eine Komödie sein soll.
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6.3
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von 10