Beyond the Universe Jenseits des Universums Depois do Universo Netflix
© Netflix/Natalie Odenbreit

Jenseits des Universums

Beyond the Universe Jenseits des Universums Depois do Universo Netflix
„Jenseits des Universums“ // Deutschland-Start: 27. Oktober 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

An Träumen mangelt es Nina (Giulia Be) nicht: Sie möchte große Konzertpianistin werden und arbeitet darauf hin, an einem renommierten Konservatorium aufgenommen zu werden. Doch ihr Körper droht ihr dabei dazwischenzufunken. Ihre Nieren spielen aufgrund ihrer Lupuserkrankung nicht mehr wirklich mit, sie bräuchte dringend eine neue. Bis es so weit ist, bleibt ihr nichts anderes übrig als sich zu schonen und mithilfe einer Dialyse die Zeit zu überbrücken. Während ihrer Behandlung lernt sie den jungen Arzt Gabriel (Henry Zaga) kennen. Bald schon funkt es zwischen den beiden, auch wenn dies in ihrer Situation nicht ratsam ist. Nicht nur dass Ärzte nichts mit Patientinnen anfangen sollten. Sie wissen aufgrund der Krankheit auch nicht, ob sie eine gemeinsame Zukunft haben …

Die kranke Sehnsucht

Eine Zeit lang waren sie großer Trend: Liebesdramen um junge Leute, bei denen mindestens eine von beiden Figuren eine schwere Krankheit hat. Über die Daseinsberechtigung solcher mitunter sehr manipulativer Filme kann man geteilter Ansicht sein. Profitabel war das Spiel mit dem Leid aber durchaus. Titel wie Das Schicksal ist ein mieser Verräter oder Drei Schritte zu dir spielten an den Kinokassen jede Menge Geld ein. Dessen ist man sich natürlich auch bei Netflix bewusst. Mit Nicht meine Liga erschien dort sogar eine komplette Trilogie über die Liebe einer jungen Frau, die an Mukoviszidose leidet. Nun gibt es mit Jenseits des Universums Nachschub für die Zielgruppe, die eine Verbindung aus Tragik und Romantik sucht.

Im Gegensatz zur italienischen inhouse-Kollegin, bei der auch immer mal wieder skurriler Humor eingebaut wurde, wird das hier fast durchgängig ernst. Lediglich Yuri (Leo Bahia) soll als dicker bester schwuler Freund für Erheiterung sorgen. Dass dabei nicht mehr als das Klischee der tuntigen Dramaqueen herausspringt, ist hingegen nicht gerade witzig. Wobei auch die anderen Figuren furchtbar sind. Dass ein angehender Arzt jemandem Wein aufdrängen möchte, der von sich selbst sagt, allergisch darauf zu reagieren, geht nicht einmal als Witz durch. Dass er Yuri aus der eigenen Wohnung schmeißt, um sie für sich und Nina allein zu haben, macht ihn jetzt auch nicht gerade zu einem Sympathieträger und steht in einem doch recht starken Kontrast zu dem Versuch, ihn als selbstlos zu beschreiben. Bei Nina sieht es etwas besser aus, sieht man einmal von einer späteren Entgleisung ab, wenn auf einmal wieder das Drama durchschlägt mit der obligatorischen Zuspitzung.

Zu lang und billig

Das ist dann das zweite große Manko des Films. Schlimm genug, dass die Figuren einem keinen überzeugenden Grund liefern, warum man sich für ihr Schicksal interessieren sollte. Die Geschichte drumherum ist völlig uninteressant geworden. Regisseur und Co-Autor Diego Freitas fiel nichts anderes ein, als die üblichen Stationen solcher Filme abzuklappern. Das Erfolgsrezept von Jenseits des Universum ist die Kombination aus zwei attraktiven jungen Menschen und ganz viel Herzschmerz. Tatsächlich würde vieles von dem, was in dem brasilianischen Drama getan und gezeigt wird, ebenso gut ins Herzkino passen. Lediglich das Bekenntnis zu bunten, teils schillernden Bildern heben den Film von den deutschen Pendants ab. Zu sehen gibt es hier einiges.

Allerdings muss man dafür viel Geduld mitbringen. Mit einer Laufzeit von 127 Minuten ist Jenseits des Universums zu allem Unglück viel zu lang geworden. Immer wieder denkt man hier, dass die Geschichte endlich vorbei ist, nur um dann doch noch irgendwie fortgesetzt zu werden. Und auch die Szenen an sich werden viel zu sehr in die Länge gezogen. Das darf man natürlich trotz allem ganz romantisch und bewegend finden. Der Film tut schließlich, was man von solchen erwartet. Aber es ist doch schon irgendwie zynisch, wie hier thematisch, aber auch inszenatorisch manipuliert wird, oft auf sehr billige Weise. Der Versuch zur Versöhnlichkeit ist nicht wirklich besser, da dieser wiederum sehr plötzlich kommt. Die viele Zeit, die anderweitig verschwendet wurde, wäre besser in eine glaubhafte Entwicklung investiert worden.

Credits

OT: „Depois do Universo“
IT: „Beyond the Universe“
Land: Brasilien
Jahr: 2022
Regie: Diego Freitas
Drehbuch: Diego Freitas, Ana Reber
Musik: Giulia Be, Ed Côrtes
Kamera: Kaue Zilli
Besetzung: Henry Zaga, Giulia Be, João Miguel, Othon Bastos, Leo Bahia, Rita Assemany

Bilder

Trailer

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fazit
„Jenseits des Universums“ hält sich an das Erfolgsrezept, von der neuen Liebe eines attraktiven Paares zu erzählen, das von einer schweren Krankheit überschattet wird. Die Figuren sind grauenvoll, die Manipulationen dreist, der Film zudem viel zu lang. Das ist dann schön anzuschauen. Mit echten Gefühlen hat das billige Drama aber nichts zu tun.
Leserwertung154 Bewertungen
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von 10