Ostatnia Wieczerza Hellhole Netflix
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Hellhole (2022)

Ostatnia Wieczerza Hellhole Netflix
„Hellhole“ // Deutschland-Start: 26. Oktober 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Das Kloster mag abgelegen auf dem polnischen Land liegen, genießt aber einen Ruf, der weit über die Mauern hinaus reicht: Wann immer jemand von teuflischen Mächten besessen ist, kümmern sich die Mönche darum, diese Person wieder zu befreien. Der einsame Ort des Glaubens wird immer wieder zum Schauplatz von Exorzismus-Einsätzen. Auch Marek (Piotr Zurawski) ist dem Kloster beigetreten, um bei den Ritualen mitzuwirken und den Kampf gegen das Böse aufzunehmen. Und doch handelt es sich bei ihm nicht um einen gewöhnlichen Geistlichen. Er hat einen ganz eigenen Grund, warum er die lange Reise angetreten hat. Aber auch das von Andrzej (Olaf Lubaszenko) geleitete Kloster selbst trägt ein Geheimnis, wie Marek bald feststellen muss …

Nachschub für Horrorfans

Kurz vor Halloween haut Netflix wieder einen Horrortitel nach dem anderen heraus. Diese Woche standen unter anderem die Anthologieserie Guillermo Del Toro’s Cabinet of Curiosities und die Dokumentation Meine Begegnung mit dem Bösen auf dem Programm. Auf der Filmseite soll Hellhole das schreckensbedürftige Publikum bedienen. Zu diesem Zweck arbeitete der Streamingdienst mit einem bewährten Regisseur zusammen: Der polnische Filmemacher Bartosz M. Kowalski hatte mit dem Slasher Nobody Sleeps in the Woods Tonight vor zwei Jahren einige Fans gewonnen, nur um dann mit dem grotesken Nachfolger Nobody Sleeps in the Woods Tonight – Teil 2 diese wieder zu vergraulen. Doch auch wenn es gute Gründe gibt, den zweiten Teil selbst zu verteufeln, er war zumindest so eigenwillig, dass man aus Prinzip neugierig sein durfte, was Kowalski als nächstes drehen würde.

Die Antwort fällt recht überraschend aus. Dabei sieht es anfangs danach aus, als sei Hellhole nur einer der zahlreichen Exorzismus-Filme, wie es sie in dem Genre andauernd gibt. Dann und wann ist da mal ein interessanter Titel dabei, wie etwa Agnes – Face Your Demons, das sich mit der Zeit als Glaubensdrama entpuppt, anstatt auf klassische Schocksituationen zu setzen. Die meisten Filme sind dann aber doch eher langweilig und halten sich an die Konventionen dieser okkulten Geschichten. Da stehen Kreuze auf dem Kopf, Dinge bewegen sich wie von Geisterhand, die Bilder sind grundsätzlich ganz dunkel, damit man möglichst wenig sieht. Da ist zwischendurch die Versuchung da, doch wieder abzuschalten und sich nach einem anderen, spannenderen Titel umzusehen.

Zwischen Konvention und Überraschung

Man würde Kowalski aber unrecht tun, wenn man ihn allein auf diese Konventionen beschränkt. So spielt Hellhole geschickter als andere Genrevertreter mit der Ungewissheit, ob denn überhaupt dämonische Kräfte am Werken sind. Marek, so wird relativ früh verraten, ist in Wahrheit ein Polizist, der das Verschwinden mehrerer junger Frauen untersucht. Und auch ein anderer früher Twist lassen einen vermuten, dass es sich bei dem Film vielmehr um einen Krimi handelt, im Stil von Die purpurnen Flüsse. Auf diese Weise schwankt der Film zwischen Bestätigung und Überraschung, ist mal 08/15, nur um dann plötzlich eine andere Richtung einzuschlagen. Vor allem das Ende hebt sich wohltuend vom Einerlei ab und bringt dem Horrorstreifen einen Extrapunkt ein, obwohl dabei einiges nicht wirklich erklärt wird.

Atmosphärisch ist Hellhole sowieso gelungen. Zugegeben, in der Hinsicht ist Kowalski auch nicht der visionärste Regisseur, den das Genre hervorgebracht hat. Vieles von den Mitteln, die er einsetzt, kennt man von der Konkurrenz zur Genüge. Aber er zeigt doch, dass er sich darauf versteht, diese Mittel auch wirklich einzusetzen. Das Kloster wird bei ihm zu einem unheimlichen Ort, bei dem auf Schritt und Tritt ein Gefühl des Unbehagens und der Bedrohung entsteht und jeder Schatten das Böse enthalten kann. Das ist dann insgesamt nicht genug, um aus der Flut an Horrortiteln wirklich hervorzustechen. Wer aber Nachschub braucht zu Halloween, der macht hiermit nichts falsch, zumal Netflix im Filmbereich diesen Montag wenig für Horrorfans getan hat.

Credits

OT: „Ostatnia Wieczerza“
Land: Polen
Jahr: 2022
Regie: Bartosz M. Kowalski
Drehbuch: Bartosz M. Kowalski, Mirella Zaradkiewicz
Musik: Carl-Johan Sevedag
Kamera: Cezary Stolecki
Besetzung: Piotr Zurawski, Olaf Lubaszenko, Sebastian Stankiewicz, Lech Dyblik, Rafal Iwaniuk, Krzysztof Satala

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Ihr seid mit Hellhole durch und braucht Nachschub? Dann haben wir vielleicht etwas für euch. In unserem Netflix-Themenbereich sind alle Original-Produktionen gelistet, unterteilt nach Spielfilm, Serie, Doku und Comedy. Unten findet ihr alle Netflix-Titel, die wir auf unserer Seite besprochen haben.

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Hellhole (2022)
fazit
„Hellhole“ scheint zunächst ein recht beliebiger Exorzismusstreifen zu sein, spielt dann aber doch eine Weile geschickt mit der Frage, ob das hier Krimi oder Horror ist. Auch später liegen 08/15-Konvention und Überraschung zum Teil nah beieinander. Insgesamt ist das recht solide, zumal die Inszenierung zwar nicht visionär ist, aber doch versteht, bekannte Mittel gut umzusetzen.
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