Astrologischer Leitfaden fuer gebrochene Herzen Netflix
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Astrologischer Leitfaden für gebrochene Herzen – Staffel 1

Inhalt / Kritik

Astrologischer Leitfaden fuer gebrochene Herzen Netflix
„Astrologischer Leitfaden für gebrochene Herzen – Staffel 1“ // Deutschland-Start: 27. Oktober 2021 (Netflix)

Als Alice (Claudia Gusmano) erfährt, dass ihr Ex eine Neue hat und mit dieser sogar eine Familie gründen will, bricht für sie eine Welt zusammen. Der einzige Ausweg aus dem Schlamassel: Sie braucht selbst eine frische Liebe. Da trifft es sich doch gut, dass sie Tio (Lorenzo Adorni) über den Weg läuft. Auch er ist ein Verfechter der großen Gefühle und ist noch Single. Doch von Verzweiflung keine Spur, weiß er doch die Sterne an seiner Seite. Fest davon überzeugt, dass die Astrologie vorhersagen kann, wer zu wem passt, verhilft er ihr zu einer erfolgreichen TV-Show und spart auch nicht mit eigenen Ratschlägen, was Alice tun sollte, um ihren Traummann zu finden. Die ist auch durchaus neugierig: Vielleicht liegt darin ja die Antwort? Und so findet sie sich schon bald erneut im Liebeskarussell wieder und stolpert dabei von einem Missgeschick ins nächste …

Ich oder die Sterne?

Sie gehört zu den großen Fragen, welche uns seit den Anfängen unseres Bewusstseins umtreiben: Können wir über unser eigenes Leben bestimmen oder ist es in irgendeiner Form vorbestimmt? Während es immer noch keine Antwort gibt, welche alle zufriedenstellt, hat das gute alte Horoskop unverändert Hochkonjunktur. Auch wenn offiziell wohl die wenigsten zugeben würden daran zu glauben, so gibt es doch noch immer erstaunlich viele Zeitschriften, die entweder die Sterne oder den Mond sprechen lassen. Insofern wundert es dann auch nicht wirklich, dass Netflix die Serie Astrologischer Leitfaden für gebrochene Herzen in Auftrag gab. Wer an die große Liebe glaubt, wie sie in den zahlreichen Liebeskomödien des Streamingdienstes propagiert wird, der ist vielleicht auch für ein bisschen Himmelskörperanleitung empfänglich.

Wobei sich die Serie nicht so wirklich mit dem Konzept der Astrologie auseinandersetzt. Sie verwirft sie nicht direkt, macht aber auch nur begrenzt dafür Werbung. Stattdessen ist die Adaption des Romans Alles eine Frage der Sterne von Silvia Zucca in erster Linie eine herkömmliche Liebeskomödie. So zeigt uns Astrologischer Leitfaden für gebrochene Herzen eine junge Protagonistin, die von dem Trauma einer gescheiterten Beziehung verfolgt doch bitte endlich selbst mal Glück haben mag. Das hat sie aber nicht so recht. Klar: Wenn auf Anhieb alles funktionieren würde, gäbe es keine Geschichte zu erzählen. Da muss schon jemand mehrfach auf die Schnauze fallen oder sich anderweitig eine blutende Nase holen. Erst dann gibt es als Belohnung die wahre Liebe. Oder auch nicht.

Immer wieder dasselbe Chaos

Prinzipiell kennt man das aus jeder x-beliebigen RomCom. Ungewöhnlich ist daran allenfalls, dass wir von jedem dieser Männer, denen Alice über den Weg läuft, das Sternzeichen erfahren. Die sechs Folgen der ersten Staffel tragen sogar jeweils eines davon als Titel. Tio gibt dabei zu allem seine fachmännische Meinung, erklärt, wie zum Beispiel ein Stier drauf ist und wer zu wem passt. Manchmal läuft es darauf hinaus, dass Astrologischer Leitfaden für gebrochene Herzen ihm Recht zu geben scheint, wenn tatsächlich ein Treffen im Desaster endet. Irgendwie klappt es aber auch bei den empfohlenen Dates nicht so recht. Das gibt Alice dann zwar Antrieb, es immer weiter zu versuchen. Und sie versucht es oft, an jeder Straßenecke scheint ein (nicht) geeigneter Kandidat zu stehen.

Gleichzeitig hat Astrologischer Leitfaden für gebrochene Herzen dadurch aber auch etwas betont Beliebiges und Austauschbares an sich. Wenn Alice sowieso dauert einem Mann begegnet und sich ganz doll in ihn verliebt, das am Ende aber nicht klappt, dann verlieren die Begegnungen nach und nach an Bedeutung. Sicher ist die Protagonistin schon recht sympathisch, weshalb man ihr aus Prinzip Erfolg wünschen möchte. Tatsächliche Gefühle entwickelt man hier aber kaum, nicht zuletzt weil an den Figuren so wenig dran ist. Wer gar nicht den Anspruch hat, hier etwas Relevantes zu sehen, kann sich natürlich schon von der italienischen Serie berieseln lassen. Wie bei den vielen nichtssagenden Horoskopen in den Zeitungen bleibt am Ende aber praktisch nichts zurück.

Credits

OT: „Guida astrologica per cuori infranti“
IT: „An Astrological Guide for Broken Hearts“
Land: Italien
Jahr: 2021
Regie: Bindu De Stoppani, Michela Andreozzi
Drehbuch: Bindu De Stoppani, Michela Andreozzi, Costanza Durante
Vorlage: Silvia Zucca
Musik: Michele Braga
Kamera: Roberto Forza
Besetzung: Claudia Gusmano, Michele Rosiello, Lorenzo Adorni, Alberto Paradossi, Esther Elisha, Fausto Maria Sciarappa, Emanuela Grimalda, Lucrezia Bertini

Trailer

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In „Astrologischer Leitfaden für gebrochene Herzen“ träumt eine vom Pech verfolgte Frau von der großen Liebe und hofft auf den Rat der Sterne. Der Ansatz ist zwar interessant, die Serie selbst ist es jedoch kaum. Stattdessen ist die Romanadaption eine austauschbare Liebeskomödie, bei der von Mann zu Mann getorkelt wird, ohne dass dabei etwas Interessantes gesagt oder gezeigt würde.
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