Kritik

Die Leinwand Canvas Netflix

„Die Leinwand“ // Deutschland-Start: 11. Dezember 2020 (Netflix)

Wenn vor Weihnachten Animationsfilme erscheinen, dann geht es darin meistens um Unterhaltung für die ganze Familie, zumindest aber für die Kleinen, die für eine Weile beschäftigt werden sollen. So auch bei Netflix, die derzeit einen animierten Kurzfilm nach dem anderen raushauen. Das Ergebnis kann mal mehr in die emotionale Richtung gehen wie bei Angelas Weihnachtswunsch, mal mehr auf Komik setzen wie Alien Xmas. Auffällig ist jedoch, dass der Streamingdienst derzeit auch Titel herausbringt, die so gar nicht in diese Schublade passen. Erst brach einem If Anything Happens I Love You das Herz, nun schlägt Die Leinwand in eine ähnliche Richtung.

Versöhnlicher Trost
In beiden Fällen geht es um eine Familie, die mit einem Schicksalsschlag fertig werden muss und die Gefühle noch nicht verarbeitet hat. Dieses Mal steht ein älterer Mann im Mittelpunkt, der nach dem Tod seiner Frau die Malerei aufgegeben hat, dann aber dank seiner Enkelin wieder die Magie und Lebensfreude in sich entdeckt. Das macht Die Leinwand versöhnlicher als den obigen Titel, zumal Regisseur und Drehbuchautor Frank E. Abney III kein Problem mit Kitsch hat. Auch visuell gibt man sich massentauglicher: Zum Einsatz kommt eine saubere, wenn auch unauffällige CGI-Optik, die nur hin und wieder durch 2D-Elemente unterbrochen wird.

Das hinterlässt dann weniger Eindruck als der inhouse-Kollege, ist weniger kunstvoll und schmerzhaft. Dafür ist der neun Minuten lange Animationskurzfilm ein schöner, rührender Titel, der gerade in diesen schwierigen Zeiten eine Liebeserklärung an die Familie und Gemeinschaft darstellt und ein bisschen Trost spendet. Und das ist ja auch nie verkehrt.

Credits

OT: „Canvas“
Land: USA
Jahr: 2020
Regie: Frank E. Abney III
Drehbuch: Frank E. Abney III
Musik: Jermaine Stegall

Bilder

Trailer

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Die Leinwand
„Die Leinwand“ ist ein Animationskurzfilm über einen älteren Mann, der nach seinem Tod mit der Malerei aufhörte, dank seiner Enkelin aber wieder Lebensmut fasst. Das ist rührend, wenn auch etwas kitschig, eine Liebeserklärung an die Familie.
7von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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