Live Is Life Netflix
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Live Is Life

Live Is Life Netflix
„Live Is Life“ // Deutschland-Start: 18. Juli 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Was hat sich Rodri (Adrián Baena) nicht darauf gefreut: Endlich ist der Sommer da! Das bedeutet, dass er die Schule vergessen und wieder mit seinen Freunden abhängen kann. Schließlich haben er, die Zwillinge Àlvaro (Juan del Pozo) und Maza (Raúl del Pozo) sowie Suso (David Rodríguez) und Garriga (Javier Casellas) einiges zusammen durchgemacht, sind durch gute wie durch schlechte Zeiten gegangen. Momentan überwiegen jedoch die schlechten. So ist Alvaro an Krebs erkrankt, die Chemotherapie hat ihm Haare und Kraft geraubt. Susos Vater liegt nach einem Unfall im Koma. Garriga wiederum schafft es einfach nicht, sein Traummädchen anzusprechen. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, werden sie von einigen älteren Jungs drangsaliert. Aber es gibt Hoffnung: Einer Legende zufolge soll in den Bergen eine Blume wachsen, die jede Krankheit heilen kann …

Zwischen Krankheit und Aufbruch

Auch wenn der Name Albert Espinosa vielleicht nicht vielen etwas sagen wird, über Umwege war der spanische Autor in nicht wenigen deutschen Haushalten zu Gast. Genauer basierte die Serie Der Club der roten Bänder, die vor einigen Jahren zu einem größeren TV-Erfolg wurde, auf dessen Serie Polseres vermelles und damit auf seinen eigenen Erfahrungen als krebskranker Jugendlicher. Am Ende folgte das Publikum der Gruppe Jugendlicher, die sich in einem Krankenhaus kennenlernen, über drei Staffeln und einen Kinofilm hinweg. Bei Live Is Life kehren einige der aus der Serie bekannten Themen wieder zurück. So geht es erneut um eine Jungsgruppe, erneut ist einer von ihnen an Krebs erkrankt und läuft nun mit Glatze herum. Und auch die Suche nach einem Platz in dieser Welt ist geblieben.

Um ein reines Remake seiner Erfolgsgeschichte handelt es sich bei dem hierzulande auf Netflix veröffentlichten Film jedoch nicht. Ein großer Unterschied ist allein schon das Setting: Anstatt wie bei Der Club der roten Bänder durch kahle Krankenhausgänge zu rollen, geht es bei Live Is Life hinaus in die Natur. Genauer begleiten wir die fünf Jungs ins ländliche Galizien, welches mit Bergen, Seen und anderen unberührten Landschaften Herzen und Augen zum Strahlen bringt. Die während des Sommers spielende Geschichte vermittelt schön das Gefühl einer Welt, die es für die Heranwachsenden zu erkunden gilt. Auch wenn es sich hierbei in erster Linie um ein Drama handelt, mischen sich doch immer wieder Abenteuerelemente dazwischen, wenn sich die fünf auf die Suche nach einer legendären Blume machen.

Die Geschichte einer inneren Reise

Wobei die eigentliche Reise natürlich eine innere ist. Regisseur Dani de la Torre (Gun City) nutzt das Umherstreifen der Jungs durch die raue Landschaft ihrer galizischen Heimat, um die innere Suche der fünf zu verbildlichen. Die Koordination hierbei sind die, wie man sie in Coming-of-Age-Geschichten immer wieder sieht. Da geht es um die Familie, die Schule, Freundschaften und Liebe. Fröhliche Momente, in denen sie ihren Hobbys nachgehen, wechseln sich in Live Is Life mit traurigen ab. Gerade die Angst von Maza um seinen Zwillingsbruder dient dazu, das Publikum zu ergreifen. Das kann dann auch schon mal ein bisschen dicker aufgetragen sein, in manchen Szenen wird der Herzschmerz schon ziemlich zelebriert.

Insgesamt ist Live Is Life aber ein angenehm zurückhaltender Film, der begleitet von sommerlichen Farben und einer klar nostalgisch geprägten Atmosphäre – die Geschichte spielt nicht ohne Grund in den 80ern – daran erinnert, was es heißt, als junger Mensch den Weg durch diese Welt zu suchen. Das ähnelt in den besseren Momenten an Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers, gerade auch wenn die Clique mal wieder auf der Flucht ist vor den älteren Bullys, die sich ihre provinzielle Langeweile durch Angst und Schrecken vertreiben wollen. Wie so oft bei diesen Filmen gibt es dabei jedoch keinen wirklichen roten Faden. Die Suche nach der Blume, so wichtig sie den Jungs sein mag, ist nur ein Vorwand, um ganz viel Allgemeines über das Leben zu sagen. Wer sich auf diese bewusst eher episodenhafte Erzählung einlassen kann und sich nicht an gelegentlichen Entgleisungen stört, findet hier klar einen der besseren Filme, die Netflix zuletzt ins Programm aufgenommen hat.

Credits

OT: „Live Is Life“
Land: Spanien
Jahr: 2021
Regie: Dani de la Torre
Drehbuch: Albert Espinosa
Musik: Manuel Riveiro
Kamera: Josu Inchaustegui
Besetzung: Adrián Baena, Juan del Pozo, Raúl del Pozo, David Rodríguez, Javier Casellas

Trailer

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Live Is Life
Fazit
„Live Is Life“ begleitet fünf Jungs, die Mitte der 80er auf der Suche nach einer legendären Heilblume sind. Das Herumstreifen durch das ländliche Galizien ist dabei mal wieder eine Spiegelung einer inneren Reise, wenn das Drama die typischen Coming-of-Age-Themen abarbeitet. Das mag nicht neu sein, ist aber – von gelegentlichen Entgleisungen abgesehen – schön zurückhaltend und von einer nostalgischen Atmosphäre geprägt.
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