The Bubble Netflix
© Laura Radford/Netflix

The Bubble

The Bubble Netflix
„The Bubble“ // Deutschland-Start: 1. April 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Auch wenn die Kritiken für Cliff Beasts nicht unbedingt überragend sind, das Publikum liebt die Actionfilme. Und so soll nun ein sechster Teil gedreht werden, um die Fans glücklich und die Produzenten reich zu machen. Einfach ist das jedoch nicht, die Corona-Pandemie hat schwierige Drehbedingungen zur Folge. Um die Gefahr einer Ansteckung möglichst gering zu halten, soll das gesamte Team in einer sogenannten Bubble leben, ohne direkten Kontakt zur Außenwelt. Außerdem bedeutet der Film für Carol Cobb (Karen Gillan) eine persönliche Niederlage, wollte sie sich doch außerhalb des Franchises beweisen und ist damit krachend gescheitert. Das ist aber nur einer der Gründe, weshalb es mit Sean Knox (Keegan-Michael Key), Dieter Bravo (Pedro Pascal), Lauren Van Chance (Leslie Mann), Dustin Mulray (David Duchovny) und Howie Frangopolous (Guz Khan) immer wieder zu Konflikten kommt …

Der Komödien-Spezialist meldet sich zurück

Nachdem Judd Apatow über Jahre hinweg eine der festen Größen im Bereich der Hollywood-Komödie war, machte sich der Regisseur, Autor und Produzent in den letzten Jahren ziemlich rar. Mit The King of Staten Island feierte er schließlich 2020 ein zumindest künstlerisches Comeback. Die Einspielergebnisse waren dabei nur ein Bruchteil dessen, was seine großen Hits früher einspielten. Das hing einerseits natürlich mit den Umständen zusammen, die Corona-Pandemie machte seinerzeit nennenswerte Einnahmen quasi unmöglich. Hinzu kam, dass die Geschichte eines strauchelnden Nachwuchstätowierers kaum mit dem zu vergleichen war, das der Filmemacher zuvor gedreht hatte. Dennoch: Die erwachsene Coming-of-Age-Tragikomödie gehörte zu dem Stärksten, was er in seiner Laufbahn abgeliefert hat. Entsprechend neugierig durfte man sein, wie es im Anschluss bei ihm weitergehen würde.

Das Thema seiner Netflix-Komödie The Bubble klang dabei vielversprechend: Er nahm sich darin der Frage an, wie man inmitten der Corona-Pandemie einen Hollywood-Blockbuster drehen kann. Ob man ihn drehen sollte, steht dabei weniger im Mittelpunkt. Vielmehr erzählt Apatow, der gemeinsam mit Pam Brady das Drehbuch schrieb, wie schwierig es ist, einen solchen Dreh mit den notwendigen Hygiene-Bestimmungen zu verbinden. Was gerade aktuell zu tun ist, weiß niemand. Was in der Situation sinnvoll wäre, noch viel weniger. Das gibt es Masken, die mal so, mal so getragen werden. Ständige Tests, die aber nicht so richtig ausgeführt werden. Und natürlich fehlt allgemein ein konsequenter Umgang. Sie machen am Ende dann doch, was sie wollen, was vereinzelt haarsträubend ist. Zumindest in der Hinsicht zeigen sich die Schauspieler und Schauspielerinnen also als ganz normale Menschen.

Eine Satire ohne Biss …

Möglichkeiten zur inhaltlichen Identifikation sind dabei durchaus gegeben. So manches von dem, was hier geschieht, kaum einem aus der realen Welt recht bekannt vor. Gleichzeitig will The Bubble aber auch eine Satire auf Hollywood sein, also das Alltägliche mit dem Außergewöhnlichen kombinieren. Es geht also nicht allein darum, wie sich das Ensemble und der Rest der Crew mit dem Projekt herumplagen. Da werden noch eine Reihe anderer Themen angeschnitten. Das offensichtlichste ist natürlich der Sequel-Wahn Hollywoods, das Filme selbst dann fortsetzt, wenn es überhaupt keinen Sinn ergibt. Vermutlich vor allem dann. Dazu gibt es Spitzen gegen alternde Stars und das Verhältnis zu neuen Formen des Ruhms, wenn Influencer ein Millionenpublikum erreichen, ohne dass jemand wirklich wüsste warum.

Diese Themen haben ohne Zweifel Potenzial. Apatow ist lange genug in dem Geschäft, um zu wissen, an welcher Stelle er einen Finger in die Wunde legen kann. Er ist auch so etabliert, dass ihm die Stars hinterherlaufen: Neben dem ohnehin schon prominenten Hauptensemble treten beispielsweise Benedict Cumberbatch und James McAvoy in kurzen Szenen auf. Das führt zwangsläufig dazu, dass The Bubble ein bisschen zwischen den Stühlen sitzt. Auf der einen Seite will sich der Film über die Traumfabrik lustig machen, gleichzeitig aber Teil davon sein. Da verwundert es dann nicht sonderlich, dass da selbst immer die letzte Konsequenz fehlt, die Satire letztendlich recht zahm ist, mehr albern als bissig ist.

… und Witz

Das ist natürlich bedauerlich, eine unglaubliche Verschwendung des Potenzials. Schlimmer noch aber: Der Film ist langweilig. Nicht nur, dass Apatow einen erschreckenden Mangel an witzigen Ideen demonstriert. Er merkt zudem nicht, dass er nicht genügend Material hat, um die Geschichte derart aufzublasen. Mehr als zwei Stunden, das hätte nun wirklich nicht sein müssen, zwischendurch geht der Komödie immer mal wieder völlig die Luft aus. Das bedeutet nicht, dass es in The Bubble nicht doch vereinzelt amüsante Szenen gibt. Die gibt es durchaus. Es sind nur nicht genügend. Am Ende wünscht man sich gar, dass Cliff Beasts 6 Wirklichkeit wäre und nicht ein bloßer Film-im-Film. Denn der sieht so bescheuert aus, dass er sicherlich mehr Spaß gemacht hätte als das, was drumherum gebaut wurde.

Credits

OT: „The Bubble“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Judd Apatow
Drehbuch: Judd Apatow, Pam Brady
Musik: Andrew Bird
Kamera: Ben Smithard
Besetzung: Karen Gillan, Iris Apatow, Pedro Pascal, Leslie Mann, Fred Armisen, David Duchovny, Keegan-Michael Key, Kate McKinnon, Guz Khan, Peter Serafinowicz

Bilder

Trailer

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The Bubble
Fazit
Das Szenario um einen bescheuerten Hollywood-Film, der inmitten der Corona-Pandemie gedreht wird, brachte eigentlich jede Menge Potenzial. Im fertigen Film ist davon aber nur wenig zu merken. „The Bubble“ ist zu lang, hat zu wenig gelungene Witze und ist für eine Satire viel zu zahm.
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