Jeffrey Dahmer: Selbstporträt eines Serienmörders Conversations With A Killer: The Jeffrey Dahmer Tapes Netflix
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Jeffrey Dahmer: Selbstporträt eines Serienmörders

Jeffrey Dahmer: Selbstporträt eines Serienmörders Conversations With A Killer: The Jeffrey Dahmer Tapes Netflix
„Jeffrey Dahmer: Selbstporträt eines Serienmörders“ // Deutschland-Start: 7. Oktober 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Bei den unzähligen True Crime Titeln, die Netflix Woche für Woche für Woche veröffentlicht, gibt es zwar oft erstaunliche und unbekannte Geschichten zu entdecken. Es finden sich aber auch immer mal wieder solche, bei denen man sich fragen muss: Braucht es die wirklich noch? Einer dieser Fälle ist der von Jeffrey Dahmer. Eigentlich sollte man meinen, dass der US-Amerikaner, der zwischen 1978 und 1991 eine Reihe junger Männer ermordete, verstümmelte und teilweise aufaß, inzwischen oft genug thematisiert wurde. Schließlich gab es genügend Dokumentationen und Spielfilme, die über ihn sprachen. Aber der Erfolg gibt dem Streamingdienst recht. Die Serie Dahmer – Monster: Die Geschichte von Jeffrey Dahmer mit Evan Peters in der Hauptrolle wurde kürzlich zu einem Phänomen, auch die anschließende Doku Jeffrey Dahmer: Selbstporträt eines Serienmörders tummelt sich in den Top 10 der beliebtesten Serien.

Routinierte True Crime Doku

Fans von True Crime Dokus dürfte der Titel dabei bekannt vorkommen. Tatsächlich ist die neue Produktion zu Jeffrey Dahmer Teil einer Reihe, welche auch Ted Bundy: Selbstporträt eines Serienmörders und John Wayne Gacy: Selbstporträt eines Serienmörders beinhaltet. Regie führte in allen drei Fällen Joe Berlinger, der auch diverse andere True Crime Dokus gedreht hat. Entsprechend routiniert ist das hier auch. Es gibt die übliche Mischung aus Archivaufnahmen und Interviews, dazu noch ein paar kleinere Reenactment-Szenen. Chronologisch werden diese angeordnet, um die Entwicklung Dahmers aufzuzeigen, vom ersten Mord bis zu der Gerichtsverhandlung, als die Frage nach der Schuldfähigkeit geklärt werden musste.

Was diese Reihe von anderen ähnlichen Dokus unterscheidet, wird im englischen Originaltitel Conversations With A Killer: The Jeffrey Dahmer Tapes deutlicher: Alle drei Serien enthalten Audioaufnahmen der jeweiligen Serienmörder. Zu sehen ist Dahmer zwar nur selten, selbst in der besagten Gerichtsverhandlung ist nicht viel zu holen. Zu hören gibt es dafür einiges. Die entsprechenden Szenen sind es dann auch, welche die Doku selbst für Kenner und Kennerinnen der anderen Dahmer-Produktionen interessant macht. Und erschreckend: Vor allem die Teilnahmslosigkeit des Mörders lässt es einem eiskalt den Rücken hinunterlaufen, wenn er über sich und seine Taten spricht, so als würde er über eine dritte Person reden.

Hoher Schockfaktor

Natürlich sind es aber in erster Linie die Taten selbst, die bis heute verstören – gleich, ob sie von Dahmer selbst oder jemand anderem geschildert werden. Einige Momente in Jeffrey Dahmer: Selbstporträt eines Serienmörders wurden in Dahmer – Monster: Die Geschichte von Jeffrey Dahmer bereits angesprochen. Darunter ist auch der Mord an dem Studenten Steven Hicks, den er für ein paar Biere einlud, dann aber tötete, als dieser wieder aufbrechen wollte. Dieser Mord wird dabei ausführlicher geschildert als andere, weil er etwas in ihm aufweckte, auch wenn Dahmer im Anschluss viele Jahre nicht mehr mordete. Aber auch weil er bei der Entsorgung der Leiche von der Polizei aufgehalten wurde, ohne dass es Konsequenzen hatte. Es war ihm gelungen so unverfroren zu lügen, dass der Polizist keinen Verdacht schöpfte, was sich in den Müllsäcken befand.

Auch das ist eine inhaltliche Überschneidung mit der Schauspiel-Variante: Jeffrey Dahmer: Selbstporträt eines Serienmörders thematisiert ausführlicher die Rolle der Polizei. Hätten die Morde verhindert werden können, wenn besser gearbeitet worden wäre? Hatte Dahmer freies Spiel, weil er weiß und viele seiner Opfer schwarz waren? Anders als diverse andere True Crime Dokus, die Polizeiarbeit bewusst skandalisieren, um damit das Publikum aufzurühren, versucht Berlinger eine ausgewogenere Betrachtung. Auch bei der besagten Frage, ob Dahmer so verrückt war, dass er keine strafrechtliche Schuld auf sich geladen hat, wird aus mehreren Perspektiven diskutiert, selbst wenn das Ergebnis an der Stelle zumindest aus Sicht der Zuschauer und Zuschauerinnen recht eindeutig sein dürfte. Aber zum Diskutieren sind solche Produktionen in den seltensten Fällen gedacht. Und auch hier ist es dann doch mehr der pure Schockfaktor, der das Publikum anzieht, weniger eine inhaltliche Relevanz. Wer diesen sucht und die Geschichten um Dahmer noch nicht kennt, der wird hier auf jeden Fall fündig.

Credits

OT: „Conversations With A Killer: The Jeffrey Dahmer Tapes“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Joe Berlinger

Bilder

Trailer

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Jeffrey Dahmer: Selbstporträt eines Serienmörders
fazit
„Jeffrey Dahmer: Selbstporträt eines Serienmörders“ erzählt erneut die Geschichte des US-Amerikaners, der eine Reihe von jungen Männern tötete, verstümmelte und zum Teil aufaß. Wer diese noch nicht kennt, wird von dieser True Crime Doku ohne Zweifel verstört werden. An manchen Stellen versucht sich diese darüber hinaus auch an einer stärkeren inhaltlichen Auseinandersetzung. Im Mittelpunkt steht aber in erster Linie der Schockfaktor.
Leserwertung1 Bewertung
2.1