Island of the Sea Wolves Die Insel der Küstenwölfe Netflix
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Die Insel der Küstenwölfe

Island of the Sea Wolves Die Insel der Küstenwölfe Netflix
„Die Insel der Küstenwölfe“ // Deutschland-Start: 11. Oktober 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Konzeptuell lässt sich Die Insel der Küstenwölfe wohl gut mit der Dokuserie Unsere wunderbaren Nationalparks vergleichen, welche ebenfalls auf Netflix erschien. Es könnte sich beinahe um eine Art Spinoff handeln, fokussiert sich die neue Serie doch auf ein Gebiet und dessen Fauna. In drei jeweils etwa 45 Minuten langen Folgen konzentriert sich die von Will Arnett erzählte Naturdokumentation auf Vancouver Island und seine tierischen Bewohner. Allen voran die titelgebenden Vierbeiner, eine der 38 Unterarten des Canis lupus. Der rote Handlungsfaden wird um Cedar herum gesponnen, eine schwangere Küstenwölfin, welche zu Beginn von ihrem Rudel verstoßen wird.

Minigeschichten aus der Natur

Aber auch ein Bär, Seelöwen, -otter oder -adler spielen eine Rolle, ebenso wie eine verrottende Walleiche. Jeder Tierart wird ihre eigene kleine Minigeschichte zuteil, darüber hinaus überschneiden sich diese zuweilen aber auch. So trifft der Bär etwa beim nährstoffreichen Walkadaver auf einen der Küstenwölfe, dem er haushoch überlegen ist, sich dann vorsichtshalber jedoch zurückzieht, als ein zweiter Küstenwolf auftaucht. Walfleisch hat mehr Kalorien als Butter, so stellen gestrandete Wale eine willkommene Nahrungsquelle für die karnivoren Inselbewohner dar, insbesondere wenn sie wie im Falle des Bären gerade ihren langen Winterschlaf hinter sich haben. Ohne es überzubetonen, zeigt die Doku schön auf, wie sehr in der Natur alles miteinander verstrickt, wie gut alles aufeinander abgestimmt ist und ineinander greift.

Die Geschichten werden zwar parallel nebeneinander erzählt, wenn sie sich nicht gerade überschneiden, weisen aber dennoch eine klare Struktur auf. Ebenso folgen die einzelnen Episoden einer Ordnung, nämlich jener der Jahreszeiten, nach denen sie auch benannt sind: Frühling, Sommer, Herbst und – Ende. Zwar veröffentlicht Netflix bei manchen Serien spätere Episoden etwas zeitversetzt, aber Die Insel der Küstenwölfe scheint nicht dazu zu gehören. Vielleicht ist der Winter auf Vancouver einfach generell zu uninteressant, auf den beeindruckenden Bären zum Beispiel müssten wir da aus bereits genannten Gründen verzichten.

Entspannt und schön anzusehen

Es kann gut sein, dass die Bilder in einer bestimmten Reihenfolge aufgenommen wurden, welche nicht der präsentierten entspricht. Die meisten dieser Naturdokus funktionieren aber gerade nur durch das gezeigte Narrativ, die Bilder müssen innerhalb einer nachvollziehbaren Story angeordnet und dann im Voiceover entsprechend kommentiert werden – andernfalls verkäme so etwas oft zu einer reinen Diashow. Das Arnett zur Verfügung gestellte Skript ist nicht weltbewegend, erfüllt aber voll und ganz seinen Zweck. Hier und da eine nette kleine neue Zusatzinformation, ab und zu auch mal ein Scherzlein am Rande, handelt es sich überwiegend um eine seriöse und gleichzeitig entspannte und entspannende Erzählung.

Will eine Dokuserie wie Die Insel der Küstenwölfe so richtig überzeugen, muss sie das vor allem formal tun. Dazu gehören neben dem Narrativ systemimmanent Bild und Ton. Die Musik in der Serie wird wohl eher keinen Preis gewinnen, ist aber fraglos absolut brauchbar und tut was sie soll. Die Kameracrew unterdes profitiert immens von den Gegebenheiten vor Ort. Das satte Grün des Regenwaldes ist immer eine dankbare Kulisse, welcher die wogenden Wellen des Meeres in nichts nachstehen.

Credits

OT: „Island of the Sea Wolves“
Land: UK
Jahr: 2022
Regie: Jeff Turner, Chelsea Turner
Drehbuch: David Fowler
Musik: Denise Santos, Laurentia Editha
Mitwirkende: Will Arnett

Bilder

Trailer

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fazit
Über drei Jahreszeiten hinweg begleitet „Die Insel der Küstenwölfe“ nicht nur die titelgebenden Säuger, sondern auch weitere auf Vancouver Island lebende Tiere in ihrer natürlichen Umgebung. Dabei zeigt sie auf sehenswerte Weise sowohl Schönheit als auch Tücken der Natur auf.
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4.9