The Curse of Bridge Hollow Netflix
© Frank Masi/Netflix

The Curse of Bridge Hollow

The Curse of Bridge Hollow Netflix
„The Curse of Bridge Hollow“ // Deutschland-Start: 14. Oktober 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Howard Gordon (Marlon Wayans) ist nicht unbedingt jemand, der sich viel aus Halloween macht. Als Lehrer der Naturwissenschaften kann er mit dem Konzept des Paranormalen nur wenig anfangen. Seine Tochter Sydney (Pyrah Ferguson) ist da ganz anders, weswegen sie auch sehr erfreut ist, als sie davon erfährt, dass ihr neues Zuhause eine unheimliche Vergangenheit haben soll. Schlimm genug, dass ihr Vater sie zum Umzug in eine Kleinstadt gezwungen hat und ihre Mutter Emily (Kelly Rowland) nun alle mit ihren überschaubaren Backkünsten quält. Da wird man dann doch wenigstens an Halloween seinen Spaß haben dürfen! Dummerweise ist an der Geschichte mehr dran, als sich Sydney vorher ausgemalt hat: Plötzlich erwachen sämtliche Dekorationen zum Leben und fangen an Bridge Hollow zu terrorisieren. Und ausgerechnet ihr Vater muss ihr nun dabei helfen, die Katastrophe noch aufzuhalten …

Humorvoller Halloween-Horror

Wenn Halloween naht, dann überbieten sich Kinoverleiher, Handel und Streamingdienste gegenseitig mit Horrortiteln, um irgendwie von der Saison zu profitieren. Zwischen all den vermeintlichen Schockern finden sich aber auch immer wieder familienfreundliche Werke, bei denen der Humor im Vordergrund steht. Disney+ legte kürzlich Hocus Pocus 2 vor. Nun zieht Netflix nach. Das ist natürlich nicht das erste Mal. Ein größerer Titel in der Hinsicht war beispielsweise Hubie Halloween vor zwei Jahren. Damals wollte Adam Sandler Kinder und Eltern zum Lachen bringen, indem in einer Kleinstadt immer mehr Menschen verschwinden. Bei The Curse of Bridge Hollow liegt nun der Fokus auf der Dekoration, die auf mysteriöse Weise zum Leben erwacht und nun Jagd auf alles macht, was sich bewegt.

Das Konzept, dass Spielzeuge ein Eigenleben entwickeln und böse Absichten verfolgen, ist bekanntlich nicht neu. Das Horrorgenre ist voller dämonisch besessener Puppen, bei dem man schon beim bloßen Ansehen weiß, dass man besser die Finger von lassen sollte. Toys of Terror erweiterte das Segment vor rund einem Jahr und ließ eine ganze Spielzeugkiste Amok laufen. Im Fall von The Curse of Bridge Hollow sind es dann eben so Sachen wie Fledermäuse, riesige Spinnen oder andere Figuren, die auf einmal nicht dem eigentlichen Zweck folgen und stattdessen lieber eine Menschenjagd beginnen. Und das ist natürlich etwas doof, wenn die Stadt verrückt nach Halloween ist und überall irgendwelche potenziell gefährlichen Dekostücke warten. Die Leute wollten sich alle gegenseitig überbieten mit ihrem Horrorschmuck, bigger is better.

An der Einfallslosigkeit gescheitert

Grundsätzlich hätte das alles ganz unterhaltsam werden können. Manche werden bei der Beschreibung vielleicht auch an den Kultklassiker Gremlins – Kleine Monster zurückdenken, bei dem ebenfalls eine Kleinstadt terrorisiert wird. Während man sich dort aber aus dieser Invasion einen grausamen Spaß machte und mit gemeinem Witz an die Sache ging, muss das hier alles netter und harmloser sein. The Curse of Bridge Hollow richtet sich dann doch eben an Familien. Dagegen spricht zunächst auch erst einmal nichts, nicht jeder Halloween-Beitrag muss brutal sein. Hauptsache ist, das Ergebnis ist kurzweilig. Doch an eben dieser Aufgabe scheitert der Film. Obwohl es nicht eben gerade wenige Versuche gibt, aus der Absurdität der Ereignisse humoristisches Kapital zu schlagen: Tatsächlich lachen wird man hier dann doch eher weniger. Dafür sind die Witze zu einfallslos.

Das Gleiche gilt für die Familiengeschichte. Mal wieder geht es darum, dass ein Elternteil und ein Kind, die sich etwas entfremdet haben, wieder zueinander finden. Und das geht am besten, indem sie gemeinsam einer Gefahr trotzen müssen. Natürlich funktioniert so etwas, Beispiele dafür hat es im Laufe der Filmgeschichte genügend gegeben. The Curse of Bridge Hollow macht aber auch da nur das Nötigste. Weder sind die Figuren noch ihre Verhältnisse untereinander interessant. Sie sind alle nur ein Mittel zum Zweck, damit von einem Ort zum nächsten gerannt wird, immer auf der Flucht vor der Halloween-Deko. Richtig schlecht ist das nicht. Aber eben kaum bemerkenswert: Die Komödie ist saisonales Hintergrundrauschen, an das man sich schon am Tag nach Halloween nicht mehr erinnern wird.

Credits

OT: „The Curse of Bridge Hollow“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Jeff Wadlow
Drehbuch: Todd Berger, Robert Rugan
Musik: Christopher Lennertz
Kamera: David Hennings, James McMillan
Besetzung: Marlon Wayans, Priah Ferguson, Kelly Rowland, John Michael Higgins, Lauren Lapkus, Rob Riggle

Bilder

Trailer

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The Curse of Bridge Hollow
fazit
„The Curse of Bridge Hollow“ hat eigentlich eine ganz nette Grundidee, wenn eine Kleinstadt von einer zum Leben erwachten Halloween-Deko terrorisiert wird. Viel Horror sollte man sich davon nicht erwarten, die Zielgruppe ist hier jünger. Während sich das noch verschmerzen ließe, wiegen der einfallslose Humor und die nichtssagenden Figuren schon schwerer.
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