Der Mord an Rachel Nickell Netflix Streamen online Video on Demand
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Der Mord an Rachel Nickell

Der Mord an Rachel Nickell Netflix Streamen online Video on Demand
„Der Mord an Rachel Nickell“ // Deutschland-Start: 4. Juni 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Sie gehören bekanntlich fest zum Dokumentarbereich von Netflix dazu: die Filme und Serien, welche sich mit realen Verbrechen auseinandersetzen. Denn auch wenn Kriminalität eigentlich etwas Schlechtes ist, der True-Crime-Bereich boomt nach wie vor ohne Ende. Zuletzt brachte der Streamingdienst die Serie Michael Jackson: Das Urteil heraus, welche sich noch einmal mit den Missbrauchsvorwürfen gegenüber dem King of Pop befasste. Davor erzählte The Crash: Wenn junge Liebe toxisch wird die schockierende Geschichte eines Autounfalls, der sich als etwas anderes herausstellte. Davor lernten wir in Should I Marry a Murderer? eine Frau kennen, die hinter das tödliche Geheimnis ihres Verlobten kommt und plötzlich in einer Zwickmühle steckt. Wer diese ganzen Titel bereits durchhat, darf sich auf Der Mord an Rachel Nickell freuen.

Ein besonders brutales Verbrechen

Der Titel nimmt dabei bereits vorweg, worum es geht. Bei dem Opfer handelte es sich um die damals 23-jährige Rachel Nickell, die am 15. Juli 1992 in einem Park in Wimbledon getötet wurde. Zwei Punkte sind es dabei, die den Fall so schrecklich machen. Zum einen war da die exzessive Brutalität. Nickell wurde sexuell genötigt, der Täter stach 49 Mal auf sie ein, um ihr am Ende dann die Kehle durchzuschneiden. Zum anderen war ihr erst zwei Jahre Sohn dabei, der sich nach dem Mord an die Leiche klammerte. Der Mord an Rachel Nickell bringt diese Details auf, hält sich aber dankenswerterweise nicht so wahnsinnig lang damit auf. Wo manche True-Crime-Dokus die Gewalt fast schon zelebrieren, da hat man hier einen anderen Schwerpunkt gewählt, um das Publikum zu fesseln.

Genauer sind es die Ermittlungen, welche Regisseurin Lucy Bowden besonders interessieren. Diese sind hier geradezu notorisch. So tat man sich schwer damit, einen Täter zu finden, weil da einfach keine überzeugenden Spuren waren, geschweige denn Beweise. Gleichzeitig war der Druck groß, einen Schuldigen zu finden, sowohl die Medien als auch die Bevölkerung wollten, dass da endlich jemand zur Rechenschaft gezogen wird. Also musste sich die Polizei etwas einfallen lassen. Der Mord an Rachel Nickell erzählt ausführlich, wie man seinerzeit vorgegangen ist, welche Wege eingeschlagen wurden und wozu man bereit war, um Erfolge vorweisen zu können. Dass die Vorgehensweise fragwürdig ist, wäre noch geschmeichelt. Teile davon hätte man auch problemlos für eine Krimikomödie nehmen, ohne viel ändern zu müssen.

Notorisch fragwürdige Ermittlungen

Nur dass das Ergebnis nicht komisch ist. Stattdessen ist es in mehrfacher Hinsicht tragisch, was dabei passiert ist. Das betrifft nicht nur das Verbrechen an sich, mit der genannten Brutalität. Die Ermittlungen hatten in mehrfacher Hinsicht auch Folgen. Der Mord an Rachel Nickell schlachtet das dann auch aus. Die Dokumentation gehört zu denen, die ausgiebig Kritik an der Polizei üben und sie vorzuführen versuchen. Das ist auf der einen Seite nachvollziehbar, da das hier durchaus eine Grenzüberschreitung darstellt. Der Stoff bietet sich auch für Diskussionen an, wie weit man gehen sollte bei dem Bestreben, ein Verbrechen aufzuklären. Wie findet man die richtige Balance?

Nur bleiben solche Diskussionen eben aus. Man macht es sich bei Der Mord an Rachel Nickell schon recht einfach, begnügt sich mit einer einseitigen Polizeikritik. Dass die Ermittlungen auch das Ergebnis des Drucks waren, wird nicht weiter ausgearbeitet. Obwohl Medien und Bevölkerung durchaus eine Verantwortung tragen, kommen sie glimpflich davon. Insofern wäre da sicher noch mehr drin gewesen, mit mehr Laufzeit und Tiefgang. Wer nach dem Anschauen noch mehr sehen möchte, kann übrigens The Witness anschauen. Wie schon einige Male zuvor hat Netflix gleichzeitig eine rein dokumentarische und eine gespielte Fassung eines Verbrechens produziert, damit sich das Publikum entscheiden kann, ob es lieber eine auf Informationen oder Unterhaltung ausgerichtete Fassung sehen möchte.

Credits

OT: „The Murder of Rachel Nickell“
Land: UK
Jahr: 2026
Regie: Lucy Bowden
Musik: Dan Jeffries, Andrew Skeet
Kamera: Tim Cragg

Bilder

Trailer

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fazit
„Der Mord an Rachel Nickell“ erzählt von einem grausamen Verbrechen und den anschließenden fragwürdigen Ermittlungen. Die Geschichte bietet einige interessante Diskussionsansätze, macht es sich dann aber doch zu einfach mit einer bloßen Polizeikritik.
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