First Class Netflix
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First Class – Staffel 1

First Class Netflix
„First Class – Staffel 1“ // Deutschland-Start: 23. Juni 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Netflix meint es wieder einmal besonders gut mit seinen Abonnenten. Nicht nur eine, sondern gleich zwei Reality-Shows veröffentlichte die Streamingplattform diese Woche. In Snowflake Mountain wurde ein Haufen verwöhnter junger Erwachsener in der Wildnis ausgesetzt, nachdem ihnen zunächst vorgemacht wurde, sie würden in einem 5-Sterne-Resort beherbergt und Stars einer dort spielenden Sendung werden. First Class nun wirkt, als handelte es sich dabei um besagte Serie. Hier stehen nicht zehn unbedarfte Kidults im Mittelpunkt, die sich im Vereinigten Königreich im Nationalpark Lake District zurechtfinden müssen, sondern sechs miteinander bekannte Personen in Barcelona, deren hauptberufliche Tätigkeit es zu sein scheint, mehr Geld als Verstand zu haben. Statt acht Episoden zu 30-45 Minuten gibt es hier sechs zu je 45, und das ist zumindest schon mal ein Bereich, in welchem First Class eindeutig die Nase vorn, der Zuschauer sie aber dennoch voll hat.

Sechs Folgen ohne Persönlichkeit

Wenn die Protagonisten in First Class nicht gerade eine Party feiern, planen sie eine Party oder liegen sich aufgrund irgendwelcher Nichtigkeiten gegenseitig in den Haaren. Hier zuzuschauen ist schon recht unangenehm, es hilft auch wenig, dass fast alle gezeigten Personen wie seelenlose Stahlbolzen wirken. Die Leute in Snowflake Mountain waren (zumindest anfangs) sicher nicht die sympathischsten, hatten aber wenigstens irgendeine Art von Persönlichkeit, wie aufgesetzt oder oberflächlich diese auch immer gewesen sein mochte. Aber sie waren immerhin in der Lage, eine emotionale Reaktion des Zuschauers auf sie auszulösen, obschon vielleicht nicht unbedingt die positivste.

Hier lässt einen im Grunde alles kalt. Eine der Teilnehmerinnen beschreibt sich, als sie sich in der ersten Minute der ersten Episode vorstellt, mit „I think of myself as someone who is sometimes nice and sometimes rude“ (englische Synchronfassung, natürlich wieder direkt übers spanische Original gebrabbelt). Okay cool, das trifft wortwörtlich auf 99,57% aller Menschen der Welt zu. Eine Selbstbeschreibung, welche schon direkt zu Beginn durchscheinen lässt, dass es hier nichts Interessantes zu sehen gibt, ist vielleicht nicht der beste Einstieg in eine Show, von welcher die Macher (vermutlich) hoffen, dass das Publikum sie gerne sieht. Zwar erfahren wir schon kurz darauf mehr über die dramatische Vergangenheit der Teilnehmerin, aber bereits zu diesem frühen Zeitpunkt ist es schon zu wenig und zu spät, als dass ernsthaft Empathie aufgebaut werden könnte. Zumal ihre Story auch ein wenig unglaubwürdig und mindestens überspitzt klingt.

Wer hier die vollen sechs Folgen durchhält, wird entweder fürs Anschauen bezahlt, lässt die Serie einfach als Hintergrundrauschen laufen oder hat noch nie eine Reality-Show gesehen. Es ist schwer vorstellbar, dass selbst Fans dieser Art Sendung hier wirklich etwas geboten bekommen, das sie als ihrer Zeit wert erachten. Optisch macht sie immerhin etwas her, die schönen Seiten von Barcelona sind hier schon recht ordentlich eingefangen, aber das rettet halt auch nichts mehr.

Credits

OT: „First Class“
Land: Spanien
Jahr: 2022
Regie: Marta Torné
Kamera: Emilio Guirao

Trailer

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First Class – Staffel 1
Fazit
Wer einem Haufen zu reicher Leute dabei zusehen möchte, wie sie ihre und seine Zeit verschwenden, ist mit „First Class“ geradezu erstklassig beraten. Alle anderen werden mehr Entertainment daraus ziehen, die Wand anzustarren.
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