In die Tiefe Der Mord auf dem U-Boot Into the Deep Netflix
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In die Tiefe: Der Mord auf dem U-Boot

In die Tiefe Der Mord auf dem U-Boot Into the Deep Netflix
„In die Tiefe: Der Mord auf dem U-Boot“ // Deutschland-Start: 30. November 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Die Liste an True Crime Dokus auf Netflix war zuletzt wieder massiv. Ob die schockierenden Abgründe in Die Verbrechen unserer Mutter, die teuflischen Anschläge in The Anthrax Attacks oder die eher unterhaltsam gehaltenen Promi-Raubzüge in The Real Bling Ring: Hollywood Heist, an Stoff mangelte es nicht gerade. Wer noch nicht genug hat von dieser Richtung und vielleicht mal wieder eine Alternative zu den von den USA dominierten Verbrechen haben möchte, der hat jetzt die Gelegenheit dazu. Wobei nicht wenige die Geschichte von In die Tiefe: Der Mord auf dem U-Boot bereits kennen dürften. Zum einen wurde der Dokumentarfilm bereits Anfang 2020 auf dem Sundance Film Festival gezeigt, erscheint also mit zweieinhalb Jahren Verspätung. Zum anderen war der zugrundeliegende Fall zumindest hierzulande in allen Nachrichten.

Der Psychopath hinter den Visionen

Genauer geht es um den dänischen Konstrukteur Peter Madsen, der 2017 die schwedische Journalistin Kim Wall mit auf sein selbst gebautes U-Boot nahm, sie dort ermordete und in Stücke schnitt. Schon vorher war Madsen bekannter aufgrund seiner technologischen Ambitionen und Visionen. Beispielsweise war er einer der Protagonisten in dem Dokumentarfilm Amateurs in Space, bei dem es um privat gebaute Weltraumraketen geht. Dieser Enthusiasmus und der Entdeckergeist des Dänen waren ansteckend, wie zum Teil auch in In die Tiefe: Der Mord auf dem U-Boot zu spüren ist. Er war ein Mann, dem man überall hin folgte, neugierig, was da am Ende warten würde. Nur dass dies im Fall Wall ein tödliches Ende nahm.

Tatsächlich geht es in dem Film weniger darum, wie ein großes Geheimnis gelüftet wird. Selbst wer die Geschichte damals nicht live mitbekommen hat, wird schon anhand des Titels In die Tiefe: Der Mord auf dem U-Boot wissen, worauf das alles hinausläuft. Stattdessen beleuchtet Regisseurin Emma Sullivan mit ihrem Werk, welches Monster da hinter dem freundlich-idealistischen Äußeren wartete und lauerte. Heute wissen wir das natürlich. Der Dokumentarfilm hält jedoch fest, wie die Leute damals nicht an diese Möglichkeit glauben wollten und ihnen erst nach und nach dämmerte, was geschehen ist und mit wem sie es da zu tun hatten. Befremdliche Nachrichten, welche sie beispielsweise seinerzeit erhielten und nicht ganz ernst nahmen, bekamen später eine neue, schreckliche Bedeutung.

Am Puls der Zeit

Dieser Blick in die Abgründe ist einer der Gründe, warum Fans solcher True Crime Geschichten einschalten könnten. Zwar gewinnt der Film nicht ganz die Intensität des derzeitigen Überfliegers Dahmer – Monster: Die Geschichte von Jeffrey Dahmer, der die bekannte Geschichte um den Serienmörder auf erschreckende Weise zu Leben erweckt. Grund zum Schaudern gibt es aber genug, während wir mehr über den Psychopathen erfahren. Aber auch die Entstehungsgeschichte von In die Tiefe: Der Mord auf dem U-Boot ist ein Argument, weshalb sich ein Einschalten lohnen könnte. So wurde sie, anders als viele andere in diesem Segment, nicht erst später begonnen, um von einem Fall profitieren zu können. Vielmehr entstand sie zum Teil parallel zu dem Fall und der anschließenden Gerichtsverhandlung. Das Urteil, das am Ende gefällt wurde, wurde sogar – eine Texteinblendung verrät dies – durch Material beeinflusst, welches Sullivan verwendet.

Was man jedoch nicht erwarten sollte, sind wirklich einleuchtende Gründe, warum Madsen diese Tat denn begangen hat. Diese auf den ersten Blick unüberbrückbare Diskrepanz zwischen konstruktivem Idealismus und perfidem Blutrausch kann auch In die Tiefe: Der Mord auf dem U-Boot nicht verschwinden lassen. Mehr als ein „er ist Psychopath“ springt am Ende nicht dabei heraus. Ein Publikum, das solche Geschichten aber gern konsumiert und sich von diesen schockieren lassen mag, bekommt hier jedoch schon etwas geboten. Da die Laufzeit mit anderthalb Stunden im Gegensatz zu so manch anderer Netflix True Crime Doku nicht zu lang ausfällt, lohnt sich der Film, ein entsprechendes Interesse vorausgesetzt.

Credits

OT: „Into the Deep“
Land: Dänemark
Jahr: 2022
Regie: Emma Sullivan
Musik: Dickon Hinchcliffe
Kamera: Henrik Bohn Ipsen, Cam Matheson, Lars Skree

Bilder

Trailer

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In die Tiefe: Der Mord auf dem U-Boot
fazit
„In die Tiefe: Der Mord auf dem U-Boot“ erinnert an den spektakulären Fall um den dänischen Konstrukteur Peter Madsen, der eine schwedische Journalistin auf sein U-Boot lockte, diese dort tötete und zerstückelte. Der Dokumentarfilm hat dabei prinzipiell nichts Neues zu erzählen, hinterlässt als Annäherung an einen Psychopathen aber durchaus Eindruck.
Leserwertung18 Bewertungen
4.6