Inhalt / Kritik

Willkommen bei den Louds Der Film The Loud House Netflix

„Willkommen bei den Louds: Der Film“ // Deutschland-Start: 20. August 2021 (Netflix)

Wenn es darum geht, seinen zahlreichen Schwestern zu Ruhm zu verhelfen, da macht Lincoln niemand etwas vor. Der einzige Junge der Familie Loud ist der geborene Organisator und sorgt dafür, dass alles am Schnürchen läuft. Das mit dem eigenen Ruhm klappt hingegen so gar nicht. Eigentlich wäre er ja schon froh, wenn er ein wenig Anerkennung bekommen würde und auch mal im Mittelpunkt stehen dürfte. Stattdessen schafft er es nicht einmal aufs Familienfoto. Auf der Suche nach einem Talent, das auch ihn zu etwas Besonderem macht, stellt er fest, dass seine Familie ursprünglich aus Schottland kommt. Gemeinsam treten sie daher alle die Reise nach Europa an, um die eigenen Wurzeln zu erkunden. Zu ihrer großen Überraschung erfahren sie, dass die Louds nicht nur von dort stammen, sondern auch ein riesiges Schloss besitzen. Und ausgerechnet Lincoln könnte der nächste Duke sein! Ganz so einfach ist das am Ende dann aber doch nicht, zumal die Hausverwalterin wenig begeistert ist von der Rückkehr der lautstarken Familie …

Ein Serienhit im Langformat

Man mag von Netflix ja halten, was man mag, zumindest als Animationsfan hat man ihnen doch jede Menge zu verdanken. Nicht nur dass der Streamingdienst unentwegt eigene Filme und Serien produziert. Er lizensiert auch immer wieder Titel und belebt Franchises wieder, die es ohne sie kaum geben würde. So gab es dank des Online-Anbieters vor zwei Jahren dank Rockos modernes Leben: Alles bleibt anders und Invader Zim: Enter the Florpus ein sehr spätes, aber willkommenes Wiedersehen mit zwei beliebten Serien. Bei Willkommen bei den Louds war die Wartezeit nicht ganz so lang. Tatsächlich wurde die zugrundeliegende Animationsserie bereits für eine sechste Staffel freigegeben. Während die aber noch auf sich warten lässt, gibt es mit Willkommen bei den Louds: Der Film schon einmal Nachschub.

Wie praktisch immer, wenn ein Film auf einer schon seit länger laufenden Serie basiert: Vorkenntnisse sind hier schon ratsam. Die Geschichte an sich ist zwar eigenständig und auch in sich abgeschlossen. Hinzu kommt, dass es Willkommen bei den Louds: Der Film ganz gut gelingt, im Schnellvorlauf zu Beginn des Abenteuers die Familie als Kollektiv vorzustellen. Es bleibt jedoch wenig Zeit, um die einzelnen Figuren näher kennenzulernen. Gerade bei den unzähligen Schwestern fällt auf, dass sie zwar jeweils eine Besonderheit haben – Luna macht beispielsweise Musik, Lynn ist ein Sport-Ass –, sie werden aber völlig darauf reduziert. Während die Serie da noch deutlich weitergeht und im Laufe der Staffeln Entwicklungen aufzeigen, bleibt es hier bei groben Stichwörtern.

Über die Sehnsucht nach Anerkennung

Stattdessen dreht sich alles um Lincoln und dessen Sehnsucht nach Anerkennung. Denn während der Rest immer etwas so gut kann, dass es dafür Preise gibt, ist das Organisations- und Planungstalent des Jungen etwas, das alle irgendwie für selbstverständlich nehmen. Er ist zwar von Natur aus hilfsbereit, tut das alles, weil er seinen Schwestern das Beste wünscht. Und doch nagt es eben an ihm, dass er weniger wert sein soll als die anderen. Verpackt wird das Ganze bei Willkommen bei den Louds: Der Film zunächst in absurde Szenen, die gerade bei der jüngeren Zielgruppe für Gelächter sorgen dürften. Der Film schafft es aber ganz schön, gleichzeitig schon auch emotionale Anknüpfungspunkte fürs Publikum zu schaffen. Die Sehnsucht, von anderen wahrgenommen zu werden und etwas Besonderes zu sein, die dürften die meisten kennen.

Ebenfalls geglückt ist, wie Willkommen bei den Louds: Der Film Lincoln als eine ambivalente Figur darstellt. Ist er zunächst noch der rein nette Junge, der immer nur anderen helfen möchte, zeigt er sich später von einer manipulativen Seite, die ihn weniger heldenhaft dastehen lässt. Damit verbunden wird ein Lernprozess, sowohl für ihn wie auch den Rest der Familie. Und natürlich ein gewisser Wohlfühlfaktor, wenn die Familie im Laufe ihres Schottlandaufenthalts zwangsläufig noch näher zusammenwächst. Dass Lincoln am Ende die Anerkennung bekommt, die er verdient, steht natürlich völlig außer Frage. Man wollte hiermit ja schon auch aufmuntern.

Viel Wiederholung dabei

Während das grundsätzlich alles schon sympathisch ist, wird es manchmal aber auch etwas anstrengend. Dem Namen der Louds entsprechend sind die Figuren allesamt ziemlich laut. Sie sind auch sehr hektisch: Hier wird ständig durch die Gegend gerannt, während drumherum alles im Chaos versinkt. Für die Jungen und Mädchen vor den Bildschirmen bringt das zweifelsfrei einen größeren Unterhaltungsfaktor mit sich. Aber es wiederholt sich schon einiges, man setzt immer wieder auf dieselben Gags, weshalb Willkommen bei den Louds: Der Film trotz der kurzen Laufzeit von weniger als anderthalb Stunden etwas überlang wirkt. Fans der Serie wird das eher weniger stören. Der Rest kann wegen einzelner guter Einfälle und witziger Designs reinschalten, auch wenn der Film eher wie eine verlängerte Folge wirkt als wie ein eigenständiges Werk und die gelegentlichen Musical-Nummern nicht wirklich mitreißen.

Credits

OT: „The Loud House Movie“
Land: USA
Jahr: 2021
Regie: Dave Needham
Drehbuch: Kevin Sullivan, Chris Viscardi
Musik: Philip White

Trailer

Weitere Netflix Titel

Ihr seid mit Willkommen bei den Louds: Der Film schon durch und braucht Nachschub? Dann haben wir vielleicht etwas für euch. Unten findet ihr alle Netflix-Titel, die wir auf unserer Seite besprochen haben.

D
T

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

3.9/5 - (24 votes)
Willkommen bei den Louds: Der Film
In „Willkommen bei den Louds: Der Film“ verschlägt es die beliebte Großfamilie nach Schottland, wo sie ihren eigenen Wurzeln nachgeht. Das Thema einer Sehnsucht nach Anerkennung ist schön umgesetzt, ein paar witzige Einfälle sind auch dabei. Auf Dauer wiederholt sich aber einiges zu sehr, die meisten Figuren bleiben zudem sehr an der Oberfläche.
6von 10
Leserwertung: (1 Judge)
7.3

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

Eine Antwort

Hinterlasse eine Antwort