Die Karte der Sehnsüchte El mapa de los anhelos The Map of Longing Netflix Streamen online Video on Demand
© Mónica Lek/Netflix

Die Karte der Sehnsüchte

Die Karte der Sehnsüchte El mapa de los anhelos The Map of Longing Netflix Streamen online Video on Demand
„Die Karte der Sehnsüchte“ // Deutschland-Start: 17. Juli 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Greta Álvarez (Alícia Falcó) wurde nur zu einem Zweck geboren: ihre an Leukämie erkrankte Schwester Lucy (Georgina Amorós) durch ihre eigenen Stammzellen zu retten. Davon ist sie zumindest überzeugt. Und nicht einmal das ist ihr gelungen. Seit dem Tod suchen Greta und ihre Eltern Rosi (Laia Marull) und Jacobo (Mario de la Rosa) nach einem Weg, mit ihrer Trauer umzugehen und einen Alltag neu zu gestalten, der so lange von der Krankheit definiert wurde. Da taucht auf einmal Will Tucker (Pablo Álvarez) auf, der Lucy offensichtlich kannte. Er wurde von ihr auch damit beauftragt, Greta mit einem Spiel zu beauftragen, welches sich Lucy vor ihrem Tod ausgedacht hat und ihrer Schwester dabei helfen soll, nach all den Jahren im Schatten der Sterbenden endlich einmal selbst zu leben …

Romanadaption voller Tragik

Dramatische bis tragische Geschichten muss man auf Netflix nicht lange suchen. Der Streamingdienst weiß, wie man mit den Gefühlen von Figuren und damit des Publikums gut Kasse machen kann. Kürzlich nahm dieser etwa Unsere kleine Farm ins Programm auf, eine Neuauflage des Klassikers um eine Familie, die ein neues Leben beginnen will und dabei mit vielen Hindernissen zu kämpfen hat. The Witness wiederum stellt ein Vater-Sohn-Gespann vor, welches nach dem Mord an der Mutter auseinanderzubrechen droht. Richtig heftig wird es auch bei Bis zum Ende über ein Paar und dessen unerfüllten Kinderwunsch. Mit der spanischen Serie Die Karte der Sehnsüchte kommt nun ein weiterer Titel heraus, der ganz darauf angelegt ist, die Herzen der Zuschauer und Zuschauerinnen zu berühren.

Zugrunde liegt der Serie ein Roman von Alice Kellen, der hierzulande unter dem englischen Titel The Map of Longing veröffentlicht wurde. Das klingt nach einer US-Amerikanerin oder Engländerin. Stattdessen ist sie aber Spanierin. Für die Geschichte selbst ist das unerheblich, zumal sie sehr universell ist. Einen geliebten Menschen zu verlieren, das ist eine Situation, durch die wir fast alle irgendwann einmal müssen. Und auch wenn jeder Verlust anders ist, jede zwischenmenschliche Beziehung anders, so ist das Konzept der Trauer eines, das sich leicht nachfühlen lässt. Das kommt Die Karte der Sehnsüchte auch sehr zugute, da es immer wieder Szenen gibt, die eine große Identifikationsfläche bieten. Veranschaulicht an der Protagonistin zeigt die Serie, wie es ist, ein großes Loch füllen zu müssen und keine Ahnung zu haben, wie das geht. Zeigt eine Familie, die unterschiedliche Methoden entwickelt, um mit der Situation umzugehen – mal mehr, mal weniger erfolgreich.

Zwischen universell und konstruiert

In den besten Momenten erinnert das Drama an See You When I See You, das ebenfalls von einer trauernden Familie handelt und den sehr unterschiedlichen Reaktionen. Während aber der besagte Film sich auch wirklich darauf konzentriert und keine Scheu davor hat, die hässlichen Seiten der Figuren zu enthüllen, da entfernt sich Die Karte der Sehnsüchte immer wieder vom Alltag. Zum einen ist Greta dann doch zu makellos und idealisiert, was die Serie künstlich erscheinen lässt. Vor allem aber das Szenario rund um die Aufgaben, welche die Protagonistin zu lösen hat, und die Figur des Will sorgen dafür, dass trotz des universellen Kerns vieles weit her geholt ist und das hier dann nur noch wenig mit einem Alltag um Trauer und Neustart zu tun hat.

Das Ergebnis ist etwas gemischt. So gibt es schon immer mal wieder bewegende und sehr menschliche Szenen. Aber eben auch solche, die geradezu befremdlich überkonstruiert sind. Dass Die Karte der Sehnsüchte das Szenario nutzt, um die beiden Hauptfiguren auch romantisch zusammenzuführen, mag im Hinblick auf die Zielgruppe verständlich sein – eine Liebe zwischen zwei attraktiven, jungen Menschen lässt sich immer verkaufen. Aber es hinterlässt einen unangenehmen Beigeschmack, wie der Tod der Schwester instrumentalisiert wird, um eine Liebesgeschichte zu erzwingen, die es gar nicht gebraucht hätte. Das war bei dem Film Voicemails for Isabelle kürzlich stimmiger gelöst, wo ebenfalls eine junge Frau um die tote Schwester trauert. Insgesamt überwiegt das Positive jedoch. Wer wieder auf der Suche ist nach emotionalen Stoffen, macht hier nichts verkehrt.

Credits

OT: „El mapa de los anhelos“
IT: „The Map of Longing“
Land: Spanien
Jahr: 2026
Regie: Laura M. Campos, Gemma Ferraté
Drehbuch: Isa Sánchez
Vorlage: Alice Kellen
Musik: Antonio Escobar
Kamera: Pablo Diez
Besetzung: Alícia Falcó, Pablo Álvarez, Georgina Amorós, Laia Marull, Mario de la Rosa, Ramón Barea

Bilder

Trailer

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Die Karte der Sehnsüchte
fazit
In „Die Karte der Sehnsüchte“ muss eine trauernde, junge Frau Aufgaben lösen, die ihre verstorbene Schwester hinterlassen hat. Die Romanadaption bietet immer wieder Identifikationsfläche, wenn nach Wegen aus der Trauer gesucht wird und die Protagonistin wieder leben lernen muss. Vieles ist aber konstruiert, die Sache mit der Liebesgeschichte ist komplett erzwungen.
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