Meskina Ein hoffnungsloser Fall Netflix
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Meskina – Ein hoffnungsloser Fall

Meskina Ein hoffnungsloser Fall Netflix
„Meskina – Ein hoffnungsloser Fall“ // Deutschland-Start: 4. März 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Mitte 30 Jahre ist Leyla (Maryam Hassouni) inzwischen. Doch noch immer will das mit der Liebe nicht so recht klappen. Die Ehe mit Abdelkarim (Olaf Ait Tami) ist gescheitert, nachdem der nicht seine Hände bei sich behalten konnte – von anderen Körperteilen ganz zu schweigen. Und so sitzt sie mal wieder ganz ohne Mann da. Für ihre Familie, insbesondere ihre Mutter Najat (Rachida Iaallala), ist das ein nicht zu akzeptierender Zustand, weshalb da im Hintergrund kräftig nachgeholfen wird. Irgendjemand muss sich da schließlich finden lassen, mit dem sie ausgehen kann! Tatsächlich finden sich sogar bald erste Anwärter, mit denen der hoffnungslose Fall Leyla gegen ihren Willen verkuppelt werden soll. Dabei weiß die selbst nicht so genau, was sie eigentlich mit ihrem Leben anfangen will …

Zwei Kulturen, universelle Geschichte

Sie gehören fest zum Sortiment von Netflix dazu: Liebeskomödien. Die Hochphasen hierfür sind jedes Jahr Weihnachten und der Valentinstag, wenn ganz besonders offensiv um die Aufmerksamkeit der entsprechenden Zielgruppe gebuhlt wird. Aber auch dazwischen ist immer mal wieder Zeit für ein bisschen emotionales Chaos. Mit Meskina – Ein hoffnungsloser Fall gibt es nun Nachschub für all die Romantiker und Romantikerinnen da draußen. Dafür reisen wir in die Ferne und bleiben doch ganz in der Nähe. Genauer steht im Mittelpunkt des Filmes eine marokkanische Einwandererfamilie in den Niederlanden, weshalb da zwei Kulturen aufeinandertreffen.

Eine Culture-Clash-Komödie sollte man deswegen aber nicht erwarten. Tatsächlich spielt der Gegensatz der beiden in dem Film nur eine sehr geringe Rolle. Wichtiger ist der Konflikt zwischen Leyla und ihrer Familie, die nicht tatenlos zusehen will, wie diese ihr Leben wegwirft. Dabei ist es gar nicht so, dass die Protagonistin dies selbst so empfindet. Vielmehr muss sie sich von anderen sagen lassen, wie ihr Leben auszusehen hat. Nicht einmal bei der Wahl des eigenen Partners hat sie ein Mitspracherecht. Eine solche Bevormundung kann auch Stoff für ein Drama sein. Gerade das Thema arrangierte Ehe bietet sich für dieses Genre an. Meskina – Ein hoffnungsloser Fall will das Ganze aber etwas humorvoller gestalten. Zwar spricht Leyla von einer solchen arrangierten Ehe, als sie bei einem Date sitzt. Das ist in dem Moment aber mehr Witz als harsche Unterdrückung.

Ein Leben ohne Mann

Das ist typisch für das Werk der niederländischen Regisseurin und Co-Autorin Daria Bukvic, die in ihrem Film das Heitere und das Ernste zu verbinden versucht. Das zugrundeliegende Thema ist dabei durchaus relevant. Da geht es um Erwartungen, die ein Mensch zu erfüllen hat, seien es gesellschaftliche oder familiäre. Auch die Frage, ob eine Frau einen Mann braucht, um ein erfülltes Leben erfüllen zu können, wird hier angesprochen. Das macht Meskina – Ein hoffnungsloser Fall grundsätzlich schon sympathisch. Gerade die letzten Szenen geben einem weiblichen und jüngeren Publikum einiges mit für den weiteren Weg, wenn Leyla sich erwartungsgemäß durchsetzt und mit Selbstbewusstsein verkünden darf, dass sie sich selbst genug ist.

Ansonsten ist der Film aber kaum erwähnenswert. So nett es ist, was hiermit beabsichtigt wurde, so belanglos ist der Weg dorthin. Auch wenn sich Meskina – Ein hoffnungsloser Fall gegen die Konventionen richtet, die Frauen im 21. Jahrhundert noch immer zu ertragen haben, so folgt man doch selbst den Konventionen der Liebeskomödie. Die Figuren geben ebenfalls nicht sonderlich viel her, wenn diese im besten Fall Stereotypen entsprechen, zum Teil es nicht mal dafür reicht. Nicht einmal der Humor kann da noch etwas reißen, dafür ist der einfach zu schwach. An vielen Stellen merkt man zwar, dass das jetzt irgendwie hätte witzig sein sollen. Das bedeutet aber nicht, dass es witzig ist – auch in der Hinsicht folgt die niederländische Produktion den Massen dieses Segments. Das Element der marokkanischen Kultur und das Ende geben zwar kleine Pluspunkte, aber nicht genug, um dem Film eine Empfehlung aussprechen zu müssen.

Credits

OT: „Meskina“
Land: Niederlande
Jahr: 2021
Regie: Daria Bukvic
Drehbuch: Daria Bukvic, Fadua El Akchaoui, Ernst Gonlag
Musik: Matthijs Kieboom
Kamera: Ezra Reverda
Besetzung: Maryam Hassouni, Nasrdin Dchar, Vincent Banic, Soundos El Ahmadi, Rachida Iaallala, Najib Amhali

Bilder

Trailer

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Meskina – Ein hoffnungsloser Fall
Fazit
Eine Frau, die in der Liebe immer Pech hat, soll von ihrer Familie endlich verkuppelt werden. Der Film sammelt Sympathiepunkte mit der feministischen Grundaussage. Das Szenario rund um eine marokkanische Familie in den Niederlanden ist mal was Neues. Vom Rest lässt sich das nicht behaupten: Die zahlreichen Klischees, schwachen Figuren und der noch schwächere Humor machen „Meskina – Ein hoffnungsloser Fall“ zu einer Liebeskomödie, die keiner gebraucht hat.
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