Charles Manson: Selbstporträt eines Serienmörders Conversations with a Killer: The Charles Manson Tapes Netflix
© Raquel Fernandes/Netflix

Charles Manson: Selbstporträt eines Serienmörders

Charles Manson: Selbstporträt eines Serienmörders Conversations with a Killer: The Charles Manson Tapes Netflix
„Charles Manson: Selbstporträt eines Serienmörders“ // Deutschland-Start: 12. August 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Und weiter geht es im munter-morbiden True-Crime-Zirkus von Netflix. Gerade erst hat der Streamingdienst Die Trustor-Affäre ins Programm aufgenommen, bei dem es um einen besonders dreisten Betrug rund um eine schwedische Investmentfirma ging. Davor erinnerte The Idaho Murders: Ein College-Albtraum an vier Studierende, die brutal in ihrem eigenen Zuhause ermordet wurden. Ebenso schockierend war zuvor A Toxic Love Story über eine Dreiecksbeziehung, bei der einiges nicht das ist, wonach es aussieht. Während einige dieser Titel mit ganz großen Überraschungen das Publikum zu fesseln versuchten, sollte man diese bei Charles Manson: Selbstporträt eines Serienmörders eher nicht erwarten. Schließlich dürfte es kaum einen Killer geben, der bekannter ist als dieser hier und häufiger in Filmen und Serien thematisiert wurde.

Auf den Spuren des mörderischen Sektenführers

Tatsächlich hat Netflix letztes Jahr bereits eine andere Dokumentation herausgebracht, die Charles Manson gewidmet war. Da stellt sich natürlich die Frage, warum er so bald drauf schon wieder eine Produktion zu dem Thema braucht. Immerhin: Die Schwerpunkte liegen woanders. Wo sich Chaos: Die Manson-Morde mit den zum Teil äußerst kuriosen Verschwörungstheorien befasste, die sich um den US-Amerikaner drehen, da ist Charles Manson: Selbstporträt eines Serienmörders darum bemüht, alle möglichen Fakten zusammenzutragen. Die dreiteilige Serie gehört damit zu den besseren Beispielen, die dieses Segment in der letzten Zeit hervorgebracht hat. Man verzichtet hier auf plumpe emotionale Manipulationen. Auch der Voyeurismus – eine Unart, die in diesem Bereich weit verbreitet ist – hat hier Sendepause, die Vorträge sind alle recht nüchtern.

Dafür ist die Serie in einer anderen Hinsicht etwas enttäuschend. Wer regelmäßig True-Crime-Dokus auf Netlix schaut, weiß bereits, dass das hier Teil einer fortlaufenden Reihe ist, in der jedes Mal ein anderer Killer im Mittelpunkt steht. Ted Bundy: Selbstporträt eines Serienmörders (2019), John Wayne Gacy: Selbstporträt eines Serienmörders (2022), Jeffrey Dahmer: Selbstporträt eines Serienmörders (2022) und Son of Sam: Selbstporträt eines Serienmörders (2025) gab es da in den letzten Jahren, die Liste wird länger und länger. Eine Besonderheit dieser Dokus ist, wie der Titel bereits vorwegnimmt, dass diese Killer alle selbst zu Wort kommen. Genauer wurden alte Bänder ausgegraben, die abgespielt werden und dem Publikum so die Gelegenheit geben, diese Menschen noch näher kennenzulernen. Bei Charles Manson: Selbstporträt eines Serienmörders sind diese Bänder aber so sparsam, dass das eigentlich schon als Betrug durchgeht.

Guter, umfassender Einblick

Zu erzählen hat Regisseur Joe Berlinger, sicher einer der produktivsten im True-Crime-Segment, dennoch jede Menge. So finden sich unter den zahlreichen Interviews, die hierfür geführt wurden, auch solche mit den Anhängerinnen des mörderischen Gurus. Diese können natürlich einen intimeren Blick auf die damalige Zeit werfen als die Expertenstimmen von Außenstehenden. Beispielsweise erfahren wir, dass Manson wohl deutlich mehr Angst hatte, als man das angesichts von dessen Image hätten erwarten können. Wie so oft sieht es hinter der Fassade etwas anders aus. Charles Manson: Selbstporträt eines Serienmörders ist dabei um Vielfalt bemüht, die Kombination der sehr unterschiedlichen Leute hilft dabei, ein komplexeres Bild zu entwerfen.

Zu den Morden selbst lernt man dabei eher wenig Neues. Man merkt da schon, dass das Thema einfach von so vielen abgegrast und besprochen wurde, da bleibt nicht mehr viel übrig als Eigenarbeit. Mit dieser Erwartung sollte man besser gar nicht erst einschalten. Als Rundumschlag ist Charles Manson: Selbstporträt eines Serienmörders aber tatsächlich sehenswert. Die verschiedenen Blickwinkel sind gut gewählt, man bekommt inhaltlich auch mehr geboten, als es oft der Fall ist. Wer sich noch nicht wirklich hier auskennt, vielleicht nur vom Namen nach mit dem Mörder vertraut ist, findet einen guten Überblick in die Geschichte.

Credits

OT: „Conversations with a Killer: The Charles Manson Tapes“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Joe Berlinger
Musik: Justin Melland
Kamera: Jeff Hutchens

Bilder

Trailer

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Charles Manson: Selbstporträt eines Serienmörders
fazit
„Charles Manson: Selbstporträt eines Serienmörders“ ist dem gleichnamigen Sektenführer gewidmet, der für zahlreiche Morde verantwortlich ist. Zwar hat die Dokumentation nicht viel Neues zu bieten. Aber sie gibt doch einen umfassenden Einblick und wirft auch einen Blick hinter die Fassade.
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