
Früher arbeitete Cole Reed (Jason Statham) als Polizist. Inzwischen ist er jedoch als Sicherheitschef für den Reeder Tibu Campallo (Ramon Tikaram) tätig, dem er vor einigen Jahren das Leben gerettet hat. Seitdem ist Reed wie ein Familienmitglied. Doch auch seine großen Erfahrungen können nicht verhindern, dass die beiden in einen Hinterhalt geraten, bei dem die Polizei Bangkoks offensichtlich beteiligt war. Campallo wird dabei getötet, Reed anschließend als Täter gejagt. Untertauchen kommt für ihn aber nicht in Frage. Stattdessen folgt er einer Spur auf das Frachtschiff Artemis von Kapitän Marko Madsen (Roland Møller), das gerade in See sticht. Dort kreuzen sich seine Wege später mit dem der Schiffsoffizierin Angie Ellis (Annabelle Wallis), die kurzfristig einen Kollegen ersetzen soll. Und beide stellen dabei fest, dass etwas mit dem Schiff nicht stimmt …
Business as usual
Und welchen Job übernimmt Jason Statham heute? In den letzten Jahren spielte er in The Beekeeper einen früheren Auftragsmörder, der nun Bienen züchtet. In A Working Man war er als ehemaliger Marine zu sehen, der jetzt auf dem Bau tätig war. In Shelter mimte er erneut einen ehemaligen Auftragsmörder, diesmal zog er sich auf eine einsame Insel zurück. Nun also Mutiny. Erneut übernimmt er die Rolle eines Ex-Kämpfers, der ein neues Leben angefangen hat, bevor er wieder in eine Geschichte hineingezogen wird. Diesmal ist der frühere Job der eines Polizisten. Auf die Handlung hat das keinen Einfluss, das hier ist der vierte Film in Folge, in dem der britische Darsteller nach demselben Muster agiert. Ein Mann mit kämpferischer Vergangenheit hat sich zur Ruhe gesetzt und muss dann doch gegen Verbrecher kämpfen.
Und auch sonst gibt es diverse inhaltliche Déjà-vus. So spielt wie in The Beekeeper Rache eine große Rolle. Es geht nicht allein darum, ein Verbrechen aufzuklären und für Gerechtigkeit zu sorgen. Es müssen auch alle sterben, die daran beteiligt waren oder zur falschen Zeit am falschen Ort sind. Wie bei A Working Man stellt sich bald heraus, dass wir es mit Menschenhändlern zu tun haben. Mit Shelter teilt der Film das Motiv der Ersatzfamilie. Originell waren die vorangegangenen Filme auch schon nicht, in der Wiederholung wird es nicht besser. Aber für die Geschichte schaut sich niemand Streifen mit Statham an. Wer mit irgendeinem inhaltlichen Anspruch an Mutiny herangeht, hat von vornherein verloren. Der Inhalt schwankt zwischen langweilig und richtig doof.
Gute Kampfszenen
Bei der Umsetzung sieht es dafür besser aus. Wenn Regisseur Jean-François Richet (Plane, Vidocq – Herrscher der Unterwelt) seinen Protagonisten in den Kampf schickt, geht es ordentlich zur Sache. Für Unterhaltung sorgt dabei auch die Wahl der Waffen. Zwar wird zwischendurch auch viel geschossen, da gefühlt jedes Besatzungsmitglied eine Pistole oder ein Gewehr mit sich führt. Aber es dürfen auch andere Waffen verwendet werden, was man eben so auf einem Schiff findet. Mutiny wird dabei überraschend brutal. Da geht es nicht nur darum, den anderen auszuschalten. Es darf und soll zudem richtig wehtun. Reed selbst kommt dabei aber natürlich glimpflich davon. Wie so oft im Actiongenre besteht die Fähigkeit der Gegenseite primär darin, böse zu schauen. Beim Kämpfen sind sie nicht ganz so toll.
Darüber kann man sich natürlich lustig machen – wie über viele andere Punkte auch. Anderes ist eher befremdlich. Mal wieder wird Gewalt glorifiziert, werden Rache und Selbstjustiz durchgewunken. Alles nicht so schlimm, der Zweck heiligt die Mittel. Gerade zum Ende hin wird nicht einmal so getan, als bräuchte es Gesetze. Es gilt nur noch das Recht des Stärkeren. Wer seinen Kopf völlig abschalten kann und nicht über das Gezeigte nachdenkt, kann mit Mutiny aber schon seinen Spaß haben. Statham kann selbst mit Ende 50 noch gut kämpfen, das Setting ist reizvoll. Auch inszenatorisch ist das besser, als man es von vielen Actionfilmen gewohnt ist. Insofern kann man sich das schon anschauen, der Film ist zumindest sehenswerter als so manch anderes Werk mit dem Briten.
OT: „Mutiny“
Land: UK, USA
Jahr: 2026
Regie: Jean-François Richet
Drehbuch: Lindsay Michel, J. P. Davis
Musik: Marcus Trumpp
Kamera: Brendan Galvin
Besetzung: Jason Statham, Annabelle Wallis, Roland Møller, Adrian Lester, Arnas Fedaravicius, Chaneil Kular, Simon Kluth
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