Death of the Pastor’s Wife: Was geschah mit Mica? Netflix
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Death of the Pastor’s Wife: Was geschah mit Mica?

Death of the Pastor’s Wife: Was geschah mit Mica? Netflix
„Death of the Pastor’s Wife: Was geschah mit Mica?“ // Deutschland-Start: 26. August 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Bei Netflix haben Verbrechen bekanntlich immer Hochkonjunktur. Da vergeht kaum eine Woche, in der nicht irgendeine Dokumentation zu irgendeinem realen Fall veröffentlicht wird. Zuletzt war da der thailändische Beitrag Der Fall Chompoo: Vermisst und Vergessen über ein Mädchen, dessen Leiche in einem Wald gefunden wird. Charles Manson: Selbstporträt eines Serienmörders wiederum war, der Titel verrät es bereits, dem bekannten Sektenführer gewidmet. Dass es auch andere Verbrechen außer Mord gibt, daran erinnerte Die Trustor-Affäre, das sich mit einem Finanzierungsbetrug in Schweden befasste. Jetzt gibt es für Fans wieder Nachschub, mit Death of the Pastor’s Wife: Was geschah mit Mica? kommt eine Serie, die sich mit einer ebenso tragischen wie rätselhaften Geschichte befasst.

Verheiratet mit einem Frauenfeind

Diese beginnt gleich mit einem Schock: Man hört die Stimme einer Frau, die den Notruf anruft, um von ihrem baldigen Suizid zu berichten. Sie wolle, dass ihre Familie anschließend ihre Leiche findet. Was ein grausamer Spaßanruf hätte sein können, stellt sich als schreckliche Wahrheit heraus. Bei der Frau handelt es sich um Mica Miller, im April 2024 nahm sie sich in einem Park in North Carolina das Leben. Oder vielleicht doch nicht? Zum Ende hin sät Death of the Pastor’s Wife: Was geschah mit Mica? Zweifel, dass das wirklich vorgefallen ist. Mal werden die Patronen herangezogen, mal der Fundort, der zu weit entfernt von den Patronen sein soll. Vielleicht wurde sie ja doch ermordet, so wird zumindest impliziert. Aber das wirkt ziemlich konstruiert, wohl auch um irgendwie als True Crime verkauft werden zu können.

Das eigentliche Thema ist dabei ein anderes. Wie der Titel bereits vorwegnimmt, war die Tote mit einem Geistlichen verheiratet. Wobei John-Paul Miller, so der Name des Pastors, nicht unbedingt dem Bild eines gewöhnlichen Geistlichen entspricht. Zumindest den Predigten zufolge, die immer wieder in Death of the Pastor’s Wife: Was geschah mit Mica? gezeigt werden, hat er eine sehr befremdliche Vorstellung davon, wie das Verhältnis von Mann und Frau zu sein hat. Die Aufgabe der Frau ist es seiner Meinung nach, die sexuellen Bedürfnisse des Mannes zu befriedigen. Tut sie das nicht, ist sie selbst schuld, wenn er sich eine andere sucht. John-Paul selbst hatte auch eine Affäre mit Mica, während er noch verheiratet war. Später ließ er sich scheiden, um die deutlich jüngere Mica zu heiraten. Inzwischen ist er wieder verheiratet, sehr lange trauerte er um Mica also nicht.

Vor allem tragisch

Doch es ist das eine, Frauen als austauschbare Ware anzusehen und in ihnen keinen individuellen Wert zu sehen. Etwas ganz anderes ist, wenn diese Frauen unterdrückt werden. Und auch das ist der Fall, wenn man nach Death of the Pastor’s Wife: Was geschah mit Mica? geht. Die dreiteilige Dokuserie enthält zahlreiche Interviews mit Angehörigen, die ihre Sicht der Dinge schildern. Und die ist eindeutig. John-Paul ist manipulativ, herablassend, geradezu grausam. Und Mica, die vorher Teil seiner Gemeinde war, bevor sie mit ihm zusammenkam, war zu labil und zu schwach, um sich gegen ihn wehren zu können. Ihr Suizid war schon das Ergebnis ihrer psychischen Erkrankung. Aber sie war auch das Ergebnis der Misshandlung durch ihren Mann.

Man kann sich darüber streiten, ob das dann noch als True Crime durchgeht, so ganz werden die Erwartungen da nicht erfüllt. Denn eigentlich geht es hier um Geschlechterbilder, um toxische Männlichkeit, aber auch die Rolle, die Religion dabei spielen kann. Der Versuch, die Geschichte in eine kriminelle Hinsicht zu biegen, ist ein wenig geschmacklos. Kann man darüber hinwegsehen, ist Death of the Pastor’s Wife: Was geschah mit Mica? aber durchaus eine sehenswerte Dokumentation geworden, die auch nicht so voyeuristisch wird, wie man das in diesem Segment oft zu sehen bekommt. Es ist vor allem eine sehr tragische, wenn hier ein Mensch unnötig sein Leben verloren hat und niemand diesem helfen konnte – oder wollte.

Credits

OT: „Death of the Pastor’s Wife“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Michael Gasparro, Julia Willoughby Nason
Musik: Joni Amelia Fuller
Kamera: Brandon Riley

Bilder

Trailer

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Death of the Pastor’s Wife: Was geschah mit Mica?
fazit
„Death of the Pastor’s Wife: Was geschah mit Mica?“ erzählt von einer Frau, die sich das Leben genommen hat, und der toxischen Beziehung zu ihrem Mann. Das ist dann vielleicht nicht wirklich True Crime, obwohl das in diese Richtung gebogen werden soll, für sich genommen aber sehenswert und sehr tragisch.
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