Hühnerhase und der Hamster der Finsternis Chickenhare and the Hamster of Darkness Netflix
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Hühnerhase und der Hamster der Finsternis

Hühnerhase und der Hamster der Finsternis Chickenhare and the Hamster of Darkness Netflix
„Hühnerhase und der Hamster der Finsternis“ // Deutschland-Start: 10. Juni 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Für Hühnerhase stand schon früh fest, dass er einmal ein Abenteurer werden will, wie sein Adoptiv-Vater Peter vor ihm. Früher reiste dieser durch die Welt zusammen mit seinem Bruder Lapin. Inzwischen hat er sich von diesem gefährlichen Leben jedoch zurückgezogen, als König hat er ohnehin anderes zu tun. Dummerweise schlägt der Versuch des Nachwuchses, bei der Abenteuergesellschaft aufgenommen werden, jedoch fehl. Da ein zweiter Anlauf ausgeschlossen ist, macht sich der Junge, der eine Mischung aus Huhn und Hase ist, gemeinsam mit seinem treuen Schildkrötendiener Abe auf den Weg, den Hamster der Finsternis zu finden. Schon sein Vater und sein Onkel hatten diesen legendären Schatz gesucht, waren an dieser Aufgabe aber gescheitert. Sollte Hühnerhase das gelingen, was andere vor ihm nicht schafften, würde er endlich die Anerkennung bekommen, nach der er sich sehnt …

Die späte Suche nach Akzeptanz

Es gibt manchmal Titel, die irgendwie so schräg ist, dass sie allein bereits Neugierde wecken, sich den entsprechenden Film anzuschauen. So auch bei dem neuen Netflix-Film Hühnerhase und der Hamster der Finsternis. Was soll denn bitteschön ein Hühnerhase sein? Außerdem würden wohl die wenigsten ein so possierliches Tier wie einen Hamster mit dem Wort Finsternis in Verbindung bringen. Aber dieses leicht Schräge macht den Charme des Animationsabenteuers aus. Zudem handelt die Geschichte zu einem bedeutenden Teil explizit davon, wie etwas nicht passt und doch gut sein kann. Die Suche nach dem Schatz ist gleichzeitig auch eine Suche nach sich selbst und die Suche nach Akzeptanz durch andere.

Erfunden hat dieses etwas andere Tierwesen Chris Grine. Sonderlich erfolgreich war der US-amerikanische Comic-Autor damit aber nicht. Gerade einmal zwei Bände erschienen zwischen 2006 und 2008, danach wurde die Reihe schon wieder eingestellt. Anschließend versuchte Grine, durch eine Eigenveröffentlichung die Geschichten um Hühnerhase und Abe fortzuführen, scheiterte aber auch damit. Hierzulande sind die Comics sowieso nie erschienen. Dafür wurde relativ bald nach der Einstellung bekannt, dass Sony Interesse an einer Adaption hätte. An dieser wurde eine Zeit lang gearbeitet, 2016 war aber auch dieses Projekt zu den Akten gelegt. Und so war es schon ein wenig überraschend, als vergangenes Jahr bekannt wurde, dass die Arbeiten wiederaufgenommen wurden. Nun liegt das Ergebnis vor und trägt bei uns den besagten Titel Hühnerhase und der Hamster der Finsternis.

Solide Umsetzung eines Animationsroutiniers

Verantwortlich für die Umsetzung ist der belgische Regisseur Ben Stassen, der zuvor unter anderem die Animationsfilme Bigfoot Junior und Royal Corgi – Der Liebling der Queen inszenierte. Wer diese kennt, hat deshalb schon eine recht gute Vorstellung davon, wie diese Adaption ausgefallen ist. Tatsächlich entspricht Hühnerhase und der Hamster der Finsternis dann auch ziemlich genau diesen Erwartungen. Gemeinsam mit Benjamin Mousquet hat er einen typischen CGI-Animationsfilm kreiert, der sich an eine jüngere Zielgruppe richtet. Das bedeutet flotte, humorvolle Sprüche, reichlich Action und klar gezeichnete gut-böse-Gegenüberstellungen. Am Ende des ganzen Trubels steht der Sieg des Helden, der dabei auch noch das eine oder andere gelernt hat – das Publikum gleich mit.

Die Aussage rund um Selbstakzeptanz ist natürlich sympathisch und wichtig. Hühnerhase und der Hamster der Finsternis will den jungen Zuschauern und Zuschauerinnen mit auf den Lebensweg geben, dass es nicht verkehrt sein muss, anders zu sein. Umgesetzt wurde das jedoch leider als eher generischer Film, der nicht so eigenständig ist, wie er es von anderen einfordert. Trotzdem, nett ist das Animationsabenteuer. Die Bilder sind sauber und unerwartet hochwertig, ein deutlicher Fortschritt zu früheren Filmen von Stassens Animationsstudio nWave Pictures. Ein paar amüsante Anspielungen an Indiana Jones und Konsorten runden das Vergnügen ab. Der Film mag nicht so außergewöhnlich sein, wie es der Titel versprach – von ein paar skurrilen Ideen mal abgesehen. Aber er ist unterhaltsam genug, dass weitere Teile durchaus ein Option wären.

Credits

OT: „Chickenhare and the Hamster of Darkness“
Land: Frankreich, Belgien
Jahr: 2022
Regie: Ben Stassen, Benjamin Mousquet
Drehbuch: Andreas Bradler, Karsten Rüter
Vorlage: Chris Grine
Musik: Puggy
Animation: nWave Pictures

Bilder

Trailer

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Hühnerhase und der Hamster der Finsternis
Fazit
„Hühnerhase und der Hamster der Finsternis“ ist ein nettes Animationsabenteuer, basierend auf der frühzeitig eingestellten Comic-Reihe. Der Einsatz für Akzeptanz von Andersartigkeit ist sympathisch, auch wenn der Film selbst trotz manch skurriler Einfälle etwas gewöhnlich ist. Dafür gibt es hübsche Bilder.
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