Testament Die Geschichte von Moses Testament: The Story of Moses Netflix Streamen online
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Testament: Die Geschichte von Moses

Testament Die Geschichte von Moses Testament: The Story of Moses Netflix Streamen online
„Testament: Die Geschichte von Moses“ // Deutschland-Start: 27. März 2024 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Bei Netflix hat man offensichtlich Gefallen daran gefunden, historische Figuren wiederaufleben zu lassen in einem Mix aus Dokumentation und gespielten Szenen. Das kann am Ende durchaus kontrovers sein. Letztes Jahr sorgte der Streamingdienst mit Queen Cleopatra für Empörung, als die ägyptische Monarchin von einer dunkelhäutigen Schauspielerin verkörpert wurde. Auch mit Alexander der Große: Wie er ein Gott wurde stieß man nicht nur auf Begeisterung, wie immer, wenn nationale Ikonen neu interpretiert werden. Insofern ist es mutig, wenn mit Testament: Die Geschichte von Moses eine weitere Serie dieser Machart angeboten wird. Denn hier geht es um eine religiöse Ikone, was noch heftigere Reaktionen hervorrufen kann.

Auf der Suche nach der Wahrheit

Andererseits hat das Thema einen Vorteil: Anders als Cleopatra und Alexander ist Moses keine wirkliche historische Figur mit einer richtigen Biografie. Bis heute weiß man nicht, ob es diesen Mann gab und wenn ja wer er gewesen ist. Stattdessen werden eben die religiösen Schriften als Vorlage genommen. Wobei man sich auch dabei diverse Freiheiten herausgenommen hat. Im Gegensatz etwa zu Die Bibel etwa, welches in den 1960ern versuchte, die Texte möglichst originalgetreu umzusetzen, wurde bei Testament: Die Geschichte von Moses ein wenig umgeschrieben. Schließlich geht es hier nicht darum, eine exakte Rekonstruktion der Vorlage anzubieten. Das Publikum soll in erster Linie unterhalten werden.

Zu dem Zweck gibt es daher auch die nachgespielten Szenen. In Dokumentationen ist das keine Seltenheit, zumindest bei historischen Stoffen, wo es keine Originalaufnahmen gibt, nimmt man zur Veranschaulichung eben Schauspieler und Schauspielerinnen. Meistens wird das aber nur für ausgewählte Szenen genommen. Bei Testament: Die Geschichte von Moses ist das Verhältnis umgekehrt. Hier dominieren eindeutig die gespielten Szenen, die tatsächlich dokumentarischen Passagen sind in der Minderheit. Sie sind oft auch ein bisschen banal, haben dem Gezeigten nicht richtig viel hinzuzufügen. Tatsächlich kann man sich darüber streiten, ob es nicht besser gewesen, ganz auf die Interviews mit irgendwelchen mutmaßlichen Expertenstimmen zu verzichten. Es ist schon sehr auffällig, wie versucht wird, durch diese Aussagen der Serie einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben.

Nichts Halbes und nichts Ganzes

Das soll aber nicht heißen, dass da nichts Interessantes dabei wäre. Beispielsweise wird zwischendurch versucht, die Figur Moses aus der Perspektive der verschiedenen Religionen zu beleuchten. Denn auch wenn man den Propheten vielleicht am meisten mit der Bibel in Verbindung bringen wird, wo Teile des Alten Testaments nach ihm benannt sind, spielt er doch auch in den anderen Religionen eine große Rolle. Nur hätte man das dann eben auch konsequent verfolgen müssen, anstatt das nur manchmal aufzugreifen. Testament: Die Geschichte von Moses. Auch an anderen Stellen mangelt es an Konsequenz, wenn man mal versuchte, die Zeit von damals nachzustellen, mal aber auch dem heutigen Publikum zuliebe alles leicht verdaulich zu machen.

Nervig ist dabei vor allem, dass mal wieder alles ganz dick aufgetragen werden musste. Da gibt es eine wahnsinnig aufdringliche Musik, das Ensemble neigt zum Overacting. Die Geschichte soll ganz bombastisch und bewegend sein, koste es, was es wolle. Damit ist Testament: Die Geschichte von Moses natürlich nicht allein. Es gibt viele solche pseudodokumentarischen Produktionen, die in erster Linie ein Spektakel veranstalten wollen, ohne aber die Mittel zu haben, die bei tatsächlichen Monumentalfilmen angewandt wurden. Das Ergebnis ist irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes. Wer jedoch eine religiöse Geschichtsstunde will, die sich nicht wie eine anfühlen soll, kann es hiermit versuchen.

Credits

OT: „Testament: The Story of Moses“
Land: USA
Jahr: 2024
Regie: Benjamin Ross
Drehbuch: Benjamin Ross, Kieron Quirke
Musik: Deniz Cuylan
Kamera: David McFarland
Besetzung: Avi Azulay, Mehmet Kurtuluş, Dominique Tipper, Ishai Golan, Reymonde Amsellem Nidam, Tülay Günal Göncü

Bilder

Trailer

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Testament: Die Geschichte von Moses
fazit
Wie diverse andere Netflix-Produktionen zu historischen Themen besteht auch „Testament: Die Geschichte von Moses“ überwiegend aus gespielten Szenen, die durch eingestreute Interviews wissenschaftlicher aussehen sollen. Das ist als Minispektakel und Einführung einen Blick wert, sofern man eben keine richtige Geschichtsstunde erwartet.
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