Instant Dream Home Netflix
© Richard Ducree/Netflix

Instant Dream Home – Staffel 1

Instant Dream Home Netflix
„Instant Dream Home – Staffel 1“ // Deutschland-Start: 10. August 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Wer morgens sein Haus verlässt, tut das in aller Regel in der Erwartung, es abends unverändert wieder vorzufinden. Das ist aus logisch-philosophischer Sicht zwar eine nicht unproblematische Annahme, insbesondere wenn sie darauf fußt, dass es bisher immer so war. Aber wir leben ja in der realen Welt und dürfen uns daher den Alltag mit induktiven Schlüssen automatisieren, um den Kopf für Wichtigeres freizuhaben – zum Beispiel Netflix zu schauen oder interessante Kritiken im Internet zu lesen. In den meisten Fällen wird die Erwartung schließlich auch erfüllt, es sei denn natürlich, jemand aus dem Bekanntenkreis der betreffenden Person hat die verantwortlichen Produzenten von Instant Dream Home kontaktiert.

Zwölf Stunden für den Umbau

So genannte Home Makeover-Shows erfreuen sich immer noch einer gewissen Beliebtheit; vielleicht weil die anvisierte Zielgruppe häufig einfach nur konsumiert und sich nicht groß für das Drumherum interessiert. Die Berichte von ehemaligen Teilnehmern darüber, was auf dem Bildschirm gezeigt wurde und was wirklich ablief, und wie oft die vorgenommenen Änderungen hinterher für mehr Ärger als Freude sorgten, sind Legion. Nachdem es in How to Build a Sex Room nur um die Einrichtung eines einzigen Raumes ging, nimmt sich die Crew in Instant Dream Home gleich das ganze Haus vor. Der Clou: Die Besitzer wissen nichts von ihrem Glück, bis sie abends nach ihrer Rückkehr vor vollendeten Tatsachen stehen. Gerade einmal zwölf Stunden haben die Designer und Handwerker für die Renovierungen zur Verfügung. Wer glaubt, dass die Um- beziehungsweise Neubauten wirklich innerhalb dieses Zeitrahmens stattgefunden haben und es nicht einfach nur ein Marketinggimmick ist, hat in entscheidenden Schlüsselmomenten wohl nicht so genau hingeschaut oder zugehört, aber das ist letzten Endes auch egal. Es ist ja immerhin ein recht nettes Narrativ.

Um das Ganze glaubwürdiger zu gestalten, sind die einzelnen Episoden – acht an der Zahl, zu je etwa einer Dreiviertelstunde – ein wenig wie ein Heistmovie aufgezogen. Als Host – hier Team Leader genannt – fungiert Danielle Brooks, die wohl am besten für ihre Rolle in der Hit-Serie Orange is the New Black beziehungsweise Peacemaker bekannt ist. Sie hat sichtlich Spaß an ihrer Aufgabe, strahlt jede Menge Energie aus und ist mit vollem Elan dabei – wenn’s nicht gerade darum geht, selbst anzupacken. Das wird nicht jedem gefallen, kann für andere aber dennoch ein Grund sein, der Show eine Weile lang treu zu bleiben. Leider überschattet sie durch ihr enthusiastisches Auftreten die auch so schon etwas zu farblosen restlichen Crewmitglieder. Teilweise Monate vor dem „Zugriff“ planen die Masterminds ihren Coup in ihrem geheimen Hideout, aber das alles wirkt eher halbherzig. Nicht inhaltlich, die Leute scheinen schon zu wissen, was sie da tun. Inszenatorisch hätte die Sache aber deutlich besser und spannender aufgezogen werden können. Stattdessen sind die Meetings viel zu leger und dadurch auch ein wenig langweilig.

Pannen nach Plan

Im Zuge dieser Vorbereitungen kann es auch schon einmal vorkommen, dass eine Küche oder ein Badezimmer vorgebaut werden, welche am fraglichen Tage dann nur noch zum Zielort transportiert und dort installiert werden müssen, um das offizielle Zeitlimit einhalten zu können. Da die Macher wohl selbst merkten, dass es der Show ein wenig an Spannung fehlt, scheinen gezielt ein paar Pannen eingebaut worden zu sein. Wenn in der ersten Folge etwas kaputtgeht, kann das ja tatsächlich noch wie portraitiert auf einen simplen Transportfehler zurückgeführt werden. Wenn sich in der zweiten Folge jedoch etwas Ähnliches ereignet, bleibt kaum eine andere Erklärung, als dass es bewusst inszeniert war – die Alternative wäre, dass diese Leute sich mit einer wirklich unglaublichen Inkompetenz auszeichnen, und das eigene Haus in Händen solcher Pfuscher zu wissen, wäre ein ziemlich beängstigender Gedanke.

Credits

OT: „Instant Dream Home“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Anthony B. Sacco
Musik: James Newton Howard
Kamera: Meagan Stockemer
Mitwirkende: Danielle Brooks, Adair Curtis, Erik Curtis, Nick Cutsumpas, Paige Mobley

Bilder

Trailer

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Instant Dream Home – Staffel 1
Fazit
„Instant Dream Home“ versucht dem Home-Makeover-Genre eine neue Wendung zu geben und die Umbauten als zeitlimitierten Heist zu inszenieren, scheint seiner eigenen Idee dafür aber nicht genug zu vertrauen und zieht sie bestenfalls halbherzig durch. Da hilft auch eine enthusiastische Danielle Brooks nur bedingt.
Leserwertung150 Bewertungen
4.8