Kübra Netflix Streamen online
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Kübra – Staffel 1

Kübra Netflix Streamen online
„Kübra“ // Deutschland-Start: 18. Januar 2024 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Zwar liegt seine Zeit als Soldat schon eine Weile zurück. Doch noch immer hat Gökhan Ahinolu (Cagatay Ulusoy) unter einem erlittenen Trauma zu leiden. Etwas mühselig schlägt er sich durchs Leben, sein großer Lichtblick ist Merve (Aslıhan Malbora), die er unbedingt heiraten möchte. Seine Pläne werden jedoch kräftig durcheinandergeworfen, als er über sein Handy Nachrichten von einer unbekannten Person namens Kübra erhält. Zunächst schenkt er diesen wenig Beachtung. Mit der Zeit erkennt er jedoch deren Bedeutung und ihre prophetischen, warnenden Inhalte, schenkt diesen Glauben. Und noch ein anderer Glauben wächst in ihm: Dass hinter dem Pseudonym in Wirklichkeit Allah steckt und dieser ihn als Sprachrohr auserwählt hat …

Gott ist überall

Und weiter geht es auf Netflix mit den türkischen Produktionen. In den letzten Jahren hat sich der Streamingdienst als eine der wichtigsten hiesigen Plattformen für solche Titel entwickelt, die Auswahl ist groß und abwechslungsreich. So gab es in den letzten Monaten etwa das Liebesdrama Letzter Aufruf für Istanbul um eine Zufallsbekanntschaft und schwierige Gefühle. Die Serie Die Kreatur wiederum erzählte von zwei Männern, die den Tod überwinden wollen. Und dann war da noch die Komödie Do Not Disturb, die von seltsamen Vorkommnissen in einem Hotel berichtete. Nun kommt eine weitere Serie mit einer interessanten Prämisse, wenn in Kübra das Menschliche, das Göttliche und das Technologische zusammenkommen.

Das Szenario ist dabei ebenso kurios wie naheliegend. In einer Welt, in der wir alle von Technologien abhängig geworden sind und Smartphones zu ständigen Begleitern geworden sind, verwundert es nicht weiter, dass sich auch Gott eines zugelegt haben könnte. Vor bald 30 Jahren sang Joan Osborne in One Of Us, wie dieser allenfalls vom Papst einen Anruf erhält. In Kübra greift er nun selbst zum Gerät und verschickt Nachrichten. Oder vielleicht auch nicht? So absurd die Idee natürlich ist, ganz sicher kann man sich nicht sein. Die Serie will sich da gar nicht festlegen und hält das in der Schwebe. Schließlich geht es auch gar nicht primär darum. Es handelt sich hier um keinen Mysterythriller, bei der es darum geht, die Wahrheit herauszufinden. Das ist irgendwann fast nebensächlich.

Interessant, aber mit deutlichen Längen

Stärker interessiert sich die Serie, die auf einem Roman von Afşin Kum (Hot Skull) basiert, für die Menschen. Was macht es mit einem, wenn man sich dazu berufen fühlt, Sprachrohr Gottes zu sein? Und was macht es mit den Menschen, wenn so jemand unter ihnen wandelt? Messiah ging vor einigen Jahren in eine ähnliche Richtung. Dort ging es um die Reaktion der Menschheit, wenn auf einmal der Messias auftauchen könnte. Klar, von der Möglichkeit wird in Religionen oft gesprochen. Aber es ist dann doch noch mal etwa anderes, wenn das Hypothetische Realität wird – oder zumindest die Möglichkeit besteht, dass es Realität wird. Als Thema ist das grundsätzlich spannend. So ganz gelingt es aber nicht bei Kübra, daraus auch wirklich etwas zu machen. Vieles bleibt dann doch an der Oberfläche oder begnügt sich mit üblichen Klischees.

Damit einher geht ein Problem, das viele Netflix-Serien plagt: Das ist hier einfach alles zu lang. Die acht Folgen sind schon recht großzügig dimensioniert, bei dem Versuch, möglichst vieles irgendwie anzusprechen, kommt die Geschichte zu wenig vom Fleck. Später nimmt die Intensität dann zwar zu, wenn die ruhigen Überlegungen einem gewaltsamen Ausbruch Platz machen und die Menschen an der Wahrheit drehen. An diesen Stellen verdient sich Kübra auch die Einteilung ins Thrillergenre. Aber das kann nicht die anderen vergessen machen, die eher einschläfernd sind. So interessant das Szenario ist, insgesamt ist das dann in der Summe doch nicht mehr als Mittelmaß. Vergleichbar zu diversen anderen türkischen Importen des Anbieters klingt das im Vorfeld besser, als es am Ende ist.

Credits

OT: „Kübra“
Land: Türkei
Jahr: 2024
Regie: Durul Taylan, Yagmur Taylan
Drehbuch: Rana Mamatlioglu, Bekir Baran Sitki, Murat Uyurkulak
Vorlage: Afşin Kum
Musik: Hedonutopia
Kamera: Firar Güney Kayran
Besetzung: Çağatay Ulusoy, Aslıhan Malbora, Ahsen Eroğlu, Nazan Kesal, Aytek Şayan, Cihan Talay, Ahmet Mümtaz Taylan

Bilder

Trailer

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Kübra – Staffel 1
fazit
Stell dir vor, du würdest persönliche Nachrichten von Gott aufs Handy bekommen. Das Szenario von „Kübra“ ist interessant, wenn es um die Auswirkungen auf die Menschen geht. Richtig spannend ist die Romanadaption dann aber doch nicht, da die Geschichte oft zu wenig vorankommt und nicht so sehr in die Tiefe geht.
Leserwertung25 Bewertungen
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5
von 10