UFO Unidentified Forgotten Object Netflix
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UFO – Unidentified Forgotten Object

UFO Unidentified Forgotten Object Netflix
„UFO – Unidentified Forgotten Object“ // Deutschland-Start: 25. Februar 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Im Leben von Deniz (Ipek Filiz Yazici) mangelt es an nichts. Außer ein bisschen Verständnis vielleicht. So haben ihre vermögenden Eltern ihr alles gegeben, haben ihr aber auch vorgegeben, wohin es in Zukunft gehen soll. Dabei hat sie ganz eigene Vorstellungen davon, was sie mit ihrem Leben anfangen mag. Genauer träumt sie davon, Sängerin zu werden und sieht sich selbst auf einer Bühne – wovon die Eltern aber nichts wissen wollen. Bei Ese (Mert Ramazan Demir) ist das anders. Geld hat er keins. Er hat auch keine Eltern, die sich um ihn kümmern würden. Stattdessen ist seine Welt die des Motorsports. Viel gemeinsam haben die beiden daher nicht, als sie sich das erste Mal begegnen. Und doch fühlen sie sich sofort zueinander hingezogen …

Immer Zeit für Liebe

Gerade erst ist der Valentinstag rum und damit die Flut an Filmen und Serien, die sich rund um das Thema Liebe drehen. Wer bereits Entzugserscheinungen hat, für den hat Netflix neuen Nachschub. Der tarnt sich zwar als etwas anderes. Zumindest dürften viele bei dem Titel UFO – Unidentified Forgotten Object erst einmal andere Assoziationen haben. Mit Science-Fiction hat das hier aber nichts zu tun. Stattdessen nimmt uns der Streamingdienst mit in die Türkei und erzählt davon, wie zwei ungleiche Jugendliche große Gefühle füreinander entwickeln. Die eine ist von UFOs besessen, weshalb sie eine Tätowierung auf dem Arm hat. Das ist ein dankbares Gesprächsthema beim Kennenlernen. Eine weitere Bedeutung hat es nicht.

Man kann das allenfalls als ein Symbol für die Sehnsüchte der beiden ansehen. Gerade Deniz wäre gern ganz woanders, träumt davon auf Bühnen zu stehen und zu singen. UFO – Unidentified Forgotten Object ist dann auch einer dieser Jugendfilme, bei denen das Publikum ganz gezielt dazu ermuntert werden soll, den eigenen Träumen zu folgen und sie selbst zu sein. Das ist immer nett. Nicht sonderlich inspiriert, aber nett. Ob es realistisch ist, darüber lässt sich streiten. Bei der Familie von Deniz ist so viel Geld zu holen, dass diese Träume auf einem soliden finanziellen Fundament stehen. Wer keine Existenzängste zu befürchten hat, der kann sich natürlich leichter an irgendwelchen Projekten versuchen. Ein richtig großes Risiko geht man auf diese Weise nicht ein, weswegen das hier mit der Freiheit ein bisschen geschummelt ist.

Eine Romanze stark nach Konvention

An Risikos hatte man bei UFO – Unidentified Forgotten Object aber allgemein kein großes Interesse. Stattdessen folgt das türkische Drama recht brav den Konventionen, die es in diesem Genre nun einmal gibt. Lässt man einmal die Sache mit den UFOs weg, bleibt nicht viel, das dem Film eine eigene Identität verleihen würde. Die Tochter aus dem guten Haus, die mit einem Rebell anbandelt? Dafür hat es vor 50 Jahren schon keine Punkte für Originalität gegeben. Dass diese Klassenunterschiede zu Konflikten führen, ist klar, das tun sie immer. Schließlich müssen in Liebesfilmen immer irgendwelche Hindernisse überwunden werden, damit die beiden Hauptfiguren endlich richtig zusammenkommen. Manchmal sind die Hindernisse selbst geschaffen. Hier sind es mehr die Umstände.

Das funktioniert natürlich. So wie ein Wasserhahn funktioniert, meistens zumindest. Mehr als das ist es aber nicht. Anfangs ist der Film noch recht passabel, da die beiden ein recht süßes Paar abgeben und die Sache mit den UFOs recht skurril ist. Im Anschluss wird UFO – Unidentified Forgotten Object jedoch zunehmend zäh, streckenweise sogar richtig langweilig. Zwar wird versucht, durch die Sache mit den Rennen noch ein bisschen Schwung in die Geschichte zu bringen. Das führt aber auch dazu, dass der Film viel zu lang ist, knapp zwei Stunden hätte es für den dünnen Inhalt nicht gebraucht. Wer gar nicht den Anspruch hat, mehr zu sehen als zwei attraktive junge Menschen, der kann es hiermit natürlich schon versuchen. Besser als der katastrophale Netflix-Kollege Taktiken der Liebe, einer weiteren R0manze aus der Türkei, ist das hier schon. Der Titel passt aber erschreckend, im Anschluss ist das hier alles schnell wieder vergessen.

Credits

OT: „UFO“
Land: Türkei
Jahr: 2022
Regie: Onur Bilgetay
Drehbuch: Meryem Gültabak
Musik: Baris Diri
Kamera: Serkan Güler
Besetzung: Ipek Filiz Yazici, Mert Ramazan Demir, Ferit Aktug, Kerem Alp Kabul, Mekin Sezer, Enes Küllahçi

Trailer

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UFO – Unidentified Forgotten Object
Fazit
Auch wenn man bei dem Titel etwas anderes erwarten könnte, handelt es sich bei „UFO – Unidentified Forgotten Object“ um ein recht gewöhnliches Liebesdrama um ein Mädchen aus gutem Haus, das sich in einen Rennfahrer verliebt. Ihre Vorliebe für UFOs ist skurril. Ansonsten ist der Film ziemlich langweilig und deutlich zu lang.
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