Kritik

If Anything Happens I Love You

„If Anything Happens I Love You“ // Deutschland-Start: 20. November 2020 (Netflix)

Nein, leicht machen es einem Will McCormack und Michael Govier nicht mit ihrem Animationskurzfilm. Schon der Titel verheißt nichts Gutes. Auch der Einstieg macht klar, dass hier etwas nicht in Ordnung ist. Man sieht dort zwei Menschen, Mann und Frau, die an einem Tisch sitzen und doch nicht weiter voneinander entfernt sein könnten. Man sieht auch deren Schatten, Erinnerungen an einen Streit, Schmerz und Wut, die sich eingebrannt haben und doch keinen echten Platz mehr finden. Was es damit auf sich hat, das wird dabei jedoch zunächst nicht klar. If Anything Happens I Love You wirkt zunächst wie das Porträt eines entfremdeten Paares, das sich nichts mehr zu sagen hat und das sich so weit voneinander entfernt hat, dass sie selbst nicht mehr wissen, was sie aneinander haben. Erst nach und nach streuen McCormack und Govier weitere Hinweise, was vorgefallen ist, worum es geht, was dieser diffuse Schmerz ist, der unausgesprochen durch den Raum schwebt.

Sprachlos-schmerzhaftes Kunstwerk
Mehr sollte man zu dem Kurzfilm im Vorfeld nicht wissen, denn die Auflösung trifft einen so hart, wie es selbst Spielfilme nur selten schaffen. Wobei die Qualität von If Anything Happens I Love You nicht allein darin liegt, was gesagt wird. Auch das wie, die konkrete Ausgestaltung des Animationsfilms, kann sich sehen lassen. Das Regie- und Drehbuchduo verwendet einen reizvollen schraffierten Look und macht besonders farblich einige interessante Sachen: Während ein Großteil in Schwarzweiß bzw. Grau gehalten ist, gesellen sich mit der Zeit immer mehr Farben hinzu, die durchaus aus Symbolkraft haben. Dass der Netflix-Kurzfilm keinerlei Dialoge hat, wird ihm deshalb nicht zum Nachteil. Vielmehr zeigt er, wie man einfach und doch sehr effektiv eine Geschichte erzählen kann, voller Zärtlichkeit, voller Liebe und voll von einem Schmerz, der alles andere überschattet.

Credits

OT: „If Anything Happens I Love You“
Land: USA
Jahr: 2020
Regie: Will McCormack, Michael Govier
Drehbuch: Will McCormack, Michael Govier
Musik: Lindsay Marcus

Trailer

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If Anything Happens I Love You
„If Anything Happens I Love You“ ist ein kunstvoll arrangierter Animationskurzfilm über ein Paar, bei dem einiges im Argen liegt. Trotz fehlender Worte hat dieser einiges zu sagen, drückt auf ganz eigene Weise Schmerz und Trauer aus.
8von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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