Wie ich ein Superheld wurde Comment je suis devenu super-héros How I Became a Superhero Netflix
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Wie ich ein Superheld wurde

Inhalt / Kritik

Wie ich ein Superheld wurde Comment je suis devenu super-héros How I Became a Superhero Netflix
„Wie ich ein Superheld wurde“ // Deutschland-Start: 9. Juli 2021 (Netflix)

Im Jahr 2020 sind Superhelden eigentlich nichts Außergewöhnliches mehr. Man hat sich daran gewöhnt, dass es Leute gibt, die über solche übernatürlichen Kräfte verfügen. Doch was wenn jeder diese haben könnte? Tatsächlich ist eine Droge im Umlauf, die genau das verspricht. Richtig geheuer ist der Gedanke nicht, zumal die ersten bereits angefangen haben, diese Kräfte zu missbrauchen. Und so wird der Polizist Gary Moreau (Pio Marmaï) beauftragt, mit seiner neuen Kollegin Cécile Schaltzmann (Vimala Pons) der Sache auf den Grund gehen und die Droge aus dem Verkehr zu ziehen. Dabei wird er von Monté Carlo (Benoît Poelvoorde) und Callista (Leïla Bekhti) unterstützt, zwei echten Helden und Heldinnen, welche ihre Kräfte einsetzen, um für Gerechtigkeit zu sorgen …

Eine Welt voller Helden

Und schon wieder eine Superheldengeschichte bei Netflix. An Versuchen, von der Popularität entsprechender Kinofilme zu profitieren, mangelte es bislang sicherlich nicht. An erfolgreichen Versuchen hingegen schon. The Umbrella Academy ist eine der wenigen Produktionen des Streamingdienstes, die tatsächlich eine Bereicherung darstellen. Ansonsten muss man sich überwiegend mit Titeln wie Thunder Force, Project Power oder Jupiter’s Legacy herumschlagen. Filme und Serien, die vielleicht mit großen Namen locken können, nicht jedoch mit großen Ideen. Nicht einmal die Spezialeffekte können übermäßig begeistern, dafür ist dieses Segment einfach schon zu sehr von den Hollywoodstudios besetzt, als dass es Platz für billige Kopien geben müsste.

Das gilt dann leider auch für Wie ich ein Superheld wurde. Ursprünglich hätte der französische Film zumindest in der Heimat in die Kinos kommen sollen, biss sich aber mehrfach an der Corona-Pandemie die Zähne aus. Am Ende meldete sich wie so oft das Programmteam von Netflix zu Wort, das immer nur darauf zu warten scheint, irgendwelche zurückgelassenen Titel aufzusammeln und damit das eigene Portfolio aufzublasen. Dass dieser Film dabei ein größeres Publikum findet, ist eher unwahrscheinlich. Wer nicht gerade im französischen Kino bewandert ist und deshalb das durchaus bekanntere Ensemble wiedererkennt, wird sich im Anschluss eher nicht an das Werk erinnern.

Nur ein bisschen komisch

Den größten Eindruck hinterlässt noch Benoît Poelvoorde, der seinerzeit durch die bitterböse Mockumentary Mann beißt Hund auffiel und seither im komödiantischen Fach eine feste Größe ist. Er sorgt auch in Wie ich ein Superheld wurde für ein bisschen Comic Relief, wenn der von ihm verkörperte Altheld so seine Probleme mit dem Nachwuchs hat. Er stellt sich zudem manchmal ein bisschen trottelig an. Für eine tatsächliche Komödie reicht das aber nicht aus. Obwohl die Adaption eines Romans von Gérald Bronner durchaus das Potenzial gehabt hätte, mit dem Konzept des Helden zu spielen und sich über viele der typischen Elemente lustig zu machen, wird da relativ wenig in die Richtung unternommen. Man versuchte sogar vielmehr, da irgendwie noch etwas Tragik einzubauen.

Etwas enttäuschend ist auch der Auftritt von Hauptdarsteller Pio Marmaï. Der hat eigentlich in vielen Filmen bereits sein schauspielerisches Talent unter Beweis gestellt, zuletzt etwa im Geheimtipp Felicità oder der Serie In Therapie. Hier kommt er aber nicht so recht zum Zuge, wirkt mit seinem hemdsärmeligen Charme etwas verloren zwischen den Spezialeffekten. Zwar wird probiert, da noch ein bisschen mehr Tiefe hineinzubringen, durch eine Vorgeschichte. Interessant ist diese aber nicht. Das Zusammenspiel mit Vimala Pons funktioniert da schon etwas besser. Doch das Drehbuch liefert an diesen Stellen einfach nicht genügend Stoff, aufgrund dessen die zwei etwas Relevantes auf die Beine stellen könnten. Wenn die beiden Figuren anfangs nicht miteinander können, dann weiß man bereits, worauf das am Ende hinauslaufen wird.

Da wäre mehr drin gewesen

Das bedeutet dann nicht, dass der Film schlecht ist. Hin und wieder ist das ganz unterhaltsam. Die Effekte sind ausreichend, zumindest für eine Produktion, die nur ein Zehntel der US-Kollegen kostet. Und irgendwie mag man die Figuren ja schon, die hier so herumwuseln. Es wäre nur schön gewesen, wenn die auch tatsächlich etwas Interessantes zu tun bekommen hätten. So aber reiht sich Wie ich ein Superheld wurde ein in die inzwischen schon zu lange Liste durchschnittlicher Superheldengeschichten. Ein Werk, das man zwischendurch mal einwerfen kann, wenn einem langweilig ist, das es gleichzeitig aber nicht unbedingt gebraucht hätte. Sollte es zu einer Fortsetzung kommen, wie hier zum Schluss in Aussicht gestellt wird, dann bitte mit einem besseren Drehbuch, welches dem Szenario und dem Ensemble gerecht wird.

Credits

OT: „Comment je suis devenu super-héros“
IT: „How I Became a Superhero“
Land: Frankreich
Jahr: 2020
Regie: Douglas Attal
Drehbuch: Cédric Anger, Douglas Attal, Gérald Bronner, Melisa Godet, Charlotte Sanson
Vorlage: Gérald Bronner
Musik: Nino Vella
Kamera: Nicolas Loir
Besetzung: Pio Marmaï, Leïla Bekhti, Benoît Poelvoorde, Vimala Pons, Swann Arlaud

Bilder

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„Wie ich ein Superheld wurde“ erzählt davon, wie eine spezielle Droge Normalmenschen zu Superhelden macht, was die „echten“ Superhelden verhindern wollen. Das Szenario hätte Potenzial gehabt. Zudem stand ein bekanntes und talentiertes Ensemble zur Verfügung. Umso enttäuschender ist, wie wenig aus allem herausgeholt wurde, mehr als Durchschnitt ist das hier nicht.
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