Inhalt / Kritik

You vs. Wild: Out Cold Du gegen die Wildnis Abgestürzt Netflix

„Du gegen die Wildnis – Abgestürzt“ // Deutschland-Start: 14. September 2021 (Netflix)

Eigentlich ist Netflix mittlerweile zu einem Synonym für ein passives Konsumieren geworden. Man setzt sich vor den Fernseher, den Laptop oder welches Gerät auch immer man nutzt und lässt sich mit anspruchsloser Massenware berieseln. Man muss diese nicht einmal aussuchen, ein Algorithmus sorgt dafür, dass man immer das „Passende“ aus dem Programm vorgesetzt bekommt. Dann und wann versucht der Streamingdienst aber durchaus, das Publikum aktiver ins Geschehen einzubinden. Ein bisschen zumindest. Genauer finden sich inzwischen eine Reihe von interaktiven Produktionen im Sortiment, die zwar sehr unterschiedliche Geschichten erzählen, aber alle nach demselben Prinzip funktionieren: Man kommt irgendwann an einer narrativen Weggabelung an und muss sich entscheiden, wie es weitergeht.

Eines der Aushängeschilder dieser interaktiven Titel ist Du gegen die Wildnis. In der von dem britischen Abenteurer und Fernsehstar Bear Grylls entwickelten Reihe gerät er immer wieder in brenzlige Situationen, das Publikum daheim soll ihm helfen, aus diesen wieder herauszukommen. Den Auftakt machte 2019 eine Serie, bei der jede Folge ein neues Setting aufwies. Anfang 2021 folgte ein erster Film, der eine etwas längere zusammenhängende Geschichte erzählte. Damals ging es um Tiere, die aus einem Nationalpark entlaufen waren. Bei Abgestützt, der dritten Produktion geht es nun hinauf in die Berge. Wenngleich ungewollt: Das Special beginnt damit, dass das Flugzeug abstützt und Bear ohne jede Erinnerung mitten in der Wildnis zu sich kommt.

Welchen Weg würdest du gehen?

Wer die anderen Teile angeschaut hast, weiß schon sehr genau, was folgt. Denn getan hat sich seit dem letzten Mal nichts. Das Motiv des Gedächtnisverlustes ist dabei ohne größere Relevanz. Zwar funktioniert das als Erklärung besser, weshalb ein erfahrener Abenteurer sich von irgendwelchen Amateuren helfen lassen sollte. Auswirkungen auf die Handlung oder die Geschichte hat das aber nicht. Du gegen die Wildnis – Abgestürzt lässt diesen Aspekt auch recht schnell fallen. Und so sehen wir erneut, wie Bear durch eine ferne, unberührte Natur läuft, in der Menschen aus der Zivilisation hoffnungslos verloren wären. Woher soll man auch wissen, wie man aus dem Stegreif einen Unterschlupf baut?

Bei der Serie war das noch mit einigem Wissenswert verbunden. Die jüngere Zielgruppe durfte auf diese Weise Interessantes über die Natur und einige Überlebenstechniken lernen. Du gegen die Wildnis – Abgestürzt ist in der Hinsicht jedoch eine ziemliche Enttäuschung. Wenn die Wahlmöglichkeiten beispielsweise darin bestehen, eine Treppe hochzusteigen oder einem Tunnel zu folgen, dann halten sich die Erkenntnisgewinne in Grenzen. Das ist zudem oft auch recht willkürlich und hat mehr mit Trial-and-Error zu tun als mit echter Survivalexpertise. Man hat im Anschluss nicht das Gefühl, tatsächlich etwas gelernt zu haben. Dafür gibt es wieder schöne Aufnahmen, da Bear in der Reihe tatsächlich raus in die Wildnis geht und diese zu den Menschen nach Hause bringt. Wem es in erster Linie darum geht, bekommt hier schon was zum Anschauen, zumal das Special recht kurz ist. Die ersten beiden Produktionen waren jedoch deutlich spannender als diese selbstvergessene Irrfahrt.

Credits

OT: „You vs. Wild: Out Cold“
Land: USA
Jahr: 2021
Regie: Ben Simms

Bilder

Trailer

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Du gegen die Wildnis – Abgestürzt
„Du gegen die Wildnis – Abgestürzt“ funktioniert nach demselben Prinzip wie die anderen Teile dieser Reihe. Wer diese mochte, schaut hier rein. Im direkten Vergleich ist das interaktive Abenteuer aber das bislang schwächste der Reihe, da der Lernfaktor sich doch arg in Grenzen hält. Dafür gibt es schöne Bergaufnahmen.
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Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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