Kritik

A Babyistters Guide to Monster Hunting Netflix

„A Babysitter’s Guide to Monster Hunting“ // Deutschland-Start: 15. Oktober 2020 (Netflix)

Eigentlich wollte sich Kelly Ferguson (Tamara Smart) nur ein paar einfache Dollar verdienen, als sie das Angebot annimmt, eines Abends auf Jacob Zellman (Ian Ho) aufzupassen. Doch einfach ist an dieser Aufgabe gar nichts. Gerade als es sich die Teenagerin gemütlich machen wollte, tauchen nämlich ein paar Monster auf, die ihren Schützling entführen. Dass sie ihn unter allen Umständen zurückholen muss, ist klar. Nur wie? Zu ihrem Glück ist sie nicht allein, wird sie doch bald von einem geheimen Orden der Babysitter rekrutiert. Zusammen mit Liz Lerue (Oona Laurence), Berna Vincent (Troy Leigh-Anne Johnson), Cassie Zhen (Lynn Masako Cheng) und Curtis Critter (Ty Consiglio) macht sie sich deshalb an die Arbeit, den Jungen aus den Fängen von Grand Guignol (Tom Felton) zu befreien …

Der Oktober ist bei Netflix traditionell der große Horror-Monat, wenn rechtzeitig zu Halloween massenweise Genrebeiträge veröffentlicht werden. Inzwischen der vielen blutigen Titel für ein älteres Publikum finden sich aber auch immer wieder solche, die eine eher jüngere Zielgruppe ansprechen. Vor allem Animationsserien für Kinder sind da ganz weit vorne dabei und gehen mit eigenen Themenspecials an den Start. Dazu gibt es ein paar Filme und Serien, die irgendwo dazwischen liegen, von der Serie Einfach unheimlich bis zur Komödie Vampires vs. the Bronx, wo eine Gruppe von Kindern ihr Viertel vor ein paar echt fiesen Monstern beschützen müssen.

Der absurde Kampf gegen die Monster
Mit Letzterem ist auch A Babysitter’s Guide to Monster Hunting ganz gut zu vergleichen. In beiden Fällen müssen Kinder an der Grenze zum Jugendlichen die Welt vor finsteren Fantasiegestalten retten, was mit viel Humor einhergeht. Anders als der inhouse-Kollege, der diese komischen Kämpfe mit gesellschaftlicher Relevanz zu verbinden versuchte – die Vampirjäger wurden gleichzeitig zu Rettern vor der Gentrifizierung –, da verzichtet man hier auf jegliche Ambitionen jenseits der Unterhaltung. Oder auch etwas, das irgendwie mit der Realität zu tun hat. Stattdessen wurde die Absurdität noch einmal kräftig erhöht.

Das in Filmen immer wieder gern verwendete Element der geheimen Verbindungen, die je nach Geschichte das Ende der Welt herbeirufen oder dieses verhindern, kommt auch hier zum Einsatz. Nur dass man es hier kaum ernst nehmen sollte oder wollte. Ein geheimer Orden von Babysittern, der gegen Monster kämpft, das hört sich eher nach einer Parodie an. Weniger nach Verschwörungsthriller. A Babysitter’s Guide to Monster Hunting hätte in der Hinsicht aber gern noch mehr machen dürfen. Joe Ballarini, der die zugrundeliegende Romanreihe wie auch das Drehbuch geschrieben hat, konnte sich nicht ganz entscheiden, ob er sich über das alles nun lustig machen oder ein tatsächliches Abenteuer aufzeigen soll.

Das Böse ist auch nicht mehr, was es mal war
Spannend oder furchterregend ist das Ergebnis dann auch nicht, sofern man nicht ganz jung ist und schon die bloße Vorstellung von fremden Wesen im eigenen Haus Albträume verursacht. Zumal das Design dieser Monster sie nicht unbedingt wie solche aussehen lässt – zumindest nicht solche, die wie eine Bedrohung wirken. Das gilt insgesamt für die Antagonisten, die zwar das personifizierte Übel sind, jedoch nicht gerade die größte Kompetenz aufweisen. Manchmal sind sie so lächerlich, dass nicht einmal klar ist, wie sie es überhaupt geschafft haben, Kinder zu entführen, anstatt sich unter deren Betten zu verirren. Mit Horror hat A Babysitter’s Guide to Monster Hunting deshalb wenig zu tun, obwohl der Film teilweise als solcher verkauft wird.

Aber ist es doch zumindest ganz amüsant. Das Tempo ist ganz flott, die Schauspieler und Schauspielerinnen haben Spaß an ihren Rollen, auch die Kulissen können sich sehen lassen. Wer also mal wieder einen Film im Stil von Gänsehaut sucht, eine Fantasy-Komödie, die Kinder mit leicht unheimlichen Elementen beschäftigt, ohne sie gleich zu überfordern, der kann es durchaus hiermit versuchen. Sogar ein Franchise könnte man sich dazu gut vorstellen. Der Reiz der Absurdität würde bei weiteren Filmen zwar abnehmen. Aber so lange die Gegenseite mitspielt und man vielleicht das eine oder andere originelle Monster findet – warum nicht?

Credits

OT: „A Babysitter’s Guide to Monster Hunting“
Land: USA
Jahr: 2020
Regie: Rachel Talalay
Drehbuch: Joe Ballarini
Vorlage: Joe Ballarini
Musik: Matthew Margeson
Kamera: Gregory Middleton
Besetzung: Tamara Smart, Oona Laurence, Tom Felton, Indya Moore, Troy Leigh-Anne Johnson, Lynn Masako Cheng, Ty Consiglio, Ian Ho

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A Babysitter’s Guide to Monster Hunting
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A Babysitter’s Guide to Monster Hunting
In „A Babysitter’s Guide to Monster Hunting“ muss eine Jugendliche erst mitansehen, wie ein ihr anvertrauter Junge von Monstern entführt wird, nur um dann zu erfahren, dass es einen geheimen Babysitter-Orden gibt. Das ist natürlich alles nicht ganz ernst gemeint, auch wenn sich der Film nicht ganz zu einer Parodie durchringen kann. Stattdessen ist das hier eine unterhaltsame Fantasykomödie für ein jüngeres Publikum.
6von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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