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Proyecto Final

„Proyecto Final“ // Deutschland-Start: 29. Juli 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Eigentlich hatte Tamara (Daniela Martínez Caballero) gehofft, an der neuen Schule wirklich komplett von vorne anfangen zu können und all das zu vergessen, was in ihrer Vergangenheit geschehen ist. Doch das klappt alles nicht so wie gehofft. Nicht nur, dass da offensichtlich jemand ist, der von eben dieser Vergangenheit weiß und droht, diese publik zu machen. Sie hat auch Probleme mit den anderen an der Schule. So wird sie schnell von der Mitschülerin Samantha (Isabella Tena) ins Visier genommen, die Jugendliche hat mit Mobbing zu kämpfen. Lichtblick ist ausgerechnet Xavi (Tristán Maze), der beliebteste Junge der Schule und zugleich Freund von Samantha. Er steht ihr hilfreich zur Seite. Dabei ahnt sie noch nicht, dass es schlimmer kommen wird. Gleichzeitig stellt sich der Tiefpunkt als Chance heraus, den Spieß einmal umzudrehen …

Mobbing trifft Mystery

An dramatischen Stoffen mangelte es zuletzt bei Netflix nicht gerade. Da war beispielsweise Unsere kleine Farm, Neuauflage des Klassikers über eine Familie, die mit einer Farm ein neues Leben beginnen möchte. In Die Karte der Sehnsüchte muss eine junge Frau Aufgaben lösen, die ihr ihre verstorbene Schwester hinterlassen hat, um so wieder ein eigenes Leben führen zu können. In Der Vater meiner Tochter wiederum tut eine Frau alles dafür, um das Leben ihrer schwerkranken Tochter retten zu können. Auch in Proyecto Final dreht sich alles um eine Jugendliche, die gerade richtig zu kämpfen hat. Die mexikanische Serie konzentriert sich dabei jedoch weniger auf das Familienleben, sondern legt den Fokus auf die Vorkommnisse an der Schule.

Dort geht es richtig hässlich zu. Zumindest anfangs hat man den Eindruck, dass das zentrale Thema der Serie Mobbing ist. Dass dieses Thema wichtig ist, steht außer Zweifel. Nicht ohne Grund hat es in den letzten Jahren reihenweise Filme und Serien gegeben, die darüber sprechen. Netflix selbst hatte vor einigen Wochen Teach You a Lesson veröffentlicht, wo es um Probleme und Abgründe an Schulen ging. Da durfte Mobbing nicht fehlen. Bei Proyecto Final ist das aber nur ein Teil der Geschichte. Zum einen ist da die Sache mit der Vorgeschichte, welche die Protagonistin zu verheimlichen versucht. Da sind also von Anfang an bedrohliche Elemente dabei, aber auch ein bisschen Mystery. Schließlich ist da der anonyme Account, bei dem nicht nur Tamara grübeln darf, wer dahinter stickt und was genau diese Person beabsichtigt.

Lächerliche Wendung

Der tatsächliche Thrillerpart beginnt aber aus einem anderen Grund. Die damit verbundene Wendung sollte man jedoch besser nicht vorher wissen, da sie schon sehr von dem Überraschungsfaktor lebt. Proyecto Final baut an dieser Stelle durchaus auf dem auf, was zuvor geschehen ist. Es ist also nicht so, als würde man da etwas ganz Neues einbauen. Und doch ist die Veränderung so absurd, dass man sich fragt: Ist das gerade ernst gemeint? Zuvor ist die Serie eine mäßige Dramaserie, die zu viele Klischees verwendet und auf Stereotype setzt. Da ist wirklich keine einzige interessante Figur dabei, für die sich das Einschalten lohnt. Ein gutes Thema macht dann eben noch keine gute Serie.

Nach der Wendung wird aus mäßig jedoch katastrophal. Das ist alles so lächerlich, dass man sich insgeheim fragt, ob das hier nicht vielleicht doch eine Parodie sein soll wie The Woman in the House Across the Street From the Girl in the Window, das solche inhaltlichen Abgründe aufs Korn nimmt. Hier meint man das aber ernst. Auch das kann Spaß machen, Proyecto Final hat schon einen gewissen Trashfaktor, wenn nichts mehr Sinn ergibt. Aber ob man dafür wirklich Zeit aufwenden sollte, ist dennoch fraglich. Immerhin: Die besagte Zeit ist überschaubar. Zwar umfasst die gesamte Staffel stolze 20 Folgen. Da diese aber jeweils nur rund neun Minuten lang ist, ist man dennoch nach drei Stunden mit allem durch – was vielleicht der positivste Aspekt der Serie ist.

Credits

OT: „Proyecto Final“
IT: „Final Project“
Land: Mexiko
Jahr: 2026
Regie: Felipe Aguilar D.
Drehbuch: Bernardo Izaza Capdevielle
Kamera: Andrés León Becker
Besetzung: Daniela Martínez Caballero, Isabella Tena, Tristán Maze, Virgilio Delgado, Ian Sparrowe

Trailer

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Proyecto Final
fazit
„Proyecto Final“ handelt von einer Jugendlichen, die an einer neuen Schule von vorne anfangen möchte, dort aber gemobbt wird. Das beginnt als mäßige Dramaserie voller Klischees und Stereotype, bevor völlig bescheuerte Thrillerelemente hinzukommen. Als Parodie hätte das funktioniert, in der Form ist das aber trotz wichtiger Themen einfach nur lächerlich.
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