Resident Evil 2022 Netflix
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Resident Evil – Staffel 1

Resident Evil 2022 Netflix
„Resident Evil – Staffel 1“ // Deutschland-Start: 14. Juli 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Für Albert Wesker (Lance Reddick) und seine beiden Töchter Jade (Tamara Smart) und Billie (Siena Agudong) beginnt ein neuer Lebensabschnitt, als sie nach New Raccoon City ziehen, wo Albert seine Stelle bei der Umbrella Corporation beginnt. Ein schwieriger Lebensabschnitt, wie sich bald herausstellt, dauert es doch nicht lang, bis es ersten Ärger an der Schule gibt. Und noch etwas gibt es, das die beiden antreibt: Sie vermuten, dass ausgerechnet in Umbrella Tierversuche durchgeführt werden. Als sich die beiden auf den Weg machen, um jegliche Missetaten zu dokumentieren, ahnen sie nicht, was sie dort erwartet …

Der nächste Versuch

Eigentlich sollte man ja meinen, dass es nicht so wahnsinnig schwierig sein kann, die Resident Evil-Spiele zu verfilmen. An gelungenen Zombie-Filmen, die man als Inspiration nutzen könnte, mangelt es schließlich nicht. Die Geschichten der Reihen sind auch nicht so ungewöhnlich oder aufwendig gestaltet, dass es daran scheitern sollte. Und doch, die bisherigen Versuche waren eher bescheiden. Ob nun die 2002 von Paul W. S. Anderson gestartete Live-Action-Reihe, die diversen animierten Titel oder auch das Reboot Resident Evil: Welcome to Raccoon City von 2021, die Begeisterung der Fans hielt sich in Grenzen. Die Kritiken waren ohnehin verheerend. Entsprechend misstrauisch durfte man dann auch sein, als Netflix mit Resident Evil eine zweite Serie ankündigte, nach der wenigen beachteten animierten Miniserie Infinite Darkness.

Die Resonanz ist dann auch eher bescheiden. Wobei die der Kritiker und Kritikerinnen auffällig oft besser ausfällt als die des Publikums. Das dürfte auch damit zu tun haben, dass Resident Evil nicht unbedingt viel mit den Spielen zu tun hat. Von den über die Jahre liebgewonnenen Figuren ist praktisch niemand zu sehen. Lediglich Albert Wesker, der bereits 1996 in dem ersten Spiel eine größere Rolle hatte, hat es in die Neuauflage geschafft. Und selbst das fällt etwas anders aus, als man ihn aus den Vorlagen in Erinnerung hat. Ansonsten gibt es das allgegenwärtige Umbrella als Wiedererkennungselement. Und natürlich die Zombies sowie die blutrünstigen Hunde, die ebenfalls seit Jahrzehnten den Leuten das Fürchten lehren – vor allem wenn man gegen sie und die Steuerung gleichzeitig kämpfen musste.

Mehr Teenie-Drama als Horror

Die eigentlichen Hauptfiguren sind aber weder die Hunde noch die Zombies, die mal wieder nicht Zombies genannt werden dürfen. Und auch Wesker verschwindet immer mal wieder für längere Zeit von den Bildschirmen. Stattdessen rückt Resident Evil dessen zwei Töchter in den Mittelpunkt, durch deren Augen wir einen Blick auf die Apokalypse werfen. Dass damit zwei Figuren das Sagen haben, die es in den Spielen gar nicht gab, mag Fans ärgern. Das eigentliche Problem ist aber vielmehr, wie uninteressant die zwei sind. Nicht dass sich Serienschöpfer Andrew Dabb und die sieben anderen Autoren und Autorinnen nicht daran versucht hätten, ihnen eine wirkliche Geschichte mitzugeben. Sie waren nur nicht sehr gut darin.

Eigentlich ist Resident Evil nicht viel mehr als eine dieser vielen Teenie-Drama-Serien, die Netflix andauernd veröffentlicht. Oder besser: Die Serie besteht zur Hälfte daraus. Schließlich werden hier zwei Handlungsstränge parallel erzählt. Der erste spielt 2022 und befasst sich mit den beiden jugendlichen Schwestern, der andere erzählt von der eigentlichen Zombie-Apokalypse 2036, in der die inzwischen erwachsene Jade (Ella Balinska) nach Antworten sucht. Das Publikum darf das prinzipiell zwar auch, wenn acht Folgen lang ständig zwischen den beiden Teilen hin und her gewechselt wird. Die wichtigste Antwort aber bleibt einem das hier schuldig: Warum sollte ich mir das ansehen wollen? Die Geschichte nimmt sich viel zu ernst für den Blödsinn, der erzählt wird. Man muss sich hier schon auf einige sehr lächerliche Szenen gefasst machen, ohne aber dass spaßiger Trash draus würde.

Credits

OT: „Resident Evil“
Land: USA, Deutschland
Jahr: 2022
Regie: Bronwen Hughes, Rob Seidenglanz, Rachel Goldberg, Batan Silva
Drehbuch: Andrew Dabb, Mary Leah Sutton, Shane Frank, Garett Pereda, Kerry Williamson, Lindsey Villarreal, Jeff Howard, Tara Knight
Idee: Andrew Dabb
Musik: Grégory Reveret
Kamera: Carmen Cabana
Besetzung: Ella Balinska, Tamara Smart, Siena Agudong, Adeline Rudolph, Paola Núñez, Lance Reddick

Bilder

Trailer

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Resident Evil – Staffel 1
Fazit
Der nächste Versuch einer Spiele-Adaption, der nächste Fehlschlag: „Resident Evil“ hat nicht so wahnsinnig viel mit der Vorlage zu tun, sondern ist über weite Strecken ein austauschbares Teenie-Drama. Der große Ernst passt dabei nicht so recht zu der völlig bescheuerten Geschichte.
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