Miguel Ángel Blanco: 48 Stunden, die Spanien veränderten Netflix Streamen online Video on Demand
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Miguel Ángel Blanco: 48 Stunden, die Spanien veränderten

Miguel Ángel Blanco: 48 Stunden, die Spanien veränderten Netflix Streamen online Video on Demand
„Miguel Ángel Blanco: 48 Stunden, die Spanien veränderten“ // Deutschland-Start: 10. Juli 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Dass die Welt gefährlicher geworden ist und die Menschen mehr Verbrechen begehen, ist zwar ein Mythos, der mehr Gefühl als Fakt ist. Ein Blick auf das Angebot von Netflix kann aber tatsächlich schnell den Eindruck erwecken, dass die Leute ebenso verrückt wie kriminell sind. Schließlich veröffentlicht der Streamingdienst True-Crime-Produktionen quasi im Wochentakt. Das kann mal in fiktionalisierter Fassung geschehen wie gerade bei Elize: Schatten einer Frau über eine Frau, die ihren Mann ermordet und in Einzelteile verkleinert hat. Vor allem aber der dokumentarische Bereich ist prall gefüllt, siehe etwa das selbsterklärende Worst Neighbor Ever – Tödliche Nachbarschaft oder Mord an Rachel Nickell. Kürzlich kam mit Miguel Ángel Blanco: 48 Stunden, die Spanien veränderten ein weiterer Dokumentarfilm heraus, der sich eines solchen wahren Verbrechens annahm.

Verbrechen für einen höheren Zweck

Wobei es hier, der Titel nimmt es bereits vorweg, mal nicht um individuelle und niedere Beweggründe geht. Stattdessen hat die Geschichte gleich in mehrfacher Hinsicht eine gesellschaftliche Komponente. So steht im Mittelpunkt des Geschehens die Entführung eben jenes jungen Mannes, der Miguel Ángel Blanco: 48 Stunden, die Spanien veränderten den Titel gegeben hat. Dieser war eigentlich nichts Besonderes. Er engagierte sich politisch, um sich für den lokalen Sport einzusetzen. Das mag für viele nicht sehr wichtig sein, kaum jemand dürfte aber etwas gegen ein solches Engagement einzuwenden haben. Doch seine politische Aktivität ließ die ETA aufhorchen, kurz für Euskadi Ta Askatasuna, eine inzwischen aufgelöste Organisation, die die Unabhängigkeit des Baskenlandes kämpfte. Dazu war jedes Mittel recht, eben auch die Entführung von Miguel.

Die Tragik dabei war die Sinnlosigkeit der Aktion. Denn die spanische Regierung hatte klargemacht, dass sie nicht mit Terroristen verhandelt und deshalb nicht daran denkt, die Forderungen zu erfüllen, um Miguel freizubekommen. Dadurch war das alles von vornherein zum Scheitern verurteilt. Wäre der Entführte wenigstens bei diesem Thema involviert gewesen, dann hätte das Verbrechen zumindest ein wenig Sinn ergeben. Doch er war eben aus anderen Gründen in die Politik gegangen, war damit quasi zur falschen Zeit am falschen Ort. Miguel Ángel Blanco: 48 Stunden, die Spanien veränderten betont dann auch, dass der junge Mann unschuldig war. Ob es das nun wirklich schlimmer macht, was ihm widerfahren ist, darüber lässt sich streiten. Der Dokumentarfilm lässt sich da auf keine Grundsatzdiskussion ein.

Spannende Geschichtsstunde

Stattdessen rekonstruiert er die dramatischen Stunden. Wie der Titel bereits verrät, hatten Politik und Polizei 48 Stunden Zeit, um die Forderungen zu erfüllen. Ansonsten, so drohten die Entführer, würde der Mann sterben. Ein bisschen reißerisch wird es schon, wie Miguel Ángel Blanco: 48 Stunden, die Spanien veränderten diesen Countdown veranschaulicht und zu Zwecken der Spannung ausnutzt. Aber es ist auch wirkungsvoll. Wer nicht weiß, wie die Geschichte ausgegangen ist, kann hier mitfiebern und – bald 30 Jahre später – gebannt sein, was da alles passiert ist und noch passieren wird. Neue Erkenntnisse gibt es dabei natürlich nicht. Aber es ist wirkungsvoll, wie das Publikum mitgenommen wird auf eine Zeitreise.

Was den Dokumentarfilm darüber hinaus sehenswert macht, ist die besagte gesellschaftliche Komponente. So führte der Vorfall zwar nicht zum Ende der ETA, das dauerte anschließend noch mehr als zwanzig Jahre. Aber zumindest ein Umdenken fand statt, eine große Welle der Solidarisierung, wenn politische Gegner einhellig verdammten, was da geschehen ist. Wer sich für solche historischen Stoffe interessiert, kann sich Miguel Ángel Blanco: 48 Stunden, die Spanien veränderten daher anschauen. True-Crime-Fans sollten aber auch auf ihre Kosten kommen, selbst wenn die Geschichte vielleicht nicht ganz so abgründig wird, wie man das von anderen Titeln gewohnt ist.

Credits

OT: „Miguel Ángel Blanco: Las 48 horas que lo cambiaron todo“
IT: „Miguel Ángel Blanco: The 48 Hours That Changed Spain“
Land: Spanien
Jahr: 2026
Regie: Jon Sistiaga, Juanjo López Lorenzo
Drehbuch: Jon Sistiaga, Juanjo López Lorenzo, Nacho López Murria, Javier Carneros
Musik: Carlos M. Jara
Kamera: Pedro Vendrell

Bilder

Trailer

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Miguel Ángel Blanco: 48 Stunden, die Spanien veränderten
fazit
„Miguel Ángel Blanco: 48 Stunden, die Spanien veränderten“ erinnert an eine Entführung im Kontext der baskischen Unabhängigkeitsbewegung. Der Dokumentarfilm ist durchaus spannend, wenn er mit Countdown-Elementen arbeitet. Sehenswert ist aber vor allem die gesellschaftliche Komponente.
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