Little Brother Netflix Streamen online Video on Demand
© Clifton Prescod/Netflix

Little Brother

Little Brother Netflix Streamen online Video on Demand
„Little Brother“ // Deutschland-Start: 26. Juni 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Rudd (John Cena) hatte sich das alles ganz einfach vorgestellt: Die Teilnahme an einer Reality Show, welche von Lenore (Ego Nwodim) und Olly (Caleb Hearon).moderiert wird, sollte dem Immobilienmakler zu mehr Sichtbarkeit verhelfen und damit zu höheren Einnahmen. Schließlich würde er gern seine Frau Deirdre (Michelle Monaghan) bei ihrer wohltätigen Arbeit mehr unterstützen. Dieser Plan droht nun aber zu scheitern, als aus heiterem Himmel Marcus (Eric Andre) vor ihm steht. Knapp 30 Jahre ist es her, dass die beiden sich in einem Programm kennengelernt hatten, wo Rudd als großer Bruder agierte. Und darauf baut Marcus, der gerade aus einer psychiatrischen Anstalt geflohen ist – und mit seiner exzentrischen Art das Leben von Rudd auf den Kopf stellt …

Eine etwas andere Bruderschaft

Wer zuletzt auf Netflix nach etwas Komischem gesucht hat, musste dies oft in einem romantischen Kontext tun. Da war beispielsweise Voicemails for Isabelle über eine Frau, die Sprachnachrichten an ihre tote Schwester hinterlässt, ohne zu wissen, dass diese stattdessen bei einem fremden Mann landen. Davor begann in Office Romance eine Geschäftsfrau eine Affäre mit dem Anwalt ihres Unternehmens, was niemand wissen durfte. Wem das zu viel Liebelei war, kann es einmal mit dem US-amerikanischen Film Little Brother versuchen. Zwar wird auch dort eine Liebesbeziehung thematisiert, wenn es um Probleme zwischen dem Protagonisten und seiner Frau geht. Das ist aber nur ein Nebenschauplatz, der für die Handlung ohne größere Bedeutung ist.

Stattdessen konzentriert sich der Film auf eine andere Form der Beziehung. Genauer lernen wir hier zwei Männer kennen, die sich als Jugendliche nahestanden, dann aber aus den Augen verloren haben. Es geht also eher um eine Art Freundschaft. Wobei man mit der Zeit lernt, dass Rudd wohl doch tatsächlich Ersatzfamilie für Marcus war und ist, dessen Leben nicht einfach war. Das klingt nach einem Drama. Stattdessen handelt es sich bei Little Brother aber wie gesagt um eine Komödie, die in erster Linie damit punkten möchte, dass die beiden Protagonisten so unterschiedlich sind. Wenn John Cena und Eric André aufeinandertreffen, erinnert das ein wenig an Twins – Zwillinge, wo ebenfalls zwei grundverschiedene Menschen – optisch wie charakterlich – Brüder sein sollen.

Öde Zeit- und Talentverschwendung

Das hätte prinzipiell sicher ähnlich gut funktionieren können wie bei dem obigen Hit. Leider ist Little Brother aber ein sehr langweiliger Film geworden. Anstatt beispielsweise echte Anarchie in die Geschichte zu bringen durch einen Mann, der einfach ganz anders tickt, da begnügt man sich hier mit einem sehr derben Humor. Und einem sehr einfallslosen. Die beiden Hauptdarsteller sind ohne Zweifel jeweils talentierte Komiker. Wenn die Witze aber so schwach sind wie hier, dann reicht das Talent einfach nicht aus. Regisseur Matt Spicer, der zuvor schon in Ingrid Goes West von der Sehnsucht nach einer Freundschaft erzählte, gelingen hier einfach keine Lacher. Es ist nicht einmal so, dass man sich ärgern müsste, dafür ist das Ergebnis zu öde.

Ähnlich enttäuschend wird es, wenn der Film seine obligatorische Herzlichkeit ausspielt. Denn dass die beiden so grundverschiedenen Männer später doch noch zusammenfinden, ist quasi Pflichtprogramm. Das gehört sich einfach so. Solange das gut umgesetzt ist, stört die Vorhersehbarkeit nicht. Bei Little Brother wollte man aber nicht so wirklich viel Arbeit in diese Annäherung investieren. Man begnügte sich damit, zum Schluss einfach Kitsch aufzutischen. Das muss einen nicht zwangsläufig stören, die Komödie steht in den aktuellen Netflix-Charts schließlich ganz oben. Eine Zielgruppe gibt es also. Dennoch ist es mindestens schade, wenn nicht gar ärgerlich, was hier alles verschwendet wurde: das vielversprechende Szenario, das Talent des Ensembles und letztendlich auch Zeit – die der Beteiligten wie die des Publikums, welches mit einem überflüssigen Film abgespeist wird.

Credits

OT: „Little Brother“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Matt Spicer
Drehbuch: Jarrad Paul, Andrew Mogel
Musik: Dan Deacon
Kamera: Brandon Trost
Besetzung: John Cena, Eric André, Michelle Monaghan, Christopher Meloni, Ego Nwodim, Caleb Hearon, Ben Ahlers

Bilder

Trailer

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Little Brother
fazit
In „Little Brother“ muss sich ein Immobilienmakler um einen exzentrischen Mann kümmern, den er Jahre zuvor in einem Programm kennengelernt hat. Das Szenario war vielversprechend, wurde aber ebenso wenig genutzt wie das Talent des Ensembles. Dafür sind die Witze zu schwach, die obligatorische Annäherung ohne viel Eigenarbeit umgesetzt.
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