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Tatort: Frei wie ein Adler

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„Tatort: Frei wie ein Adler“ // Deutschland-Start: 8. November 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Als die Wäschereibesitzerin Sophia Cancellara (Jeanne Devos) ermordet aufgefunden wird, haben die Kommissarinnen Isabelle Grandjean (Anna Pierei Zürcher) und Tessa Ott (Carol Schuler) schnell einen Verdacht: ihren gewalttätigen Exmann Simon Bärfuss (Ronald Zehrfeld). Schließlich ist der frühere Rocker gerade erst aus dem Gefängnis entlassen worden. Aber auch Jacob Göldi (Benjamin Raue) kommt für die Tat in Frage. Schließlich arbeitete der junge Mann mit Downsyndrom für die Tote und soll sehr aufgebracht gewesen sein, als diese ihm sagte, dass sie ihren Laden schließen und weggehen wird. Während die beiden Polizistinnen der Sache nachgehen und dabei von Niklas Fehling (Dimitri Stapfer) unterstützt werden, verschwindet auf einmal Nadja (Stella Alraun), die Tochter von Cancellara und Bärfuss. Gibt es da einen Zusammenhang?

Trotz Behinderung ein Mörder?

Beim Tatort gab es zuletzt gleich zwei Team-Umbesetzungen in Folge. Erst debütierte das Kieler Team mit der Doppelfolge Unter Freunden und Unter Feinden, wo es unter anderem um eine ermordete Frau und Korruption bei der Polizei ging. Dann begab man sich in Franken mit Gottesgarten in ebenso tiefe wie tragische Abgründe, als ein junger Mann im Rotlichtmilieu tot aufgefunden wird. Jedes Mal ermittelte eine bereits etablierte Figur mit einer neuen. Nun gibt es in Frei wie ein Adler mal wieder ein eingespieltes Team. Genauer handelt es sich um den zwölften Fall der beiden Zürcher Kommissarinnen. Dafür wagte man sich inhaltlich auf neue Wege, was auf jeden Fall bemerkenswert ist, selbst wenn das Ergebnis nur teilweise überzeugt.

Der bemerkenswerteste Aspekt ist dabei sicherlich, dass hier gleich mehrere Menschen mit Downsyndrom eine Rolle spielen. In Filmen sieht man Figuren mit Behinderung nach wie vor eher selten. Hin und wieder werden sie in Dramen oder Komödien untergebracht, kürzlich etwa in Das gewisse Etwas. In Krimis aber, das ist mal ungewöhnlich. Und man muss dabei Tatort: Frei wie ein Adler anrechnen, dass die entsprechenden Figuren auch als vollwertige Charaktere zum Einsatz kommen. Sie dürfen hier Mist bauen und schlechte Eigenschaften haben, Jacob wird sogar des Mordes verdächtigt, auch wenn sich manche damit schwertun. Der Film kommt dabei ohne einen moralisierenden Betroffenheitskitsch aus, was bei TV-Produktionen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens sicher keine Selbstverständlichkeit ist. Da war wesentlich Schlimmeres zu befürchten.

Inhaltlich teils richtig übel

Dafür nervt der Film in anderer Hinsicht. So gibt es bei den Rockern nur die üblichen Klischees. Und auch wenn Zehrfeld sowie der ebenfalls in diesem Milieu auftretende Roeland Wiesnekker hin und wieder eine bedrohliche Ausstrahlung haben, macht das ihre Figuren nicht weniger langweilig. Andere sind dafür nahezu unerträglich geworden. Dass hin und wieder die Dialoge richtig übel werden, hilft auch nicht dabei, dass man hier gern zusieht und bis zum Ende dranbleibt. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, gibt es auch bei den Ermittlungen in Tatort: Frei wie ein Adler immer wieder Momente, bei denen man sich fragt: Meint ihr das gerade ernst?

Auch bei der Auflösung liegen Licht und Schatten eng beieinander. Auf der einen Seite überrascht das Ergebnis zwar schon und demonstriert Mut. Dafür wird es aber auch wieder ziemlich billig, wenn gefühlt jeder zweite Krimi auf dieselbe Weise endet. Da dürfen sich die Verantwortlichen gern mal etwas Neues einfallen lassen. In der Summe ist der 1345. Film der ARD-Krimireihe daher zwar schon bemerkenswert. Tatsächlich gut ist Tatort: Frei wie ein Adleraber kaum geworden, unbedingt anschauen muss man sich das hier wegen der inhaltlichen Schwächen nicht. Nächstes Mal geht es in Narrentanz wieder nach Münster, wo der Leiter eines Karnevalsvereins vergiftet wird.

Credits

OT: „Tatort: Frei wie ein Adler“
Land: Schweiz
Jahr: 2026
Regie: Christian Theede
Drehbuch: Jürgen Werner
Musik: Fabian Römer
Kamera: Tobias Dengler
Besetzung: Anna Pieri Zuercher, Carol Schuler, Rachel Braunschweig, Aaron Arens, Ronald Zehrfeld, Benjamin Raue, Dimitri Stapfer, Roeland Wiesnekker, Stella Alraun, Juliane Siebecke

Bilder

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Tatort: Frei wie ein Adler
fazit
In „Tatort: Frei wie ein Adler“ wird die Ex-Frau eines früheren Rockers ermordet. Der Ausflug ins Rockermilieu ist von zahlreichen Klischees begleitet, vieles an der Folge ist recht billig geworden. Lediglich der Umgang mit Menschen mit Behinderungen sticht positiv hervor, wenn sie hier ebenso für Morde in Frage kommen wie alle anderen.
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