Bullshit Die Quizshow Netflix
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Bullsh*t: Die Quizshow – Staffel 1

Bullshit Die Quizshow Netflix
„Bullsh*t: Die Quizshow – Staffel 1“ // Deutschland-Start: 27. April 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Mit Hätten Sie’s gewußt? flimmerte 1958 die erste deutsche Quizshow über hiesige Bildschirme und es sollte bei weitem nicht die letzte bleiben. Sendungen dieser Art erfreuen sich seither großer Beliebtheit; Studenten der Ludologie, der Lehre vom Spielen also, wissen, dass der Versuch, etwas zu erraten, ein Urphänomen des Menschen ist. Für viele Menschen birgt es eine ganz eigene Faszination, nicht nur selbst Fragen zu beantworten, sondern anderen dabei zuzusehen, wie sie Fragen beantworten. Angesichts der Masse an Quizshows gab es im Laufe der Zeit immer wieder gibt gewisse Modifikationen und Besonderheiten, um sich von der Konkurrenz abzuheben, auch wenn das Grundprinzip gleich bleibt: Frage – Antwort.

Nachdem bereits Anfang April die Quizshow Trivia Quest auf Netflix erschien, deren Alleinstellungsmerkmal die Interaktivität war, legt die Streamingplattform nun mit Bullsh*t: Die Quizshow noch einmal nach. Da in den zehn halbstündigen Episoden wiederholt das Wort „Bullshit“ und seine Derivate deutlich hörbar fallen, ist nicht ganz nachzuvollziehen, was das Zensursternchen im Titel soll, aber sei es drum. Anders als Trivia Quest gibt es für den Zuschauer keine aktive Möglichkeit, mit der Sendung zu interagieren, allerdings gibt es gewissermaßen eine passive Interaktivität, in bestimmter Hinsicht ähnelt die Show in zweierlei Aspekten Ist das Kuchen?, aber der Reihe nach.

Richtig oder falsch?

Das Konzept von Bullsh*t: Die Quizshow sieht vor, dass neben dem Quizmaster – Howie Mandel – vier Teilnehmer im Mittelpunkt stehen. Einer der vier ist der Befragte, welcher die Chance hat, eine Millionen Dollar zu gewinnen oder aber vorher mit einem anderen Geldbetrag auszusteigen – entweder freiwillig nach einer „richtig“ beantworteten Frage oder unfreiwillig nach einer „falsch“ (dazu später mehr) beantworteten Frage. Das können im Extremfall null Dollar sein, ansonsten kann der Kandidat aber auch auf eine Art Sicherheitsnetz zurückfallen, welches er beispielsweise bei zehntausend oder zweihundertfünfzigtausend gespannt hat. Die Einstiegsfrage ist eintausend Dollar wert und bereits dieser Betrag kann abgesichert werden, allerdings darf das zweite von ebensovielen zur Verfügung stehenden Sicherungsnetzen in diesem Fall erst drei Fragen später erneut eingesetzt werden; wird es aber erst ab der zweiten Frage genutzt, gibt es diese Einschränkung nicht.

„Richtig“ und „falsch“ sind Kategorien, die in gewissen Kontexten vielleicht verschwimmen mögen, die Logikfreunde unter uns sind allerdings mit dem Axiom tertium non datur vertraut – ein Drittes gibt es nicht. Generell sind in Quizshows wie Bullsh*t drei der vier gegebenen Antwortmöglichkeiten faktisch falsch und nur eine richtig. Bis hierhin hält sich Bullsh*t auch an diese Vorgabe, der Clou besteht allerdings darin, dass der befragte Kandidat nicht zwingend die korrekte Antwort auswählen muss, um eine Runde weiterzukommen. Die Show mixt hier Elemente des gleichnamigen Kartenspiels (auf deutsch als Lügen, Schummellieschen und weiteren bekannt) hinein. Der Kandidat wählt seine Antwort und erklärt den anderen dann, wieso es die richtige ist. Ist die gewählte Antwort in der Tat korrekt, ist er sofort eine Runde weiter.

Lügen ist Trumpf

Ist sie jedoch falsch, werden die drei Teilnehmer für ihn relevant: Hat auch nur ein einziger getippt, er läge richtig, ist der Kandidat ebenfalls weiter. Tippen alle drei, dass er falsch lag, ist er bei einer falschen Antwort raus. In diesem Falle wird geschaut, wer von den dreien die höchste Akkuratesse bei seinen bisherigen Einschätzungen vorweisen kann, diese Person übernimmt dann die Rolle des Befragten und die freigewordene Position wird mit einem neuen Teilnehmer besetzt. Einer der Reize des Konzepts ist es, dass ein Kandidat theoretisch mit einer aleatorischen Antwortenauswahl gewinnen kann, wenn er sich trotz Ahnungslosigkeit gut genug verkauft.

Die passive Interaktivität liegt also darin, dass der Zuschauer hier nicht nur bei den Fragen selbst mitraten kann, sondern im Anschluss daran selbst einschätzen darf, ob der Kandidat die Wahrheit sagt oder versucht, sich seinen Weg zur Millionen zu erlügen. Wie in Ist das Kuchen? wird hierfür aber viel zu wenig Zeit eingeräumt, was sowohl den Rate- als auch den Analysespaß deutlich trübt. Einige der Teilnehmer sind auch eher nervig und generell drängt sich so manches Mal die Frage auf, ob das alles echt oder inszeniert ist.

Credits

OT: „Bullsh*t the Game Show“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Alan Carter
Musik: David Russo
Kamera: Brent Barbano
Mitwirkende: Howie Mandel

Bilder

Trailer

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Bullsh*t: Die Quizshow – Staffel 1
Fazit
„Bullsh*t: Die Quizshow“ bietet ein interessantes Grundkonzept und macht es Zuschauern leicht, „nur noch schnell eine weitere Episode“ zu schauen, wenn einmal angefangen wurde. Während bestimmte Schwächen der Sendung nicht wegzudiskutieren sind, ist sie Quizfans dennoch zu empfehlen.
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