Prinzessinnentausch

„Prinzessinnentausch“ // Deutschland-Start: 16. November 2018 (Netflix)

Als die US-Amerikanerin Stacy (Vanessa Hudgens) mit ihrem Jugendfreund Kevin (Nick Sagar) und dessen Tochter Olivia (Alexa Adeosun) in das ferne europäische Königreich Belgravia reist, dann eigentlich nur, um am dortigen Weihnachtsbackwettbewerb teilzunehmen. Doch dabei läuft sie Margaret (ebenfalls Hudgens) über den Weg. Die sieht genauso aus wie sie, ist dabei jedoch die Herzogin von Montenaro und steht kurz davor, den Prinzen Edward (Sam Palladio) zu heiraten. Vorher will sie aber noch einmal ein bürgerliches Leben kennenlernen. Und so überredet sie Stacy dazu, dass die beiden für zwei Tage ihre Identitäten tauschen sollen. Tatsächlich gelingt es ihnen, ihr Umfeld zu täuschen. Doch mit einer Sache haben sie nicht gerechnet: Plötzlich sind da romantische Gefühle im Spiel …

Nicht mehr lang, dann ist Weihnachten! Zeit, sich schon mal Gedanken zu machen, was wer als Geschenk bekommt und welche Plätzchen wir dieses Jahr backen wollen. Fehlt nur noch der dazu passende Film fürs Stimmungsglück. Uneigennützig wie sie nun einmal sind, wollen die Programmchefs von Netflix bei der Abendgestaltung ein Wörtchen mitreden. Und das bedeutet, dass pünktlich zum November immer mehr festlich gestimmte Titel ins Programm aufgenommen werden. Den Auftakt machte vor zwei Wochen The Holiday Calendar über einen magischen Adventskalender, der zwei füreinander bestimmte Menschen endlich ihre Gefühle entdecken lässt. Nun gibt es Nachschub in Form von Prinzessinnentausch.

Weg mit dem Risiko!
Wem schon der Kollege zu viel süßliche Schablonenromanze war, der braucht das hier erst gar nicht zu versuchen. Denn während der die Zukunft vorhersagende Kalender zumindest eine originelle Idee inmitten des Weihnachtseinheitsbreis gab, da ist hier wirklich nur noch Letzteres im Angebot. Trotz der vielen Leckereien, die sie hier backen wollen. Auffallend ist lediglich, wie furchtbar unwichtig das Thema des Backens hier ist. Es ist zwar der Anlass, warum es Stacy in das fiktive Land Belgravia verschlägt. Und zum Schluss gibt es den Wettbewerb, der natürlich so endet, wie es die Romanzengötter verlangen. Das Backen an sich fällt aber völlig weg. In Prinzessinnentausch macht sich keiner die Hände schmutzig, nicht einmal an Teig.

Stattdessen ist das hier so klinisch rein, so völlig frei von Ecken und Kanten, dass man sich beim bloßen Anschauen schon schmutzig fühlt. Aber mit dem wahren Leben soll das hier ja nichts zu tun haben, da kann Prinzessinnentausch noch so zynisch davon sprechen, dass das Glück jeden findet. Der Film soll zum Träumen anregen. Schließlich bekommt hier am Ende jeder das, was er verdient. Die Liebe des Lebens. Ein Königreich. Einen Platz in einer Tanzschule. Und den Sieg bei einem Backwettbewerb. Alles was man so braucht, um als einfacher Mensch irgendwie über die Runden zu kommen.

Der Traum vom Prinzen
Es ist noch nicht einmal so, dass man sich darüber wirklich aufregen könnte. Dafür ist das hier zu harmlos, zu nett, zu langweilig in dem Bestreben, alles streng nach Vorschrift zu machen und dabei freie Liebe vorzutäuschen. Sein Publikum wird das hier finden, das Bedürfnis nach adligen Liebesgeschichten ist ungebrochen. Hier darf sich jeder mal als Prinzessin fühlen. Dass das Ganze an Weihnachten spielt, hat auf den Inhalt zwar nur wenig Einfluss – bis aus den seltsamen älteren Herren, der hier immer wieder auftaucht und von Weihnachtswundern faselt –, es schadet aber auch nicht. Schließlich erlaubt es den Machern, noch ungenierter von großen Gefühlen zu sprechen. Denn die kommen hier quasi von allein.

Wirklich bewegend ist das nicht, dafür sind die Figuren zu langweilig. Aber sie sollen ja auch in erster Linie einfach gut aussehen, Persönlichkeit ist da zweitrangig. Oder Charisma. Oder Humor. Versuche gibt es natürlich immer mal wieder, komisch zu sein. Aber er beschränkt sich darauf, dass mal jemand in den Abgrund stürzen darf oder die vornehme Margaret keine Ahnung hat, was es heißt, in einem normalen Leben unterwegs zu sein. Aber das weiß Prinzessinnentausch letztendlich ja genauso wenig. Die Romanze ist das Gegenstück zu industriell gefertigten Plätzchen: Sie erfüllen ihren Zweck, sind völlig austauschbar, betäuben die Geschmacksnerven mit jeder Menge Zucker, ohne dass man sich etwas Gutes damit tun würde oder etwas damit verbinden würde.

Prinzessinnentausch
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Prinzessinnentausch
Wenn in „Prinzessinnentausch“ eine Adlige und eine Bäckerin für ein paar Tage ihre Identität tauschen, dann folgt das ohne jegliche Überraschung dem Schema einer solchen adligen Liebeskomödie. Wer diese mag, hat auch hier seinen Spaß und wird sich weder an den profillosen Charakteren, noch an dem aufgesetzten Weihnachtsthema oder dem nichtssagenden Humor stören. Denn hier dürfen schöne Menschen den Traumpartner finden. Mehr kann und will der Film nicht.
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