Man vs Bee Netflix
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Man vs. Bee 

Man vs Bee Netflix
„Man vs. Bee“ // Deutschland-Start: 24. Juni 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Die Freude ist groß bei Trevor (Rowan Atkinson), als er endlich wieder eine neue Arbeit hat. So wird er beauftragt, auf das Haus von Nina (Jing Lusi) und Christian (Julian Rhind-Tutt) aufzupassen, während diese in Urlaub sind. Die Regeln, welche die beiden für ihn bereithalten, sowohl auf das Haus wie auch auf den Familienhund Cupcake bezogen, sind zwar ein bisschen zahlreich. Aber ist nichts dabei, was er nicht hinbekommen würde. Schließlich hat er selbst ein Haus. Oder hatte es mal. Beste Voraussetzungen also für einen Job, der so schwer ja nicht sein kann. Nur hat er nicht damit gerechnet, dass eine hartnäckige Biene ihm die Arbeit derart verleiden könnte. Was er auch versucht, er wird den umherschwirrenden Störenfried einfach nicht los. Und je erbitterter der Kampf, umso mehr wird das Haus in Mitleidenschaft gezogen …

Ein bescheidenes Comeback

In den 80ern und 90ern war Rowan Atkinson einer der größten Comedy-Stars Europas, seine Auftritte in Blackadder und Mr. Bean waren legendär. Inzwischen hat sich der Brite aber ein wenig rar gemacht. Mit den Agentenparodien Johnny English – Jetzt erst recht (2011) und  Johnny English – Man lebt nur dreimal (2018) war er im vergangenen Jahrzehnt nur in zwei größeren Produktionen dabei. Seither war Funkstille. Umso größer ist die Freude, wenn der Meister des Slapsticks sich mit der Netflix-Serie Man vs. Bee zurückmeldet. Wobei Serie ein bisschen hoch gegriffen wäre. Die meisten der neun Folgen sind nur rund zehn Minuten lang, zusammengezählt kommt eine herkömmliche Spielfilmlänge heraus. Warum man sich überhaupt für dieses Format entschieden hat, wird nie wirklich klar.

Die zweite kleine Irritation, zumindest für ein hiesiges Publikum: Trevor kämpft nicht gegen eine Honigbiene, wie man angesichts des Titels vermuten würde. Stattdessen wird eine Hummel zur großen Widersacherin des Protagonisten – auf Englisch „bumblebee“. Auf den Verlauf der Geschichte hat dies aber natürlich keine nennenswerten Auswirkungen. Es hätte mehr oder weniger jedes fliegende Insekt sein können, mit dem sich Trevor da einen Kleinkrieg liefert. Es ist nicht einmal so, dass die Hummel allzu aggressiv oder aufdringlich wäre. Warum der Housesitter in Man vs. Bee ein derart großes Problem mit dem kleinen Tier hat, wird nie so recht klar. Da geht es dann wohl doch mehr um das Prinzip, dass er einfach seine Ruhe haben will und er diese durch das konstante Summen und Surren beeinträchtigt sieht.

Alles Wertvolle muss weg!

Aber um Plausibilität geht es in Man vs. Bee sowieso nicht. Die Eskalation folgt nicht den Regeln der Rationalität. Vielmehr erfreuen sich Atkins und William Davies, der Co-Entwickler der Serie, daran, wie eine eigentlich harmlose Situation derart aus dem Ruder laufen kann, bis alles in Schutt und Asche liegt. Dass von dem schicken Anwesen des Paares am Ende vieles nicht mehr heil sein wird, ist klar. Die Serie macht schon bei der ersten Folge klar, was in dem Haus ganz besonders wertvoll ist und deshalb nicht angefasst werden sollte. Das kundige Publikum weiß deshalb sofort, dass diese Objekte über kurz oder lang der Zerstörungswut des wild gewordenen Housesitters zum Opfer fallen werden. Auch bei den Besonderheiten, die es beim Umgang mit dem Familienhund zu beachten gibt, ist klar: Das muss alles schief gehen, sonst würde das Drehbuch diese Stolperfallen nicht so betonen.

Das ist dann aber auch das Problem bei der Serie: Man vs. Bee macht genau das, was man von einem Rowan Atkinson in einer solchen Situation erwarten kann. Aber eben nicht mehr. Die meisten der Gags sind eine derart logische Folge aus den Bedingungen, dass sie schon irgendwie langweilig sind. Allenfalls die überzogenen Versuche, die Hummel aus dem Verkehr zu ziehen, sowie eine spätere Wendung sorgen für kleinere Überraschungen. Aber es sind nicht genug, um den tendenziell eintönigen Verlauf der Geschichte ausgleichen zu können. Zum Teil liegt das sicher auch an den Umständen, wenn der Dreh von der Corona-Pandemie mitbestimmt wurde. Zum Teil mangelte es aber auch einfach an Einfallsreichtum. Deswegen ist das Ergebnis ein wenig zwiespältig. Das Comeback des britischen Komikers liefert zwar schon das, was seine Fans an ihm lieben. Etwas größere Ambitionen wären aber schon schön gewesen.

Credits

OT: „Man vs. Bee“
Land: UK
Jahr: 2022
Regie: David Kerr
Drehbuch: William Davies
Idee: David Kerr, William Davies
Musik: Lorne Balfe
Kamera: Karl Oskarsson
Besetzung: Rowan Atkinson, Jing Lusi, Julian Rhind-Tutt, Claudie Blakley, India Fowler

Bilder

Trailer

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Man vs. Bee 
Fazit
„Man vs. Bee“ zeigt Rowan Atkinson, wie ihn seine Fans kennen und lieben. Dennoch ist die Geschichte um einen Housesitter, der sich einen zunehmend eskalierenden Kleinkrieg mit einer Hummel liefert, nicht der ganz große Wurf. Obwohl die Serie sehr kurz ist, neigt sie zur Eintönigkeit. Die meisten Witze sind letztendlich ein bisschen einfallslos.
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