Resort to Love Netflix
© Netflix/David Bloomer

Resort to Love

Inhalt / Kritik

Resort to Love Netflix
„Resort to Love“ // Deutschland-Start: 29. April 2021 (Netflix)

Der Traum von der großen Musikkarriere ist für Erica (Christina Milian) erst einmal vorbei. Als ein geplantes Album nicht erscheint, bleibt ihr nichts anderes übrig, als anderweitig ihr Geld zu verdienen. Und so landet die Sängerin in einem Luxusresort auf Mauritius, wo sie die Gäste unterhalten soll. Für sie, die sich schon auf den Bühnen dieser Welt gesehen hat, ist dieser Schritt eine unglaubliche Demütigung. Aber es kommt noch schlimmer: Ausgerechnet ihr Ex Jason (Jay Pharoah) will in diesem Resort seine Freundin Beverly (Christiani Pitts) heiraten, Erica soll für die musikalische Untermalung verantwortlich sein. Und auch wenn Jasons Bruder Caleb (Sinqua Walls) alles dafür tut, um das ehemalige Paar voneinander zu trennen, ganz vorbei sind die Gefühle von einst nicht …

Peinlich unwahrscheinliche Situationen

Was ist schlimmer als ein Schicksalsschlag? Ganz klar: zwei Schicksalsschläge. Sie kann einem schon leidtun, die Erica. Erst läuft ihr der Verlobte weg, dann hat sich das mit der Karriere erledigt. Und dann auch noch der Gipfel mit der Hochzeit, bei der sie singen soll. Glaubwürdig ist das natürlich nicht. Der Netflix-Film Resort to Love hat keinerlei Schamempfinden, wenn es darum geht, irgendwelche unmöglichen Situationen zu kreieren. Das betrifft nicht nur das anfängliche Szenario. Auch später hat man immer wieder den Eindruck, der Film würde außerhalb jeglicher Realität stattfinden. Als wären wir nicht nur auf einer fernen Insel, sondern fernab von dem, was man vom Leben erwarten darf und muss.

Natürlich muss ein Film nicht streng die Welt da draußen abbilden. Und zumindest anfangs funktioniert das in Resort to Love noch, wenn der Fokus auf den peinlichen Situationen liegt, in die Erica immer wieder stolpert. Da wird dann schon mal ein Ständchen zu einer derart erbärmlichen und schiefen Lachnummer, dass man selbst aus einer Karaokebar geschmissen würde. Dabei kann Hauptdarstellerin Christina Milian natürlich durchaus singen. Ihre Musikkarriere liegt inzwischen zwar schon ein Weilchen zurück. Aber vor rund zwanzig Jahren war sie mehrfach in den britischen Top 10 anzutreffen. Auch in den USA feierte sie seinerzeit einige Erfolge, bevor sie sich dann doch ihrem ursprünglichen Traum der Schauspielerei zuwandte.

Keine Ideen, kein Spaß

Ob sie das Talent dafür mitbringt, darüber kann man geteilter Ansicht sein. Zumindest hat sie einen eher fragwürdigen Geschmack, was die Filmauswahl angeht: Die Filmografie besteht größtenteils aus mäßigen Liebeskomödien wie zuletzt Falling Inn Love. Da reiht sich Resort to Love jetzt nahtlos ein. Leider. Ein großes Problem dabei ist, dass der Film einfach nicht unterhaltsam ist. Immer wieder wird deutlich, dass dem Drehbuchteam Tabi McCartney und Dana Schmalenberg einfach keine Witze eingefallen sind. Vielleicht haben es die zwei aber auch gar nicht erst versucht. Und um den mangelnden Inhalt irgendwie zu kaschieren, wird lieber ein bisschen überzeichnet. Gerade die Nebenfiguren gehen über Karikaturen nicht hinaus.

Aber auch der andere wichtige Aspekt einer Liebeskomödie – die Romantik – ist schwach ausgeprägt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Resort to Love lange offen lassen will, ob es nun zu einer Reunion von Erica und Jason kommt. Finden die einstigen Turteltauben noch einmal zusammen und damit zu einem verspäteten Happy End? Oder ist es der Bruder, in dessen Armen die Verschmähte landet? Solche Dreiecke können ganz spannend sein. Hier jedoch plätschert das schon nach kurzer Zeit derart unmotiviert vor sich hin, dass man es auch gleich ganz lassen kann. Wenn überhaupt, dann ist der Film für die schönen Landschaftsaufnahmen und die attraktiven Menschen sehenswert. Wem das reicht, kann sich vor der Kulisse des sanft wogenden Meeres berieseln lassen. Oder auch von dem Gefälligkeitspop, der immer mal wieder davon abzulenken versucht, dass hier niemand etwas zu sagen hatte.

Credits

OT: „Resort to Love“
Land: USA
Jahr: 2021
Regie: Steven Tsuchida
Drehbuch: Tabi McCartney, Dana Schmalenberg
Musik: Laura Karpman
Kamera: Greg Gardiner
Besetzung: Christina Milian, Sinqua Walls, Jay Pharoah, Tymberlee Hill, Jeryl Prescott, Christiani Pitts

Bilder

Trailer

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In „Resort to Love“ wird eine Frau erst von ihrem Verlobten verlassen, später ist auch die Musikkarriere Geschichte. Das reicht anfangs noch für mäßig komische peinliche Situationen. Später versucht der Film, sich vor allem durch Musiknummern aus der Verantwortung zu stehlen, eine Geschichte erzählen zu müssen. Mit wenig Erfolg: Die Liebeskomödie ist weder romantisch noch komisch.
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