Leas 7 Leben Netflix
© Netflix/Lou Faulon

Léas 7 Leben – Staffel 1

Leas 7 Leben Netflix
„Léas 7 Leben“ // Deutschland-Start: 28. April 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Der Schock ist groß bei Léa (Raïka Hazanavicius), als sie eines Tages zufällig über ein Skelett stößt, das im Sand vergraben war. Wer die Leiche ist und wie sie dorthin kam, ist für die Polizei zunächst ein Rätsel. Léa, die nach dem Fund die Behörden informiert hat, wüsste selbst gern mehr, wird aber vorzeitig von ihren Eltern abgeholt. Eine noch größere Überraschung erwartet sie jedoch am nächsten Morgen. Dass irgendwas nicht ganz richtig ist, fühlt sie zwar sofort. Doch es dauert eine Weile, bis sie realisiert, was genau das Problem ist: Sie steckt nicht in ihrem Körper, sondern dem eines Jugendlichen. Und nicht irgendeines Jugendlichen. Vielmehr wurde sie über Nacht zu Ismaël (Khalil Gharbia), der sich als der zuvor gefundene Tote herausstellt. Das Jahr: 1991 …

Körpertausch + Zeitreise + Krimi

Anfangs könnte man noch meinen, dass es sich bei der neuen Netflix-Serie Léas 7 Leben um einen regulären Krimi handelt. Wie bei diesem beginnt die Geschichte mit dem Fund einer Leiche. Anschließend heißt es herauszufinden, wie die Person zu Tode gekommen ist und aus welchem Grund. Üblicherweise fällt diese Aufgabe der Polizei zu oder anderen Leuten, die sich beruflich mit dem Thema Verbrechen befassen. Hier ist es mal eine gewöhnliche Schülerin, die in die Geschichte hineinstolpert und zufällig zur Ermittlerin wird. Ungewöhnlich ist jedoch der Fantasyaspekt, der sie in den Körper des Opfers schlüpfen lässt. Und es wird nicht der einzige Körpertausch bleiben. Die französische Produktion trägt ihren Titel nicht umsonst: Sieben Folgen hat die erste Staffel, sieben fremde Leben wird sie währenddessen annehmen.

Und als wäre das nicht schon eigenartig genug, geht dieser Körpertausch mit einer Zeitreise einher. Mit jedem Tausch kehr sie in das Jahr 1991 zurück, also zwanzig Jahre in die Vergangenheit. Beide Elemente – Körpertausch und Zeitreise – sind im Science-Fiction-Genre feste Bestandteile, zum Teil auch bei Fantasygeschichten. Léas 7 Leben nutzt diese aber, um den besagten Krimi daraus zu machen. Zumindest anfangs. Später wird sich das ein wenig ändern. Die von einem Roman von Nataël Trapp inspirierte Serie ist gleichzeitig auch ein Drama, wenn es die zum Teil sehr traurigen Geschichten von Ismaël und dessen Umfeld erzählt. Hinzu kommt der persönliche Aspekt, der Léa selbst betrifft. Der vermeintliche Unbekannte stellt sich als Bekannter ihrer Eltern heraus, selbst wenn diese das abstreiten. Was auch immer in der Vergangenheit geschehen ist, hat daher Auswirkungen auf die Gegend. Und das in mehr als einer Hinsicht.

Die Suche nach der richtigen Zukunft

Tatsächlich erinnert Léas 7 Leben ein wenig an die brasilianische Serie Wieder 15, die vor einigen Monaten auf Netflix startete. Dort war es eine im Leben mehr oder weniger gescheiterte Frau Anfangs dreißig, die wieder in ihrem jugendlichen Körper ist. In beiden Fällen versucht die Protagonistin die Zukunft zu verändern, indem sie in die Vergangenheit eingreift, und muss dabei feststellen: So einfach ist das nicht. Vermeintliche Nichtigkeiten ziehen einen Rattenschwanz an ungeahnten Folgen nach sich. Der Versuch, diesen Verlauf gezielt zu verändern, führt dazu, dass alles im Chaos endet. Die oben genannte Serien nahm das Ganze mit Humor, vergleichbar zu diversen anderen Zeitreise-Komödien. Die französische Variante hat ebenfalls den einen oder anderen witzigen Moment aus der Prämisse herausgeholt. Jeden Tag im Körper eines anderen Menschen zu landen, das bringt zwangsläufig peinliche Situationen mit sich. Im Mittelpunkt stehen diese aber nicht.

Stattdessen wird das Publikum auf diese Weise nach und nach näher an die Wahrheit geführt. Mit jeder Folge und jedem Körper gewinnt Léa neue Perspektiven hinzu, erhält Einblicke in die Figurenkonstellationen und all die Probleme, über die nie jemand reden wollte. Die Aufarbeitung der Vergangenheit geschieht hier also nicht allein des kriminologischen Aspekts wegen. Da geht es auch um die Konfrontation mit den Leichen, die alle irgendwo vergraben haben, nicht nur im wörtlichen Sinn. Das ist durchaus interessant, führt gleichzeitig aber dazu, dass die Geschichte nicht unbedingt sehr zielstrebig erzählt wird. Wem es in erster Linie darum geht herauszufinden, wie denn Ismaël zu Tode gekommen ist, der braucht schon etwas mehr Geduld. Lang sind die Folgen zwar nicht, im Schnitt 45 Minuten. Die persönlichen Probleme überdecken in Léas 7 Leben aber zuweilen die Ermittlungen so sehr, dass man den Eindruck hat, es geht nicht voran. Die Anfangsfrage gerät da in Vergessenheit. Wer sich damit abfinden kann, findet hier eine interessante Kombination aus besagtem Wieder 15, dem Körpertausch-Thriller Every Time I Die und der Kultserie Zurück in die Vergangenheit.

Credits

OT: „Les 7 vies de Léa“
Land: Frankreich
Jahr: 2022
Regie: Julien Despaux, Émilie Noblet
Drehbuch: Déborah Hassoun, Dorothée Lachaud, Camille Rosset, Frédéric Rosset, Alice Vial
Idee: Charlotte Sanson
Vorlage: Nataël Trapp
Musik: Jean-Benoît Dunckel
Kamera: Brecht Goyvaerts, Lucie Baudinaud
Besetzung: Raïka Hazanavicius, Khalil Gharbia, Marguerite Thiam, Théo Fernandez, Maïra Schmitt, Rebecca Williams, Alexander Ferrario, Mélanie Doutey

Bilder

Trailer

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Léas 7 Leben – Staffel 1
Fazit
In „Léas 7 Leben“ wacht eine Schülerin in dem Körper eines Jugendlichen auf, dessen Leiche sie zuvor gefunden hat – zwanzig Jahre später. Das klingt verwirrend und ist doch nur der Anfang einer Geschichte, die auf interessante Weise Körpertausch und Zeitreise zu einem Krimi verbindet. Zwischendurch hält sich die Serie ein bisschen lang mit persönlichen Dramen auf. Spannend ist der ungewöhnliche Genremix aber ohne Zweifel.
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