Inhalt / Kritik

Dad Stop Embarrassing Me! Netflix

„Dad Stop Embarrassing Me!“ // Deutschland-Start: 14. April 2021 (Netflix)

Beruflich mag es für den Geschäftsmann Brian Dixon (Jamie Foxx) noch ganz gut laufen. Privat sieht es hingegen schwieriger aus. So muss er sich seit dem Tod seiner Frau allein um seine Tochter Sasha (Kyla-Drew) kümmern. Und auch wenn er das gern hätte, er findet nicht so richtig Zugang zu Teenagerin, die zunehmend darauf drängt, ein eigenes Leben führen zu dürfen. Immer wieder holt sich Brian daher Rat bei seinem Vater (David Alan Grier) und seiner Schwester Chelsea (Porscha Coleman), was meist aber nur zu noch mehr Chaos führt. Selbst der Besuch bei einer Psychologin, welche den zweien bei ihren Problemen helfen soll, bringt nicht das erhoffte Ergebnis …

Ein Multitalent sucht Beschäftigung

Wenn es um die darstellenden Künste geht, da hat Jamie Foxx beeindruckend viel erreicht. So erhielt er für seine Darstellung der Soul-Legende Ray Charles in Ray unter anderem einen Oscar und einen Golden Globe als bester Hauptdarsteller. Seine Musikalben waren sehr gefragt, etwa Unpredictable, welches 2005 an der Spitze der US-Charts stand. Und auch als Stand-up-Comedian feierte er Erfolge. Doch wie das so ist bei Multitalenten, sie probieren gern immer mal wieder etwas Neues aus. Und so versucht Foxx seit einigen Jahren, zusätzlich als Produzent und Autor Fuß zu fassen und sich so noch ein weiteres Standbein aufzubauen.

Ein Selbstläufer sind die diversen Unternehmungen von Foxx jedoch nicht, wie einem seine Netflix-Sitcom Dad Stop Embarrassing Me! vor Augen führt. Dabei kann man dem Künstler nicht vorwerfen, sich reingehängt zu haben. So entwickelte er die Serie gemeinsam mit Jim Patterson, war an den Drehbüchern beteiligt, produzierte das Ganze auch noch. Und klar, er ist der Hauptdarsteller, mehrfach sogar, schlüpft er in den acht Folgen der ersten Staffel gleich in vier verschiedene Rollen. Das weckt Erinnerungen an Eddie Murphy, der im Laufe seiner Karriere diverse Filme drehte, in denen er verschiedene Rollen übernahm – darunter die Kultkomödie Der Prinz aus Zamunda.

Langweilige Figuren, einfallslose Gags

Dass Dad Stop Embarrassing Me! einen vergleichbaren Kultstatus erreichen wird, darf jedoch bezweifelt werden. Sehr viel wahrscheinlicher ist, dass sich schon bald niemand mehr an diese durch und durch belanglose und farblose Serie erinnern wird. Das liegt jedoch weniger an Foxx oder den anderen aus dem Ensemble, die oft Mut zur Hässlichkeit und Lächerlichkeit zeigen. Vielmehr sind die Drehbücher das Problem. Das fängt schon damit an, dass hier wirklich keine einzige Figur ist, deren Persönlichkeit interessant genug wäre, um am Ball bleiben zu wollen. Dann und wann können sie zwar nerven, wenn sie etwa übergriffig werden oder sich anderweitig fragwürdig verhalten. Ansonsten sind sie in erster Linie langweilig.

Schlimmer noch aber: Die Gags zünden nicht. In Dad Stop Embarrassing Me! werden unentwegt Sachen aus der Mottenkiste hervorgegraben, die schon beim letzten Mal etwas abgestanden gemüffelt haben. Selbst wenn sich das umfangreiche Autorenteam mal an einem zeitgenössischen Thema versucht, etwa sozialen Medien oder Spysoftware auf den Handys, hat man immer den Eindruck, dass da ein Konsortium älterer Herren schnell was zusammengeschrieben hat. Es fehlt die Frische, es fehlt der Einfallsreichtum oder auch schon der Wille, mal etwas auszuprobieren, das über Sitcom-Fastfood hinausgeht. Es gibt noch nicht mal etwas, wofür man sich unbedingt schämen müsste.

Eine Serie voller Pseudo-Gelächter

Dafür gibt es mal wieder Gelächter aus der Konserve. Kontinuierlich wird versucht, dem Publikum durch suggestives Lachen zu signalisieren: Achtung, das war jetzt komisch! Doch wie bei zu vielen der Sitcoms, die Netflix in den letzten Jahren veröffentlicht hat, ist das mehr ein frommer Wunsch. Vielmehr verdeutlicht die Häufigkeit künstlichen Gelächters, wie selten man selbst mitmacht. Und so reiht sich Dad Stop Embarrassing Me! in die Liste von Kollegen wie The Crew oder Country Comfort ein, die kürzlich ebenfalls an der Aufgabe gescheitert sind, durch Witze oder spannende Figuren zu unterhalten. Selbst wenn das hier alles nicht katastrophal schlecht ist, man verschwendet schon seine Zeit.

Credits

OT: „Dad Stop Embarrassing Me!“
Land: USA
Jahr: 2021
Regie: Ken Whittingham
Drehbuch: Jim Patterson, Jamie Foxx, Bentley Kyle Evans, Jesse Jensen, Max Searle, Jacque Edmonds Cofer, Johnny Mack, Rachel Livingston,  Jamie Rhonheimer, Tori Collins
Idee: Jamie Foxx, Jim Patterson
Musik: Ainz Brainz Prasad
Kamera: Robin J. Strickland, Donald A. Morgan
Besetzung: Jamie Foxx, David Alan Grier, Kyla-Drew, Porscha Coleman, Jonathan Kite, Heather Hemmens

Bilder

Trailer

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

Dad Stop Embarrassing Me! – Staffel 1
„Dad Stop Embarrassing Me!“ erzählt von einem unfähigen Vater, der alleine seine jugendliche Tochter großziehen muss. Trotz großen Einsatzes des Ensembles ist die Sitcom letztendlich Zeitverschwendung: Die Figuren sind ebenso langweilig wie die Gags. Es gibt hier so gar nichts, an das man sich im Anschluss erinnern würde.
4von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

Hinterlasse eine Antwort