Team Kaylie Netflix

„Team Kaylie – Teil 1“ // Deutschland-Start: 27. September 2019 (Netflix)

Eigentlich ist es Kaylie (Bryana Salaz) gewohnt, dass ihr alle zu Füßen liegen. Aber es gibt eine Ausnahme: die Richterin. Die lässt sich so gar nicht von dem Glanz der berühmten jungen Frau blenden und verdonnert sie daher zu gemeinnütziger Arbeit. Sie soll in Zukunft einen Wildnis-Club an einer Schule leiten, dem Chewy (Elie Samouhi), (Eliza Pryor), Ray Ray (Kai Calhoun) und Jackie (Symera Jackson) angehören. Die notwendigen Fähigkeiten dafür hat sie natürlich nicht, von ihrer dominanten Mutter (Rosa Blasi) hat sie lediglich gelernt, wie man berühmt ist und damit Geld verdient. Entsprechend schwierig gestalten sich auch die ersten Schritte mit den Stöckelschuhen, als es raus in die Berge geht …

Gleiches Recht für alle. Zwar stehen im Mittelpunkt der Welteroberungspläne von Netflix die Erwachsenen, da die ja auch die monatlichen Abo-Gebühren überweisen sollen. Doch inmitten der vielen Eigenproduktionen finden sich auch immer wieder solche, die sich an ein jüngeres Publikum richten. Das bedeutet zum einen ganz viele Animationsserien für die ganz Kleinen. Da sind Geheimtipps dabei wie Hilda, aber auch vieles, das es sich nicht zu erwähnen lohnt. Für die etwas älteren gibt es Sitcoms wie Prinz von Peoria und Malibu Rescue oder die Pferdeserie Zoe und Raven. Auch dort ist die Qualität eher überschaubar.

Nur ein bisschen lächerlich …
Das gilt leider ebenfalls für Team Kaylie, welches diese Woche ohne größere Marketingmaßnahmen auf das Publikum losgelassen wurde. Im Mittelpunkt steht dabei die titelgebende Kaylie, eine dieser Berühmtheiten, von denen man gar nicht sagen kann, wofür genau sie denn berühmt sein soll. Eine Art Kim Kardashian, wenn man so mag. Darüber kann man sich lustig machen, die Serie tut das auch, wieder und wieder. Mit satirischer Schärfe geht das jedoch nicht einher, schließlich soll Kaylie, aller Oberflächlichkeit zum Trotz, auch eine Heldin sein. Mit so jemandem darf man daher nicht wirklich gemein umspringen.

Und so konzentriert sich die von Tracy Bitterolf entwickelte Serie erst einmal darauf, möglichst viel mit Kontrasten zu reiben. Wenn eine selbstverliebte Glitzer-Prinzessin, sonst auf Yachten und roten Teppichen zu Hause, durch den Wald laufen und sich die Hände schmutzig machen muss, während eine Horde von Kindern irgendwelche Aufgaben erledigt, dann entsteht allein durch diese Reibung Komik. So die Theorie. Während die Idee dahinter durchaus einleuchtet, lässt das Ergebnis aber jede Menge zu wünschen übrig. Es lässt vor allem den Witz zu wünschen übrig. Dem Drehbuchteam, zu dem Bitterolf auch selbst gehört, fiel nämlich nicht viel mehr ein als das Szenario, verließ sich wohl darauf, dass das allein schon ausreicht, um die Zuschauer und Zuschauerinnen zum Lachen zu bringen.

Lacht jetzt … bitte?
Und damit die auch ja wissen, dass sie lachen sollen, nutzt Team Kaylie die inzwischen eigentlich altmodischen Lacher aus der Konserve, die zur Animierung des Publikums eingespielt werden. Auch das ist ziemlich faul. Immerhin gab man sich aber die Mühe, diese Lacher zeitlich passend einzusetzen. Anders als beim Netflix-Kollegen Familienanhang sind die Einspieler so getimt, dass sie mit tatsächlichen Witzen korrespondieren und tauchen nicht einfach willkürlich mittendrin auf. Das macht die Sache aber nur marginal besser, wenn die Gags als solche derart langweilig sind. Dabei bemühte man sich, bei den Figuren richtig dick aufzutrumpfen, baute von Nerds bis zu Gothic-Hexen komplett überzeichnete Teammitglieder ein. Gebracht hat es wenig.

Insgesamt ist hier in erster Linie ein bisschen Dämmern angesagt, wenn die Folgen trotz der überschaubaren Sitcom-Länge von 25-30 Minuten einschläfernd wirken. Richtig ärgern muss man sich über das Ganze nicht, zumal die Besetzung gemessen an dem Inhalt gar nicht so schlecht ist. Und wenn die jungen Protagonisten und Protagonistinnen lernen, sich gegenseitig zu unterstützen, sich selbst treu zu bleiben und noch ein paar andere Tugenden auf dem Pfad der Stachelschweine einsammeln dürfen, kann man nur schlecht gegen die Absicht argumentieren. Mehr als ein Wegwerfprodukt ist Team Kaylie dennoch nicht. Etwas über das man vielleicht zufällig mal stolpert, das man jedoch sicherlich nicht gezielt zu suchen braucht.



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Team Kaylie – Teil 1
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Team Kaylie – Teil 1
Ich bin ein Star, holt mich hier raus! In „Team Kaylie“ muss eine Celebrity-Jugendliche im Rahmen eines Wildnis-Schulclubs die dreckige Realität kennenlernen. Die Sitcom verlässt sich dabei in erster Linie auf den Kontrast und die überzeichneten Figuren. Das ist als Konzept schlüssig, in der Ausführung jedoch langweilig, da die Gags zu eintönig und lieblos sind.
4von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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