42 días en la oscuridad 42 Tage ohne Spur Netflix
© Diego Araya Corvalán/Netflix

42 Tage ohne Spur – Staffel 1

42 días en la oscuridad 42 Tage ohne Spur Netflix
„42 Tage ohne Spur – Staffel 1“ // Deutschland-Start: 11. Mai 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Der Tag Ende Juni 2010 beginnt ganz normal. Verónica (Aline Küppenheim) richtet ihren Kindern das Frühstück her, bevor ihr Ehemann Mario (Daniel Alcaíno) diese zur Schule fährt. Als ihre Tochter Kari (Julia Lübbert) später jedoch nach Hause kommt, ist von der Mutter nichts zu sehen, dafür aber einiges an Unordnung vorzufinden. Sie informiert ihren Vater sowie Verónicas Schwester Cecilia (Claudia Di Girólamo), bald schon wird die Polizei eingeschaltet. Zunächst steht die Theorie im Raum, Marios Ehefrau sei entführt worden, doch als die Ermittlungen nicht voranzukommen scheinen, nimmt Karis Tante die Sache selbst in die Hand …

Verwirrender Einstieg

42 Tage ohne Spur bietet dem Publikum einen etwas holprigen Einstieg. Natürlich darf ein Krimi Fragen aufwerfen, den Zuschauer zum Mitraten einladen, gerade wenn er zusätzlich dem Mystery-Genre zugeordnet werden kann. Allerdings muss dafür erst einmal eine Grundlage geschaffen werden, auf welcher das Detektivspielen auf der Couch auch stattfinden kann. Die Einführung der Charaktere ist hier jedoch nicht immer gelungen, gerade zu Beginn ist die Handlung auch ein klein wenig wirr inszeniert. Es ist nicht zu konfus, um überhaupt nicht durchzublicken, erfordert aber doch mehr Konzentration, als der Netflix-Laufkundschaft vielleicht zugemutet werden kann. Angesichts der immer kürzer werdenden Aufmerksamkeitsspanne des Durchschnittskonsumenten, gepaart mit dem schier unüberschaubaren Angebot an Filmen, Serien und Dokumentationen auf immer mehr Streamingplattformen, setzt sich 42 Tage ohne Spur hier einem gewagten Risiko aus und es gibt durchaus eine gewisse Chance, dass ein Gutteil der initial Einschaltenden nicht bis zum Ende (welches seine ganz eigenen Probleme mit sich bringt) durchhält.

Mit einer Dauer von 46 Minuten ist die erste Episode darüber hinaus die zweitlängste, nach der sechsten und somit letzten Folge, welche noch einmal 13 Minuten drauflegt. Es ist trotz allem ein vom Prinzip her verständlicher Ansatz. Der Titel des Serienpiloten lautet passenderweise So etwas passiert hier nicht, da die beschauliche chilenische Kleinstadt durch das Verschwinden von Verónica und was sich sonst noch in der Sache ereignet ziemlich aus ihrem Alltag gerissen wird und die Einwohner beziehungsweise die direkt und indirekt Beteiligten bisweilen davon überfordert sind. Die inszenatorische Herangehensweise spiegelt dies in gewissem Sinne also wieder, ist aber aus genannten Gründen nicht sonderlich ideal.

Vorsehbar, aber visuell gelungen

Das Ganze wird im weiteren Verlauf klarer, dennoch ist das Drehbuch nicht der stärkste Aspekt von 42 Tage ohne Spur. Das liegt nicht nur daran, dass die kompetente Kameraarbeit von Matías Illanes durchweg überzeugt, und die meisten Zuschauer zumindest visuell bei Laune halten wird, was unter anderem auch den gewählten Motiven und Sets zuzuschreiben ist. Es liegt nicht nur daran, dass der international weitgehend unbekannte chilenische Cast die Charaktere fühlbar zum Leben erweckt, von den Protagonisten bis hin zu den vermeintlich unwichtigeren Rollen. Es liegt vor allem daran, dass das Gros der Handlung schlicht vorhersehbar oder altbekannt ist. Was merkwürdig ist, da die Serie nicht nur auf einer wahren Begebenheit basiert, sondern sich überwiegend an die Vorlage der Journalistin Rodrigo Fluxá hält, welche den Vorfall sowie die entsprechende Gerichtsverhandlung nicht nur in einem Buch dokumentierte, sondern auch als Drehbuchautorin bei 42 Tage ohne Spur mitwirkte.

Darüber hinaus ist die Serie etwas zu lang geraten. Zwar kommt nie wirklich Langeweile auf, das Pacing wird immer wieder rechtzeitig angezogen, bevor es zu zäh wird. Aber die Mischung aus Krimi und stillem Drama hätte feiner abgestimmt werden müssen. Für viele wird die Serie die erste Berührung mit einem chilenischen Werk sein, angesichts des gezeigten Potenzials dürfte aber klar sein, dass die Streamingplattform bei entsprechendem Erfolg weitere Produktionen aus dem Südwesten Südamerikas in Auftrag gibt. Vielleicht etabliert sie dafür ja sogar eine eigene, an einen gängigen Internetspruch angelehnte Kategorie: „Netflix and Chile“.

Credits

OT: „42 días en la oscuridad“
Land: Chile
Jahr: 2022
Regie: Gaspar Antillo, Claudia Huaiquimilla
Drehbuch: Rodrigo Fluxá, Claudia Huaiquimilla
Vorlage: Rodrigo Fluxá
Kamera: Matías Illanes
Besetzung: Claudia Di Girólamo, Aline Küppenheim, Néstor Cantillana, Julia Lübbert, Daniel Alcaíno

Bilder

Trailer

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42 Tage ohne Spur – Staffel 1
Fazit
Das Verschwinden einer Frau ist in „42 Tage ohne Spur“ der Auftakt zu einem noch nie dagewesenen Fall in einer chilenischen Kleinstadt, welcher im Laufe der Zeit einige Wendungen nimmt. Kameraarbeit und Schauspiel überzeugen, die Handlung an sich bietet jedoch selten Überraschungen.
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