Love In The Villa Netflix
© Riccardo Ghilardi/Netflix

Love In The Villa

Love In The Villa Netflix
„Love In The Villa“ // Deutschland-Start: 1. September 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Was hatte sich Julie (Kat Graham) nicht darauf gefreut, endlich einmal nach Verona zu fahren, die Stadt von Romeo und Julia! Doch kurz bevor sie die lang vorbereitete Reise endlich ansteht, will ihr Freund Brandon (Raymond Ablack) eine Auszeit. Da die hoffnungslos romantische Grundschullehrerin nicht auf ihren Urlaub verzichten möchte, macht sie sich notgedrungen allein auf den Weg nach Italien. Dort angekommen, wartet bereits die nächste Hiobsbotschaft auf sie. So gab es offensichtlich bei der Buchung ein Missverständnis, weshalb die von ihr gemietete Villa bereits vergeben ist. Und das ausgerechnet an den zynischen Charlie (Tom Hopper). Aus Mangel an Alternativen beschließen sie daher, sich das Haus erst einmal zu teilen – zumindest bis sie einen Weg gefunden haben, den jeweils anderen loszuwerden …

Schicksal Liebe

Kaum eine Geschichte verbinden wir mehr mit Romantik als die um Romeo und Julia. Denn was kann es Schöneres geben, als für die Liebe zu sterben? Wenn in dem Netflix-Film Love In The Villa früh auf das berühmte Stück von William Shakespeare verwiesen wird und eine Reise nach Verona geplant ist, um auf den Spuren desselben zu wandeln, dann weiß das Publikum selbst ohne den Titel, dass da Liebe in der Luft ist. Die Frage ist nur, wen es diesmal erwischen wird und unter welchen Umständen. Und selbst diese Frage ist nach spätestens zehn Minuten beantwortet, wenn Julie Charlie gegenübersteht und die beiden sich anfangs so gar nicht abhaben können. Denn das gehört zum Vorspiel. Zwei attraktive Menschen, die sich widerwillig ein Haus teilen? Da schreibt sich das Drehbuch fast von selbst.

Zumindest in der ersten Hälfte versucht Regisseur und Drehbuchautor Mark Steven Johnson (Liebe garantiert, Daredevil) wenigstens, über das Schlagwort Romantik hinaus etwas anzubieten. Genauer besteht diese darin, wie die zwei grundverschiedenen Menschen sich das Haus teilen und sich dabei tierisch auf die Nerven gehen. Natürlich könnte man sich damit auch arrangieren, groß genug ist die Bude ja. Julie will zudem sowieso dauernd unterwegs sein, um sich die Stadt anzusehen, Charlie ist aus beruflichen Gründen in der Stadt. Da wäre es sinnvoll und plausibel, sich einfach ein bisschen aus dem Weg zu gehen. Das würde aber bedeuten, dass Love In The Villa nichts zu erzählen hat. Und so machen sich die zwei gegenseitig das Leben zur Hölle.

Gefühle nach der Stoppuhr

Das ist zwar ziemlich übertrieben, aber zumindest in Ansätzen amüsant. Kat Graham (Alles Gute kommt von oben) und Tom Hopper (The Umbrella Academy) funktionieren ganz gut als gegensätzliches Paar. Sie markiert die alles bis ins letzte Detail organisierende Romantikerin, er gibt den Zyniker, der es genießt, sie in ihrer schwierigen Situation zu sehen. Eine kurze Weile sieht es gar danach aus, dass Love In The Villa sich in Richtung Der Rosenkrieg bewegen könnte. Da werden diverse Gemeinheiten ausgepackt, sie spielen sich gegenseitig Streiche und überschreiten dabei bewusst und wiederholt Grenzen. Allzu viel sollte man sich davon aber nicht erwarten. Zum einen eskaliert das Ganze nicht so sehr, wie es wünschenswert gewesen wäre. Außerdem ist dieser Part recht schnell vorbei.

Stattdessen macht Johnson eine irritierende Kehrtwende mittendrin. Dass sich die beiden Streitenden irgendwann näherkommen, das ist zwar klar. Der Film folgt nicht nur an der Stelle streng dem Regelwerk einer Liebeskomödie. Während andere aber zumindest noch so tun, als wäre das mit einer Entwicklung verbunden, kommt es hier zu einem nicht näher erklärten Sinneswandel. Da wäre mehr Zeit oder ein nachzuvollziehendes Argument schön gewesen. Dafür hätte man bei dem 110 Minuten dauernden und damit viel zu langen Film gern bei dem Kitsch sparen dürfen, der später kommt. Am Ende ist Love In The Villa damit nur eine weitere RomCom, wie sie Netflix andauernd raushaut. Selbst ein charmant-garstiger Hopper und die schönen Settings können nicht verhindern, dass das hier schnell sehr langweilig und nichtssagend wird.

Credits

OT: „Love In The Villa“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Mark Steven Johnson
Drehbuch: Mark Steven Johnson
Musik: Ryan Shore
Kamera: José David Montero
Besetzung: Kat Graham, Tom Hopper, Raymond Ablack, Laura Hopper

Bilder

Trailer

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Love In The Villa
Fazit
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte? Zumindest anfangs ist „Love In The Villa“ ganz amüsant, wenn sich aufgrund eines Missverständnisses zwei gegensätzliche Leute ein Haus teilen müssen und sie anfangen, sich gegenseitig das Leben zur Hölle zu machen. Der Part wird aber zu früh und viel zu schnell aufgegeben, nur um nach einem plötzlichen Sinneswandel 08/15-Kitsch anzubieten.
Leserwertung184 Bewertungen
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