Die Puppe (2026) Lalka The Doll Netflix Streamen online Video on Demand
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Die Puppe (2026)

Die Puppe (2026) Lalka The Doll Netflix Streamen online Video on Demand
„Die Puppe“ // Deutschland-Start: 16. September 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Warschau im 19. Jahrhundert: Stanisław (Tomasz Schuchardt) träumt davon, in den obersten Kreisen der Gesellschaft aufgenommen zu werden. Doch das ist nicht so einfach. Zwar ist er als Händler zu Geld gekommen, was aber nicht mit dem notwendigen Prestige einhergeht. Das hält ihn aber nicht davon ab, weiter an diesem Traum festzuhalten. Eng mit diesem verbunden ist Izabela (Sandra Drzymalska), eine schöne Aristokratin, der sein ganzes Herz gehört. Obwohl es eigentlich ausgeschlossen ist, dass die beiden je ein Paar werden, zu groß ist der soziale Unterschied, tut er alles dafür, um sie für sich zu gewinnen. Besessen schmiedet er Pläne, einer skrupelloser als der andere, damit sie eines Tages ihm gehört und er das Leben führen kann, das ihm seiner Meinung nach zusteht …

Neu-Adaption eines Romanklassikers

Bei Netflix scheut man nicht davor zurück, bewährte Stoffe wieder auszugraben, in der Hoffnung, ein neues Publikum damit anzuziehen. Das zeigt sich nicht nur in den diversen Remakes, die der Streamingdienst von den hauseigenen Titeln anfertigen lässt. Immer wieder kommt es zudem vor, dass alte Romanklassiker adaptiert werden, obwohl es bereits vorangegangene Fassungen gibt. Kürzlich wurde etwa Meine brillante Karriere ins Programm aufgenommen nach einem australischen Buch von 1901. Das Drama erzählte von einer Frau, die zu ihrer Tante geschickt wird, um sie verheiraten zu können. Einige Wochen zuvor war da Unsere kleine Farm nach einer US-amerikanischen Romanreihe aus den 1930ern und 1940ern, ebenfalls mehrfach adaptiert. Mit Die Puppe gibt es nun die nächste Neuinterpretation eines solchen bewährten Stoffes.

Dieses Mal haben wir es mit einem Werk des polnischen Schriftsteller Bolesław Prus zu tun, welches zwischen 1887 und 1889 als Fortsetzungsgeschichte veröffentlicht wurde. Dieses wurde mehrfach adaptiert und feiert gerade eine Renaissance. Nur wenige Tage nach der Netflix-Serie Die Puppe wird in Polen eine weitere Verfilmung veröffentlicht, sogar mit einem recht hohen Budget. Das Timing ist sicher nicht ideal, für ein hiesiges Publikum aber irrelevant. Denn hier wird der Kinofilm eher nicht erscheinen. Dabei ist der Stoff, obwohl klar in einem bestimmten historischen und gesellschaftlichen Kontext angesiedelt, durchaus auch für ein heutiges Publikum relevant. Denn auch wenn sich seither einiges getan hat, es keine Aristokratie in dem Sinn mehr gibt, einige der verhandelten Themen sind noch heute als Identifikationsfläche geeignet.

Interessant, aber etwas lang

Eines davon ist der Versuch von Stanislaw, Izabela für sich zu gewinnen. Grundsätzlich darf man so etwas natürlich schon als romantisch empfinden. Es gibt nicht eben wenige Geschichten darüber, wie ein Mensch einen anderen für sich gewinnen will. Dabei stellt sich jedoch die Frage, wie weit man dafür gehen sollte. Wann wird der Einsatz einfach zu viel? Vergleichbar zum diesjährigen Horror-Phänomen Obsession – Du sollst mich lieben lernen wir einen Mann kennen, der bei seinem Kampf für die Liebe Grenzen überschreitet und anderen Menschen für die eigenen Gefühle die Freiheit nimmt. Der Unterschied ist, dass die Protagonistin in Die Puppe noch ihren eigenen Willen hat und auch einsetzt. Die besten Szenen sind dann auch, wenn die zwei Hauptfiguren aufeinandertreffen und es richtig emotional werden darf.

Grundsätzlich sind auch die anderen Themen interessant, wenn es darum geht, ob sich jemand wirklich an die Spitze kämpfen kann oder nicht. Ob Wege und Positionen vorbestimmt sind. Das ist gerade im Zusammenhang interessant mit den aktuellen Debatten hierzulande zu schulischen Laufbahnen und wie diese von unserer Herkunft abhängen. Allerdings lässt sich Die Puppe dabei schon sehr viel Zeit. Während andere diese Geschichte in zwei Stunden erzählen, werden hier gleich sechs eingefordert. Gefüllt wird das mit Details und Elementen, die für sich genommen zwar ebenfalls einen Blick wert sind. Sie führen aber dazu, dass die Handlung nicht sehr schnell vorankommt. Da auch einige der Randfiguren eher unbefriedigend sind, hat die Dramaserie zwar schon einiges zu bieten, zieht sich aber eben auch.

Credits

OT: „Lalka“
Land: Polen
Jahr: 2026
Regie: Paweł Maślona
Drehbuch: Paweł Maślona, Paweł Demirski, Jagoda Dutkiewicz
Vorlage: Bolesław Prus
Musik: Baasch
Kamera: Paweł Flis
Besetzung: Tomasz Schuchardt, Sandra Drzymalska, Jacek Braciak, Dariusz Chojnacki, Maria Kania, Piotr Pacek, Julia Wyszyńska, Monika Frajczyk, Piotr Adamczyk

Bilder

Trailer

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Die Puppe (2026)
fazit
In „Die Puppe“ tut ein Mann im Warschau des späten 19. Jahrhunderts alles dafür, um gesellschaftlich aufzusteigen und seine Traumfrau zu gewinnen. Die Romanadaption hat interessante Themen und emotionale Szenen. Sie lässt sich aber viel Zeit dafür, zwischendurch kommt die Geschichte wenig voran.
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