Untold Deal with the Devil Netflix
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Untold: Deal with the Devil

Inhalt / Kritik

Untold Deal with the Devil Netflix
„Untold: Deal with the Devil“ // Deutschland-Start: 17. August 2021 (Netflix)

Christy Martin und Lucia Rijker wurden 2020 als erste Frauen in die International Boxing Hall of Fame aufgenommen, noch vor Laila Ali und Ann Wolfe (beide je 2021). Während sich Claressa Shields heutzutage als Greatest Woman of All Time des Boxens selbst vermarktet, gehört der GWOAT-Titel momentan doch am ehesten Rijker, sicher aber einer der vier vorgenannten zugesprochen. Eventuell ging Regisseurin Laura Brownson, wahrscheinlich zu recht, davon aus, dass Boxfans gut mit Martin als Sportlerin vertraut sein dürften, weshalb Untold: Deal with the Devil neben ihrer Boxlaufbahn, in der von Netflix bekannten True Crime-Manier, auch Martins Privatleben beleuchtet, hier vor allem ihre Nahtoderfahrung, als ihr damaliger Ehemann sie niederschoss.

Wer mit dem Teufel im Titel gemeint ist, bleibt der Interpretation des Zuschauers überlassen. Ist es der berühmt-berüchtigte Boxpromoter Don King, mit dem Martin einen Deal einging, gleichsam ihre Seele dem Boxen verschrieb? Ist es Jim Martin, dessen Handlungen sie wortwörtlich und sinnbildlich fürs Leben gezeichnet haben? Sowohl im absolut Positiven in seiner Eigenschaft als Trainer als auch im absolut Negativen beim versuchten Mord? Oder geht es eher um ihren inneren Kampf, die eigene Identität zugunsten des Sports unterdrückt und geheimgehalten zu haben? Vielleicht sind am Ende gar alle drei Antworten richtig, der Titel ist in jedem Falle eine gute Wahl.

Die Lebensgeschichte einer Sportlerin

Formal folgt Untold: Deal with the Devil derselben Struktur wie Untold: Malice at the Palace. Da es diesmal um die Lebensgeschichte einer Sportlerin statt um ein Einzelereignis und dessen Folgen geht, ist es schwierig zu beurteilen, ob hier nie zuvor gezeigtes Material verwendet wurde. Neben Archivaufnahmen von Martins Kämpfen kommen jedenfalls ehemalige Gegnerinnen wie Ali zu Wort, selbst Jim Martin wird im Gefängnis interviewt. Die Doku räumt ihm eine faire Chance ein, seine Sicht der Dinge zu präsentieren und schlägt sich nicht einfach blind auf eine Seite, was sicher der leichtere Weg gewesen wäre.

Der tragischste Moment von Martins sportlicher Karriere ist wohl die TKO-Niederlage gegen Dakota Stone. Martin, die ihren fünfzigsten Karrieresieg anstrebte, dominierte größtenteils, brach sich jedoch in der vierten Runde die rechte Hand, als sie Stone zum ersten Mal in deren Karriere mit einem gezielten Schlag zu Boden schickte. Scheinbar ungerührt boxte sie weiter, in der sechsten Runde musste der Kampf allerdings unterbrochen werden, als sie nach einer weiteren Rechten deutlich Schmerzen zeigte, woraufhin der Ringarzt letzten Endes, entgegen Martins vehementem Einspruch und dringendem Bitten, den Kampf abbrach. Martins Antwort auf die spätere Konfrontation mit ihrer eigenen in der Vergangenheit getätigten Aussage, Ringärzte müssten die Kämpfer vor sich selbst schützen, ist nicht nur lustig, sondern spiegelt exakt das Mindset wider, welches ein Sportler von Weltformat haben muss, um es nach ganz oben zu schaffen.

Credits

OT: „Untold: Deal with the Devil“
Land: USA
Jahr: 2021
Regie: Laura Brownson
Musik: Chris Swanson, Jessica Berndt
Kamera: David Bolen

Bilder

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„Untold: Deal with the Devil“ skizziert den Werdegang der ehemaligen Boxerin Christy Martin, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Rings und überzeugt mit guter Recherche, Zeitzeugeninterviews und hohem Production Value.
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