Scrooge: Ein Weihnachtsmusical Scrooge: A Christmas Carol Netflix
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Scrooge: Ein Weihnachtsmusical

Scrooge: Ein Weihnachtsmusical Scrooge: A Christmas Carol Netflix
„Scrooge: Ein Weihnachtsmusical“ // Deutschland-Start: 2. Dezember 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Es gibt eine Sache, die Ebenezer Scrooge mehr liebt als alles andere auf der Welt: Geld. Mit Menschen kann er hingegen nicht so wahnsinnig viel anfangen. So nutzt er sie aus, wann immer er nur kann, nicht einmal sein eigener Neffe ist gefeit vor seiner menschenverachtenden Einstellung. Mit Weihnachten wird der vermögende Unternehmer sowieso nicht warm – zu rührselig, zu laut, reine Zeitverschwendung –, weswegen er eine erneute Einladung zum Fest undankbar, aber bestimmt ablehnt. So wie jedes Jahr. Und doch ist eines dieses Jahr anders, denn Scrooge wird nacheinander von drei Geistern heimgesucht, die ihm vor Augen führen, was sein Lebensstil bedeutet – für ihn wir für andere …

Eine alte Geschichte für ein junges Publikum

Weihnachtsfilme gibt es bekanntermaßen nicht zu knapp. In den letzten vier Wochen vor dem Fest werden unzählige neue veröffentlicht, sei es im Kino, auf DVD oder von den diversen Streaminganbietern. Während die Auswahl so theoretisch ziemlich groß ist, läuft es in der Praxis darauf hinaus, dass viele Titel kaum voneinander zu unterscheiden sind. Das gilt einerseits für die zahlreichen 08/15-Liebeskomödien, die oft weder romantisch, komisch noch weihnachtlich sind. Hoch im Kurs stehen aber auch Variationen von Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens, jene berühmte Novelle um einen alten Menschenfeind, der rechtzeitig zu Weihnachten geläutert wird. Dieses Jahr sind es gleich zwei Adaptionen, die in kurzer Zeit folgen: Spirited auf Apple TV+ und Scrooge: Ein Weihnachtsmusical auf Netflix.

Dabei haben die beiden Filme nicht nur die berühmte Vorlage gemeinsam. Auch in anderer Hinsicht zeigen sich Parallelen. So können sie jeweils mit ganz großen Namen protzen. Zumindest im englischen Original, denn da haben eine Reihe bekannter Schauspieler und Schauspielerinnen dem Animationsfilm ihre Stimme geliehen. Unter anderem sind auf diese Weise Luke Evans, Jessie Buckley und Olivia Colman zu hören. Außerdem ist Scrooge: Ein Weihnachtsmusical wie der Kollege oben humorvoller angelegt. Auf Meta-Elemente wie bei Spirited muss man dabei jedoch verzichten. Die Zielgruppe ist hier jünger, weshalb die Komik entsprechend vereinfacht wurde. Da gibt es beispielsweise Slapstick-Momente mit dem Hund, das muss dann reichen. Wer sich nicht zu besagter Zielgruppe zählt, wird kaum von den Witzen erheitert werden.

Optisch wenig berauschendes Musical

Und noch eine Gemeinsamkeit gibt es: In beiden Fällen handelt es sich um ein Musical. Im Fall von Scrooge: Ein Weihnachtsmusical gibt es dabei sogar – neben Dickens – noch eine weitere Vorlage. Genauer stand das 1970 veröffentlichte Filmmusical Scrooge Pate. Das war seinerzeit zwar kein Blockbuster, war aber immerhin für ein paar Oscars im Rennen. Albert Finney gewann für seine Verkörperung von Scrooge einen Golden Globe als bester Hauptdarsteller. Geschrieben wurde der Film bzw. die Musik damals von Leslie Bricusse, dem auch der Animationsfilm gewidmet ist. Die Musical-Nummern sind dabei in Ordnung, zumindest in musikalischer Hinsicht. Die animierten Tanzsequenzen hinterlassen hingegen keinen größeren Eindruck. Da ist die Inszenierung dann doch zu langweilig, selbst wenn Regisseur Stephen Donnelly alles Mögliche heraufbeschwört und es vor Fantasy-Elementen nur so wimmelt.

Allgemein ist Scrooge: Ein Weihnachtsmusical kein visuelles Highlight. Dann und wann sind ein paar nette Designs oder optische Spielereien dabei, die für Auflockerung sorgen. Im Animationsbereich gibt es aber deutlich spannendere Beispiele. So sind die Figuren ziemlich austauschbar. Viele Settings sind spärlich gehalten, was auch von der offensiven Farbgebung nicht kaschiert werden kann. In der Hinsicht sind beispielsweise die Stop-Motion-Titel Guillermo Del Toros Pinocchio und Im Himmel ist auch Platz für Mäuse deutlich gelungenere Filme, bei denen mit viel Liebe zum Detail an die Arbeit gegangen wurde. Wer unbedingt ein Weihnachtsmusical für Kinder braucht, kann es mangels aktueller Alternativen hiermit versuchen. Gebraucht hätte es diese Fassung vom Weihnachtsklassiker aber kaum.

Credits

OT: „Scrooge: A Christmas Carol“
Land: UK, USA
Jahr: 2022
Regie: Stephen Donnelly
Drehbuch: Stephen Donnelly
Vorlage: Charles Dickens, Leslie Bricusse
Musik: Jeremy Holland-Smith

Bilder

Trailer

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fazit
„Scrooge: Ein Weihnachtsmusical“ nimmt das 70er-Jahre-Musical, um als Animationsfilm die bekannte Geschichte um den Geizkragen, der sich zu Weihnachten bekehren lässt, neu zu erzählen. Das ist dann schon irgendwie in Ordnung, macht aber inhaltlich und visuell zu wenig, um sich von den vielen anderen Adaptionen abzuheben.
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